Das Video zum Gottesdienst finden Sie hier.
Welchen Gott siehst du?
Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen. In den nächsten Wochen wollen wir uns Gedanken darüber machen, wie ist eigentlich Gott? Wer ist eigentlich Gott? Wie ist eigentlich das Bild, das wir von Gott haben? Wir wollen uns zusammen auf eine Reise begeben zum Herzen Gottes und Gott versuchen zu verstehen, aber auch gleichzeitig zu wissen, wir können Gott auch irgendwie nur begrenzt verstehen. Und wie geht es euch damit, wenn ihr sagt, wir wollen in den nächsten Wochen eine Reise machen und uns auf die Suche nach Gott begeben? Warum ist uns das wichtig? Ich glaube, dass Gott zu entdecken das Ziel unseres Lebens ist, dass wir geschaffen sind um in der Beziehung mit Gott zu sein und dass wir dazu geschaffen sind Gott zu entdecken, Gott zu begegnen. Und ich finde manchmal das Bild passend. Das ist so ein bisschen wie ein Pflegekind was bei seiner Familie aufwächst und mit 18 Jahren erfährt: du gehörst gar nicht zu der Familie und sich auf die Suche nach seinem Ursprung macht. So denke ich, ist das für uns, dass wir sagen, wir wollen immer wieder neu auf unseren Ursprung zurückkommen. Wo ist eigentlich Gott? Wer ist eigentlich Gott? Welches Bild habe ich von Gott? Stimmt das eigentlich?
Gott zu entdecken heißt nach Hause finden, nach Hause kommen. Es gibt ja ein Zitat von Augustinus, das heißt:
Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.
Das heißt, Gott zu entdecken, auch neu zu entdecken, ist immer wieder auch nach Hause kommen zu ihm. Und Gott zu entdecken ist ein Ausdruck von Liebe, von Wertschätzung. Das heißt, wenn wir sagen: Gott, wir wollen dich, wir wollen dich mehr verstehen, wir wollen dich mehr erkennen, das ist ein Ausdruck davon: Ja, wir lieben dich, wir ehren dich, wir wollen mehr von dir verstehen. Und dann bekommen wir, wenn wir Gott entdecken, auch ein klareres Bild vom Leben. Woher kommen wir? Warum sind wir hier? Wohin gehen wir hin? Wir finden Antworten auf die Fragen des Lebens. Und was wir auch bekommen, wenn wir Gott entdecken, ist ein klareres Bild von uns selbst. Als was sind wir geschaffen? Als ein Bild Gottes. Das heißt, wenn wir Gott tiefer verstehen, Gott tiefer ergreifen, bekommen wir auch ein anderes Bild von uns.
Es gibt ein Versprechen von Gott aus Jeremia 29, 13-14 er hat das den Israeliten gegeben, als sie im Exil waren. Aber ich glaube, das ist ein Versprechen, was Gott den Menschen zu allen Zeiten gegeben hat.
Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr.
Also ich möchte euch einen kleinen Moment geben, mal innezuhalten. Welche Gedanken kommen dir jetzt, wenn du das hörst? Bist du motiviert? Freust du dich darauf? Oder bist du vielleicht auch skeptisch und sagst, das sind ja nette Gedanken. Aber werde ich Gott finden? Werde ich Gott entdecken? Wird sich Gott zeigen? Vielleicht fragst du dich auch, wie soll ich denn diesen Gott überhaupt erforschen? Wie soll ich denn nach ihm suchen? Vielleicht auch fragend, wie soll das gehen? Vielleicht hast du auch Angst, wenn du das hörst, Gott zu entdecken, weil du denkst, was oder wer wird mir da begegnen? Ich als kleiner Mensch und der große Gott. Und vielleicht sind dir ein paar von diesen Gedanken gerade auch gekommen. Und diese Gedanken können ja auch mit unserem Leben zusammenhängen, mit unserer Erfahrung. Zum Beispiel, hattest du in deinem Leben schon mal eine Gottesbegegnung? Erinnerst du dich an einen Moment, wo du gemerkt hast, wow, Gott war da. Gott hat gesprochen. Gott ist mir begegnet. Vielleicht hattest du aber auch Situationen im Leben, wo du sagst, ich habe gebetet und gebetet und gebetet und es ist nichts passiert. Das ist ja schön, dass wir darüber gegeben können: zu entdecken. Aber was ist, wenn nichts passieren wird? Dann hat diese Frage auch mit zu tun mit unserer Persönlichkeit. Vielleicht bist du ein extrovertierter Typ und sagst, ja, ich habe Lust, Neues zu entdecken. Vielleicht aber eher ein bisschen zögerlicher. Bist du eher ein positiver Mensch, ja, und sagst, ich liebe es, mich auf die Suche zu begeben, oder vielleicht auch eher ein bisschen zurückhaltender oder ängstlicher. Je nachdem, wie wir auf diese Frage blicken, hängt es auch mit unserer Kultur zusammen, mit der Art und Weise, wie ich geprägt bin, auch von meiner Erziehung her, von zu Hause. Und dann hängt es auch mit meinem Selbstbild zusammen. Vielleicht fragt man sich auch, bin ich es eigentlich wert, dass er sich von mir finden lässt? Oder bin ich zu unwichtig oder zu schuldig? Und mein Selbstbild kann auch wieder von meinem Gottesbild geprägt sein. Ich bringe euch am Anfang ein Kinderlied mit. Und vielleicht kennt ihr dieses Kinderlied. Und ich finde, es kommt da sehr gut zum Tragen. Wer von euch kennt dieses Lied? Lass uns das mal kurz durchgehen. Dort heißt es:
Jetzt weiß ich ja nicht, was du mit diesem Lied verbindest. Vielleicht ist das was Positives, weil mich das an meine Kindheit erinnert. Vielleicht, aber auch Negatives, ja. Das heißt, wenn du dieses Lied hörst, welche Emotion löst das in dir aus? Und das kann ja total unterschiedlich sein, je nachdem, was man in seinem Leben so erlebt hat. Bei mir ist es so ein bisschen so: Bei mir ist er negativ geprägt, ja, weil es für mich so ein Gottesbild vermittelt. Es gibt einen Vater und der Vater ist streng. Er kontrolliert dich und schaut auf dich herab und schaut genau, ob du einen Fehler machst. Und er wartet nur darauf, dass du einen Fehler machst. Das ist das, was ich damit verbinde. Das kann bei euch ja ganz anders sein, ja. Und das Selbstbild, was daraus kommen kann aus diesem Gottesbild, ist: Ich muss ständig aufpassen, dass ich keinen Fehler mache. Und wenn ich einen Fehler mache, dann guckt Gott sofort drauf was los ist und dann bin ich schlecht und werde bestraft. Denn ihr seht jetzt, wie diese Dinge miteinander verbunden sein können, ja, mit der Art und Weise, wie ich auf Gott schaue, was das mit meinem Selbstbild macht, welches Bild ich von Gott habe und wie ich geprägt bin.
Das sind jetzt aber auch meine Gedanken, die ich damit verbinde. Vielleicht ist es bei euch komplett anders. Und ich möchte diesen Zusammenhang aus meinem Gottesbild und meinem Selbstbild anhand des zweiten Verlorenen Sohnes kurz betrachten aus der Geschichte vom Verlorenen Sohn. Und zwar heißt es dort:
Und ich möchte euch mal einen Moment Zeit geben zu überlegen. Wie würdet ihr sagen ist das Gottesbild und das Vaterbild des Sohnes? Die zweite Frage ist, wie ist dadurch sein Selbstbild geworden? Und was ist nun die Folge von hier? Also überlegt mal kurz, was ist das Vaterbild des Sohnes? Wie ist dadurch sein Selbstbild geworden? Und was ist die Folge davon? Schaut mal, ob ihr diese Fragen in diesem Text entdeckt.
Das was ich so entdeckt habe ist Folgendes: Das Gottesbild, was ich sagen würde, was der der zweite Sohn ist. Mein Vater oder Gott ist knauserig. Er ist der Chef, der Arbeitgeber, ich bin der Knecht, der schuften muss. Gott ist genauso, er ist der Chef, er ist der Arbeitgeber, ich bin der Knecht, der schuften muss. Und jetzt ist ja die Frage, was ist die Folge daraus bei ihm? Ein ungnädiges Herz. Das heißt, er blickt jetzt auf seinen Bruder voller Zorn. Ja, du hast immer alles, ich musste immer schuften und der kriegt’s einfach hinterher geworfen. Ihr seht jetzt anhand dieses Beispiels wie unser Gottesbild mit unserem Selbstbild verbunden sein kann und auch welche Folgen das dann haben kann. Das ist übrigens für die Pharisäer. Das heißt, das war das Gottesbild der Pharisäer. Sie haben gesagt, Gott ist der knauserige Chef und ich muss gucken, dass ich immer genau für ihn arbeite. Ja, das war das Gottesbild von ihnen. Vielleicht merkt ihr jetzt in dem Ganzen schon, wir sind irgendwie komplex als Person. Diese Fragen sind komplex, unser Gottesbild ist auch recht komplex und wir haben alle irgendwie ein Bild von Gott. Aber vielleicht kommt dir jetzt schon gleich in den Sinn: Ich darf doch überhaupt kein Bild von Gott haben. Ja, zweites Gebot: Du sollst dir kein Bild von Gott machen. Es geht aber nicht darum, dass wir vielleicht Bilder im Kopf haben, die Gott beschreiben. Es geht darum, dass wir uns nicht ein Bild machen, das zu Hause hinstellen und es als Gott anbeten. Ja, das ist damit gemeint, dass wir uns kein Bildnis von Gott machen können. Das heißt, wenn du jetzt Gedanken im Kopf hast, du kriegst ein Bild von Gott und Gott und du fühlst dich vielleicht schlecht. Das ist damit nicht gemeint sondern wir sollen uns kein Bild machen und dann darum tanzen und es anbeten. Das Interessante ist nämlich, dass in der Bibel sehr oft Gott mit Bildern beschrieben wird.
Nehmt euch mal einen kurzen Moment Zeit zu überlegen: welche Bilder in der Bibel fallen dir denn ein, wo Gott beschrieben wird. Hier habe ich mal eine kleine Auswahl, die ich in der Bibel gefunden habe.
- Da ist der gute Hirte,
- der Vater, der aber auch mal wieder beschrieben wird mit Eigenschaften wie eine Mutter liebt
- da ist der Heilige,
- der Richter,
- Gott als das Licht.
- Gott als die Liebe.
- Gott wird als der Schöpfer genannt.
- Er wird als der Töpfer genannt. Eine starke Burg.
- Der König, der vor Israel in einer Wolke vorbei vorzieht.
- Er wird als ein Adler beschrieben, der sich um seine Jungen kümmert.
- Als der Löwe.
- Als Schild und als Fels.
Und das sind jetzt nur ein paar Bilder, die in der Bibel gebraucht werden, um Gott zu beschreiben, um Eigenschaften Gottes zu beschreiben. Vielleicht hat es früher noch ganz andere Bilder im Kopf, ja die die ja die dir einfach helfen, ja Gottes Wesen zu beschreiben. Und ich glaube, so hat jeder Mensch Bilder im Kopf, die helfen, Gott zu beschreiben. Und das kann positiv sein, es kann aber auch negativ sein:
Negative Bilder werden zum Beispiel:
- Der alte Mann, der sowieso nichts mitbekommt, oder der so weit weg ist und der so unwichtig für mich ist.
- Oder vielleicht ein Bild wie der taube Gott, der sowieso nichts hört
- Oder kennt ihr das Bild des Spielverderbers Gott? Der so die ganze Zeit guckt wie kann ich den Menschen den Spaß nehmen dass sie negative Gottesbilder haben.
Die Sache ist: das Bild was du von Gott hast, und ich glaube wir alle haben Bilder im Kopf von Gott, diese Gottesbilder haben eine Prägung und wir zeichnen das so, dass wir auf Gott schauen durch unsere Brille und unsere Brille ist die Prägung die wir in unserem Leben haben und diese Prägung kann zum Beispiel mein eigenes Vater oder Mutterbild sein. Ich habe mal überlegt. Mein Vater ist jetzt schon einige Jahre gestorben. Ich hatte meinen Vater sehr lieb, aber mir sind zwei Sachen aufgefallen, die eher negativ waren, wo ich gemerkt habe dass ich die vielleicht auch auf mein Gottesbild übertragen habe. Das eine war, mein Vater war immer sehr beschäftigt. Ja, wir hatten ein Schuhgeschäft zu Hause, er hat bei der Fa. Binzer gearbeitet, hat noch Orgel gespielt und hat mal ganz viel Gartenarbeit gehabt. So, mein Vater war immer beschäftigt. Ja, das war eine Sache, die ich mit meinem Vater verbinde. Mein Vater war auch immer sehr sparsam. Das heißt, das heißt, und das ist jetzt witzig, wenn wir eine Bratwurst zu Hause hatten, hat er versucht, die Bratwurst so dünn wie möglich zu schneiden, weil er gesagt hat, dann habe ich mehr davon. Was bei mir aber hängen geblieben ist war das mein Vater immer beschäftigt ist und eigentlich keine Zeit hat und mein Vater ist ein bisschen knauserig. Er hatte natürlich auch wieder seine Prägung aus dem Zweiten Weltkrieg, ja vielleicht hatten sie nicht viel und so weiter. Aber das sind zwei Sachen die mir hängen geblieben sind bei dem Gedanken an meinen Vater. Da habe ich gedacht vielleicht schaue ich in meinem Leben mit dieser Brille auch manchmal so auf Gott, ja Gott der vielleicht auch knauserig ist und Gott der auch gar keine Zeit für mich hat weil der ja die ganze Zeit beschäftigt sein wenn er sich um alle Menschen in der Welt kümmern muss. und habe ich gemerkt: vielleicht ist dadurch auch mein Gottesbild durch mein eigenes Bild von meinen Eltern geprägt
Das Zweite, was mich prägen kann im Leben, ist meine Gemeindeprägung. Vielleicht bist du hier in der Gemeinde aufgewachsen, vielleicht hast du auch eine andere Prägung. Ja, und mir ist es aufgefallen zum Beispiel, als sehe ich den Heiligen Geist als Gott an. Das kann ja mit meiner Prägung zusammenhängen. Ja, du kommst vielleicht aus einer charismatisch geprägten Gemeinde, da ist das klar mit Feuer und Flamme. Vielleicht kommst du auch eher aus einer konservativen Gemeinde und der Heilige Geist spielt ja irgendwie auch eine Rolle. Und so merkst du vielleicht, dass deine Gemeindeprägung da, wo du herkommst, dein Gottesbild auch beeinflusst, wenn du z.B. an die Speisung der Fünftausend denkst.
Man kann das mit einer Erfahrung zusammenhängen. Welche Gotteserfahrung hast du gemacht? Mit der Erziehung, die du hast und auch mit der Kultur. Wisst ihr, wir haben schon sehr lange in direktem Umfeld keinen Krieg mehr erlebt. Aber es gibt einen Theologen, Miruslav Wolf, der hat den Jugoslawienkrieg noch erlebt. Für die Jüngeren: das ist die Balkanregion. Hieß mal Jugoslawien. Ja, und der hat gesagt: Ihr, ihr im Westen, ihr habt alle ein Problem mit Gott als Richter. Ja, aber ich, der die schlimmsten Sachen erlebt hat, wie soll ich mit dem klar kommen, wenn ich nicht weiß, Gott ist Richter und er wird irgendwann alle Dinge klar rücken? Das heißt, mein Gottesbild kann auch mit meiner Kultur zusammenhängen, wie ich aufgewachsen bin und wie ich gebildet bin und welchem Umfeld ich lebe. Und auch mit meinem Bibelverständnis kann es zusammenhängen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Leute sagen: im Alten Testament wird Gott als willkürlich und rachsüchtig dargestellt und im Neuen Testament hat Jesus ihn so ein bisschen gezähmt. Ich möchte euch zwei Stellen aus dem Alten Testament zeigen.
Psalm 103,8: Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und voll großer Güte.
Das ist eine Stelle aus dem Alten Testament. Und ich sage dir, manchmal hängt es aber auch mit unserem Bibelverständnis zusammen: Altes Testament so, Neues Testament so. Nein, nein, Altes Testament. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und voll großer Güte. Eine zweite Stelle:
2.Mose 34,6-7 Er ging an Mose vorüber und sprach: Ich bin der Herr, der barmherzige und gnädige Gott. Meine Geduld, meine Liebe und Treue sind groß. Diese Gnade erweise ich Tausenden, indem ich Schuld, Unrecht und Sünde vergebe und trotzdem lasse ich die Sünde nicht umgestraft, sondern kümmere mich bei den Kindern um die Sünden ihrer Eltern bis in die dritte und vierte Generation.
Jetzt kann es auch sein, dass du direkt bei dem Satz hängen bleibst, dritte und vierte Generation. Vielleicht bleibst du aber auch vorne bei dem Stehen, wo es heißt, ich bin gnädig und meine Geduld und meine Liebe und Treue sind groß. Und es hat wieder mit der Prägung zu tun, woher ich komme, mit meiner Brille, wie ich darauf schaue.
Das Spannende ist auch, wir hatten ja im Sommer die Themenreihe über geistliche Angriffe. Und das ist ja interessant, wenn wir uns anschauen, wie der Teufel im Alten Testament, bei Adam und Eva das Gottesbild verdreht. Ja, Gott sagt, ihr dürft von allen Bäumen essen, nur von zwei Bäumen dürft ihr nicht essen, aber alle anderen dürft ihr. Dann kommt der Teufel und sagt, ihr habt ihr gesehen, wie Gott ist? Von keinem Baum dürft ihr essen. Ja, das eine ist Gott stellt zur Verfügung, Gott ist Gottes Treu, Gott verteilt. Ja, und der Teufel kommt und sagt, ihr guckt mal, der Knauserige, der miesepetrige Gott der euch nichts gibt. Ja, schon wird das Gottesbild dort auf den Kopf gestellt. Und ich möchte mal einen Moment innehalten. Das ihr hier mal für euch überlegt:
- Welches Bild oder welche Bilder hast du von Gott?
- Wodurch ist dieses Bild entstanden?
- Wie würdest du dieses Bild bewerten?
- Ist es ein gutes Bild? Ist es ein schlechtes Bild? Ist es ausgewogen oder ist es einseitig?
- Wie prägt dein Gottesbild dein Selbstbild?
Also ihr seht schon, ihr habt heute Morgen einiges zu tun. Das soll uns ja die nächsten Wochen auch begleiten. Aber vielleicht überlegt ihr auch mal wie ist mein Bild denn eigentlich von Gott? Ich merke, das sind Fragen die sollen uns auch die nächsten Wochen begleiten. Das ist ja nur so ein kleiner Einstieg heute in diese Frage. Aber ihr merkt, das ist schon knackig. Wisst ihr, ich habe Wünsche für die nächsten Wochen.
Der eine Wunsch ist, dass wir uns neu auf die Suche machen, bereit sind Gott zu suchen. Dass wir uns auf den Weg machen, auch wenn wir wissen, dass meine Erkenntnis bruchstückhaft ist. Hier vorne steht ein Spiegel. Dieser Spiegel wird die nächsten Wochen hier stehen. Weil dieser Spiegel erinnert uns an eine Stelle aus
- Korinther 13, wo Paulus sagt:
Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild, wie in einem trüben Spiegel. Dann aber schauen wir Gott von Angesicht. Jetzt kennen wir Gott nur unvollkommen. Dann aber werden wir Gott völlig kennen, so wie er uns jetzt schon kennt.
Das heißt, wenn wir sagen, wir wollen uns mehr auf die Suche nach Gott machen, mehr auf unser Gottesbild auch, auch auf andere Dinge einlassen, wie Gott sich in der Bibel zeigt, dann immer in dem Wissen: Es wird ein bisschen so bleiben hier auf dieser Erde wie in einem trüben Spiegel. Irgendwann schauen wir ihn von Angesicht zu Angesicht. Das heißt, wenn wir vor Jesus stehen, es wird alles aufgewischt werden, weggewischt. Der Spiegel ist klar. Es wird dennoch ein bisschen so bleiben hier.
Das zweite, was ich mir wünsche für die nächsten Wochen, ist, dass wir bereits sind unser Gottesbild mal aufbrechen zu lassen. Zum Beispiel, wenn es zu einseitig ist, das zu erweitern. Angenommen, deine Gottesbilder würden alle in einem Fotoalbum drinnen sein, Und du hättest das Gottesbild von Gott als König. Und dann ist das total gut. Wenn du aber nur das Bild von Gott als König hast, dann kann es vielleicht ein bisschen einseitig sein, und da mal zu sagen, ich will mich in den nächsten Wochen darauf einlassen, Gott vielleicht noch mal neu zu entdecken, ja, meine bisherige Brille auch mal abzunehmen und noch mal neu zu gucken, wie ist Gott? Weil, wenn das Bild in deinem Fotoalbum nur von Gott als König ist, von vorne bis hinten, dann ist das ein gutes Bild, aber es ist vielleicht ein bisschen wenig. Was hilft zum Beispiel, wenn Gott der König auch dein Vater ist? Was verändert das für dich in deinem Selbstbild? Weil, das macht ja schon Unterschied. Wenn Gott der König ist, bin ich vielleicht der Bedienstete. Wenn aber der König auch mein Vater ist, was heißt das für mich als sein Ebenbild?
Also der zweite Wunsch ist, dass wir bereit sind, unser Gottesbild vielleicht noch mal aufbrechen zu lassen und dann auch das Selbstbild verändern zu lassen, indem ich mein Gottesbild aufbreche. Und ich glaube, dass sich manchmal unser Verhalten auch ändern kann, wie bei dem verlorenen Sohn. Ihr habt gesehen, das Gottesbild hing mit dem Selbstbild zusammen und auch mit seinem Verhalten. Ich glaube, wenn wir Gott noch mal auf andere Art kennenlernen, wenn er sich offenbart, wenn er sich zeigt, wenn wir unser Bild erweitern, das ist auch etwas, was das auch mit uns persönlich machen kann. Und ich möchte mit euch mal kurz ganz konkret anschauen, wie das sein kann. Ich habe mich mal hingesetzt, gar nicht so lang, einfach nur mal als Test für heute Morgen, und habe mir mal die ganzen Sachen aufgeschrieben, die mir spontan für mein Gottesbild in den Kopf gekommen sind. Okay, also kurzer Einblick in meinen Kopf, in mein Herz. Das sind Gottesbilder, die mir aufgefallen sind:
- Der liebende Vater,
- der Richter, der,
- der mit mir kämpft,
- aber auch der, der lange zulässt, dass ich in gewissen Bereichen meines Lebens nicht weiterkomme.
- Der geduldig ist,
- der auch irgendwie mysteriös ist,
- der vielleicht aber auch keine Zeit hat für mich,
- der barmherzig und gnädig ist,
- der Versorger,
- der Weltenherrscher,
- der Mitweiner,
- der Aushalter,
- der Retter,
- der liebevolle,
- der Gemeinschaft ist,
- der Hirte.
Und es war jetzt nur in zehn Minuten mal hingesetzt. So, jetzt kannst du das zu Hause ja vielleicht auch machen. Nimmst dir einen Zettel und einen Stift und schreib mal auf, welche Bilder von Gott kommen mir in den Sinn. Ja, jetzt habe ich gemerkt, die zwei roten Sachen waren jetzt eher negativ bei mir. Aber es ist okay denn es geht ja erst mal noch darum welche Bilder habe ich und nicht, ist das gut oder schlecht oder wie auch immer. Und vielleicht kannst du das auch machen du setzt dich mal zuhause hin und schreibst mal hin: welche Bilder von Gott habe ich in meinem Kopf. Ja und dann kommt vielleicht auch sowas raus bei dir das wäre spannend wenn wir so eine Galerie haben was jeder dann so hätte.
Dann kannst du einen zweiten Schritt machen und ich möchte es als Beispiel mit dem Versorger mal zeigen und zwar, dass du dann überlegst woher kommt dieses Bild denn. Ja Gott ist mein Versorger. Und dann die zweite Frage ist zum Beispiel: finde ich dieses Bild in der Bibel und wenn ja, an welcher Stelle finde ich es und dann zu überlegen, wenn Gott mein Versorger ist, was macht dieses Bild eigentlich mit mir? Also zu sagen, wenn Gott mich versorgt, ist das positiv, ist das negativ? Und die nächste Frage ist aber auch, habe ich dieses Bild nur im Kopf oder auch im Herzen? Im Kopf heißt, ich weiß, dass Gott mich versorgt, aber vielleicht denkt man ja im Herzen, ich muss mich dann auch selber die ganze Zeit um alles kümmern, um sparen, sparen, sparen, was weiß ich? Aber vielleicht versorgt mich am Ende Gott doch nicht. Also mal zu gucken, okay, habe ich dieses nur Bild im Kopf oder auch im Herzen? Und dann, was bedeutet das für mich als Ebenbild Gottes? Wenn Gott mein Versorger ist und ich als Ebenbild? Vielleicht soll ich dann auch für andere ein Versorger sein. Wie entdeckst du Jesus in diesem Bild? Das kann eine Frage sein und dann noch mal zu überlegen welche anderen Bilder helfen dir dieses Bild einzuordnen wie zum Beispiel mit dem König. Ja, König ist gut aber der König ist auch mein Vater und der ist auch mein guter Hirte ja, aber er ist auch der Heilige. Also noch mal zu sehen wie kriegen wir diese Bilder zusammen in Kombination oder auch zu überlegen welche Rolle spielt unsere Prägung bei diesem Bild, wie habe ich meine Eltern als meine Versorger erlebt um mit diesen Gedanken einfach zu sagen, ich gehe damit mal ins Gespräch mit Gott.
Weißt du, wenn du mit Jesus lebst, ist der Heilige Geist in dir, der wird dich in alle Wahrheit führen, ja, und dann vielleicht kommen dir auch Gedanken, die er dir schenkt. Um mit diesen Dingen dann einfach mal mit Gott ins Gespräch zu gehen und zu sagen, hey Gott, ich glaube, du bist mein Versorger, vielleicht aber auch zu sagen, es gibt Momente, da hatte ich das Gefühl, du versorgst mich nicht, ja, und dann einfach mal weiterzugehen. Das ist eine Möglichkeit, wie du damit vorgehen kannst mit deinem Gottesbild. Ja, du schreibst also Dinge auf, die dir in den Kopf kommen, und dann gehst du vielleicht mit diesen Dingen ins Gespräch mit Gott. Vielleicht können dir solche Fragen helfen. Vielleicht sind die ja auch gar nichts für dich. Vielleicht ist es auch überfordernd, hält der uns hier heute am Sonntagmorgen acht Fragen um die Ohren und du denkst, Leute, was soll ich damit machen? Ja, es ist nur ein Tipp, wie man vielleicht damit vorgehen kann. Und vielleicht kann du das auch künstlerisch machen. Vielleicht bist du ein bisschen künstlerischer Typ, du malst diese Bilder auf, die du vor dir hast. Ja, wir haben da unterschiedliche Zugänge.
Die Frage, die man sich einfach stellen muss, ist: Hey, bin ich bereit, mich dem in meinem Leben mal zu stellen und zu sagen: Ich möchte mich neu auf die Suche nach Gott machen, ich möchte neu mich prägen lassen, ich möchte vielleicht auch Dinge von Gott neu entdecken die bisher vielleicht gar nicht in meinem Fotoalbum drin waren, um mal zu überlegen, woher kommen diese Dinge, ja, und damit auch ins Gespräch mit Gott gkommen. Was uns im Ganzen immer bewusst sein muss ist: Wir können am Ende von Gott nur das wissen, was Gott von sich selbst zeigt. Wir sind immer auf die Offenbarungen Gottes angewiesen. Das heißt, wir können nicht bestimmen, wann Gott redet, wie Gott redet. Aber wir können offen sein für sein Reden und der Heilige Geist ist aber in uns, um uns das nach und nach zu offenbaren.
Ich habe in meinem Leben irgendwann eine Sache gelernt, die mir wichtig geworden ist. Bei allen Fragen, die ich habe finde ich: Jesus ist immer ein guter Ausgangspunkt. Ja, ich bin mich immer mal mit Endzeit beschäftigt. Da habe ich gelernt, ah ja, lass mich mit Jesus anfangen. Jesus ist immer ein guter Ausgangspunkt für alles. Ja, das lernt man schon in der Jugendschar. Jede zweite Antwort ist Jesus. Das ist super, wie:l das ist so eine wichtige Wahrheit, bei Jesus anzufangen, das ist immer gut. Warum kam Jesus in diese Welt? Natürlich, um die Macht der Sünde und des Todes und des Teufels zu brechen, aber auch, um den Ewigen nahbar zu machen.
Johannes 1,18, steht:
Kein Mensch hat Gott jemals gesehen, nur der Eine, der selbst Gott ist und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist.
In Johannes 14 9+11 gibt es ein Gespräch zwischen Jesus und seinen Jüngern. Da heißt es,
Jesus antwortete: Nun bin ich so lange mit euch zusammen gewesen, Philippus, und du kennst mich immer noch nicht. Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Glaubt mir, ich lebe im Vater und der Vater in mir.
In Kolosser 1,15 heißt es:
Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene Sohn des Vaters, aller Schöpfung voraus und ihr weit überlegen.
In Hebräer 1,3: Die ganze Herrlichkeit Gottes leuchtet in ihm auf. In ihm hat Gott sein innerstes Wesen sichtbar gemacht.
Um uns mit uns und mit unserem Gottesbild beschäftigen ist, dazu ist Jesus ein sehr guter Ausgangspunkt wie ihr seht, denn Jesus ist auf die Welt gekommen, um uns Gott den Vater zu zeigen. Das Herz des Vaters zu zeigen. Aber er revidiert auch nicht das Bild Gottes im eigenen Denken, sondern er bringt es quasi zum Schein. Mein Wunsch für euch ist, dass ihr euch in den nächsten Wochen aufmacht, Gott neu zu entdecken, ihn zu suchen aber nicht zu sagen, das Bild, was du von Gott hast, ist auf jeden Fall falsch. Nein, vielleicht hat es ja mit guten Erfahrungen im Leben zu tun. Es geht darum, uns bewusst zu machen: wir haben ein Bild. Das Bild hat eine Prägung, eine Brille. Es kann manchmal einseitig sein und das kann manchmal auch was mit unserem Selbstbild machen. Und ich habe in Seelsorgefragen oft erlebt, dass mein Selbstbild, was ich dort habe, sehr mit meinem Gottesbild zusammenhängt. Dass ich mich vielleicht selbst verurteile, dass es damit zu tun hat, dass ich vielleicht ein einziges Bild von Gott habe. Und es gibt ein paar Sachen, da würden wir das gern praktisch machen weil: wir haben eine tolle Gemeinschaft und wir können ja voneinander auch lernen und uns prägen lassen.
Angenommen, in den nächsten Wochen hast du Gott irgendwie neu entdeckt oder hast ein Bild von Gott neu entdeckt, dann teile das doch gerne im Gottesdienst. Erzähl davon vielleicht im Handy, auch wenn es vielleicht schwierig sein kann. Wir sind ja nicht nur zusammen, um gute Dinge zu teilen, sondern auch in schweren Dingen, das zu teilen. Ja, da sprichst du auch über die Sachen, die du entdeckst, mit deiner kleinen Gruppe drüber. Ja, es ist wichtig ehrlich dabei zu sein. Ja, nicht nur zu sagen, alles ist prima und alles ist gut, sondern zu sagen, ich suche seit drei Jahren nach Gott, aber der zeigt sich nicht. Ja, da ehrlich zu sein, miteinander, auch miteinander zu suchen. Dann würden wir gerne in unserer App eine Gruppe machen, wo ihr auch Sachen teilen könnt. Angenommen, ihr habt in der nächsten Woche eine gute Predigt gehört irgendwo über das Thema Gottesbild, dann stellt sie rein. Wäre schade, wenn die anderen nicht davon profitieren können. Also Dinge auch zu teilen. Wir überlegen auch, wir gucken doch, ob wir auch vielleicht in den nächsten Wochen einen speziellen Bibelleseplan auch machen, wo wir uns mit Gottes Bildern in der Bibel beschäftigen, wo du dann mal durchgehen kannst. Gott der Fels, Gott der Löwe, Gott der Retter, ja, wo wir uns einfach diese Bilder auch nach und nach zusammen anschauen. Das heißt, wir wollen das auch praktisch machen in den nächsten Wochen. Und vielleicht hast du ja auch gute Gedanken, die wir dazu weiterreichen können. He bring die mit rein. Wir sind ja eine Lerngemeinschaft, wo wir gemeinsam unterwegs sind. Ich möchte euch einfach eine Zeit geben, um jetzt ins Gebet zu gehen und für euch zu überlegen, was heißt das für euch so für die nächsten Wochen? Ja, was hat dich vielleicht heute beschäftigt? Auch zu fragen, hey Was möchtest du mir aufs Herz legen heute durch diese Predigt? Anschließend würde ich gerne mit euch zusammen beten.