Israel – das Volk Gottes

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Ist Israel noch das Volk Gottes?

Diese Frage beschäftigt bis heute die Gemeinde Jesu und führt oft auch zu heftigen Auseinandersetzungen. Das, was heute in und um Israel geschieht, wirft manche Fragen auf. Andererseits lesen wir im Römerbrief aber auch eine eindeutige Warnung an die Gemeinde Gottes gerichtet:

Römer 11, 17 – 24

Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums,
18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
19 Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde.
20 Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich!
21 Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen.
22 Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden.
23 Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann sie wieder einpfropfen.
24 Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wie viel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.

 

Im alten Testament, genauer in 1. Mose 32, 23 -32 finden wir eine geheimnisvolle Geschichte beschrieben, welche meiner Meinung nach etwas dazu sagt:
 
Jakobs Kampf am Jabbok. Sein neuer Name
23 Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und die beiden Mägde und seine elf Söhne und zog an die Furt des Jabbok,
24 nahm sie und führte sie über das Wasser, sodass hinüberkam, was er hatte,
25 und blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.
26 Und als er sah, dass er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt.
27 Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
28 Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob.
29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.
30 Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.
31 Und Jakob nannte die Stätte Pnuël; denn, sprach er, ich habe Gott von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben gerettet.
32 Und als er an Pnuël vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte.
33 Daher essen die Israeliten nicht das Muskelstück auf dem Gelenk der Hüfte bis auf den heutigen Tag, weil er auf den Muskel am Gelenk der Hüfte Jakobs geschlagen hatte.

 

Das Volk ist schon voraus gegangen. Jakob blieb allein zurück. Diese Begebenheit ist prophetisch.
Jakob, das ist Israel. Seine beiden Frauen und die beiden Mägde und seine elf Söhne das ist ein Bild für die Gemeinde Jesu. Der Mann, der mit Israel kämpft, ist Jesus. Er konnte Jakob nicht überwinden: Das Volk Israel hat Jesus abgelehnt. Die Gemeinde Jesu ist dem Volk Israel quasi schon vorausgegangen während Israel noch gegen Jesus kämpft (2000 Jahre). Gegen die Vorausgegangenen kämpft der Mann Jesus nicht, sie sind das Bild für seine Gemeinde, er kämpft mit Jakob (dem Volk Israel) um ihn zu überwinden und auch heimzuholen in sein Reich der Herrlichkeit. Jesus kann Jakob nicht überwinden weil Jakob nicht will und weil es im Reich Gottes ausschließlich nur Freiwillige gibt. Er schlägt Jakob auf die Hüfte und das Hüftgelenk verrenkt sich. Das heißt, er hinkt. Das Volk Israel hinkt seit ca. 2000 Jahren weil es zwar zu Gott steht, aber den ablehnt, den er gesandt hat. „Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an“ so sagt der Mann, der Jesus ist, zu Jakob. Das Volk Israel hinkt solange, bis der neue Tag Gottes anfängt. Israel kommt in seiner Gesamtheit zum Glauben an Jesus den Messias wenn die neue Zeit Gottes beginnt, denn dann ruft Jakob nach dem Segen Gottes. Das wird eine schwere Zeit für Israel sein und in ihrer Not werden sie zu Gott schreien und ihn um Hilfe anrufen. Bis dahin kämpft Israel mit Gott und Menschen und wird schließlich doch gewinnen, denn da sagt Jakob: „Ich lasse dich nicht wenn du mich nicht segnest.“ Er bekommt von Gott den neuen Namen Israel (d.h. Gott kämpft). Einen neuen Namen von Gott zu erhalten, das heißt: Du gehörst jetzt zu mir. Ich gebe dir einen neuen Namen, eine neue Ausrichtung, im Computer-Zeitalter würde man sagen: ein neues Programm. Jetzt kämpft nicht mehr Jakob gegen Gott, sondern Gott kämpft für Jakob (Israel). Deutlich wird das in der nachfolgenden Begegnung Jakobs mit seinem Bruder Esau. So segnet Gott Israel und gibt ihnen den Sieg (Segen) am Ende der Zeiten. Erst jetzt spricht Jakob: „Ich habe Gott von Angesicht gesehen und doch wurde mein Leben gerettet!” Danach geht Jakob an Pnuël ( übersetzt: Angesicht Gottes) vorbei und jetzt geht ihm die Sonne auf. Jetzt ist es hell geworden auch um das Volk Israel, das so lange gegen Jesus gekämpft hat. Der neue Tag Gottes ist angebrochen.
In unserer Zeit heute ist der neue Tag Gottes noch nicht angebrochen. Noch kämpft Jakob gegen Jesus, aber die Morgenröte zeigt sich schon. Der Tag steht kurz bevor.

 

Alle Verweise auf Bibeltexte mit freundlicher Genehmigung: Deutsche Bibelgesellschaft