Gottesbilder –

Vom Sinai nach Golgatha
Daniel Bäumner
Ev. Gemeinschaft Frankenberg, 06.09.2026

Das Video zur Predigt finden Sie hier

Ihr Lieben, wir sind aktuell in einer Themenreihe, in der wir uns damit auseinandersetzen, wie ist Gott eigentlich? Welches Bild habe ich von Gott und wodurch ist es geprägt? Darüber haben wir die letzten zwei Male schon nachgedacht in den Gottesdiensten. Und heute kommen wir zu einem neuen Thema. Das heißt vom Sinai nach Golgatha. Und wer sich das voll durchgelesen hat, hat vielleicht auch gedacht, worauf wird das heute hinauslaufen? Wer von euch kann sich vorstellen, worauf es hinausläuft? Als ich das diese Woche vorbereitet habe, habe ich mich zwischendurch auch noch mal gefragt, was hatten wir uns denn dabei gedacht? Aber dann kam es wieder. Und wir wollen heute Morgen drüber nachdenken.

Wir haben hier vorne einige Eigenschaften Gottes. Schaut ihr euch mal an und überlegt für euch mal bitte ganz kurz, welche dieser Eigenschaften findest du gut und welche machen dir vielleicht aber auch Sorge oder Angst? Oder gibt es sogar welche, wo du sagst, die würde ich gerne von den Eigenschaften Gottes vielleicht auch weglegen?  Unveränderlich, treu, Liebe. Heilig, ewig, gerecht, gnädig, allmächtig, barmherzig, geduldig und allgegenwärtig. Also welche der Eigenschaften findet ihr gut? Findet ihr alle gut? Wo sagt ihr vielleicht auch, wenn man ganz ehrlich ist, mit manchen Sachen habe ich vielleicht auch Bauchschmerzen? Und die nächste Frage wäre, welche der Eigenschaften würdest du eher im Alten Testament oder im Neuen Testament verankern? In der Bibel gibt es zwei Teile und am Anfang wird eine Geschichte beschrieben von Gott mit einem Volk und irgendwann kommt Jesus und wo würdest die einzelnen Eigenschaften vielleicht eher verorten oder verankern? Die Frage ist nämlich: ist Gott im Alten Testament eigentlich ein anderer als im Neuen Testament?

Wir wissen von Gott nur das was er von sich in der Bibel offenbart hat, deswegen ist es sehr gut in der Bibel zu lesen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man denken könnte, Jesus ist jetzt so ein bisschen der PR-Manager von Gott, weil Gott ist im Alten Testament vielleicht ein bisschen schlecht weggekommen. Na ja, und jetzt muss Jesus noch mal kommen, um uns das noch mal zu zeigen: nein, so war das gar nicht gemeint. Kennt ihr das vielleicht? Aber die Frage ist, wen sehen wir, wenn wir Jesus ansehen? Wir sehen Gott. Schaut euch mal zwei Bibelstellen an, was Jesus selbst über sich gesagt hat.

Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine, der selbst Gott ist und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist. (Johannes 1,18)

Und die ganze Herrlichkeit Gottes leuchtet in ihm, in Jesus auf. In ihm hat Gott sein innerstes Wesen sichtbar gemacht. Durch sein mächtvolles Wort sichert er den Bestand des Weltalls.(Hebräer 1,3)

Wenn du also wissen willst, wie Gott ist, schau Jesus an. Schau dir die Berichte von Jesus an. Schau Jesus ins Gesicht und du wirst Gott sehen. Aber was ich nicht gefunden habe, ist, dass Jesus gesagt hat, ich bin alle vier Evangelien diese Woche gründlich durchgegangen, ich habe nicht gefunden, dass Jesus gesagt hat „Sorry, ihr habt Gott irgendwie falsch verstanden. Also im Alten Testament ist er echt schlecht weggekommen. Jetzt komme ich und zeig’s euch nochmal. Sondern ja das ist, weil er ist die strenge Seite und ich bin die liebevolle Seite“. Das habe ich ehrlich gesagt nicht entdeckt. Das, was Jesus aber die ganze Zeit gemacht hat, ist, dass er gesagt hat: Der Vater und ich, wir sind eins. Und vor allem im Johannes-Evangelium. Hier, wenn ihr Lust habt, lest euch das Johannes-Evangelium mal durch. Nur was Jesus über die Verbindung mit sich und dem Vater sagt. Über 400 Mal spricht er im Johannes-Evangelium über den Vater. Wisst ihr, was Jesus dort sagt?

(Johannes 14,10-11) Glaubst du nicht, dass du in mir dem Vater begegnest? Was ich zu euch gesprochen habe, stammt nicht von mir. Der Vater, der in mir ist, vollbringt durch mich seine Taten.

Das heißt, Jesus ist das Ebenbild Gottes. Er ist aber nicht in die Welt gekommen als PR-Manager für den Gott im Alten Testament, sondern um zu sagen: Nein, zwischen mich und dem Vater passt kein Blatt Papier. Wisst ihr, wenn jemand sagt, oh, ich bin neu im Glauben oder ich habe Interesse am Glauben, womit soll ich denn anfangen, in der Bibel zu lesen? Meine persönlicher Ratschlag, das ist aber nur mein persönlicher Ratschlag, zu sagen: Schnapp dir eines der Evangelien von Jesus, über die Berichte von Jesus und schau dir an, wie Jesus ist. Jesus ist die Offenbarung Gottes. Also wenn du tief in das Herz Gottes sehen willst, lies die Berichte über Jesus. Kann ich dann den Teil davor einfach vergessen? Auf keinen Fall, weil ein Großteil von Jesus verstehst du nur, wenn du auch die Sachen im Alten Testament verstehst. Weil wenn ihr mal genau drauf achtet, worüber hat Jesus die ganze Zeit mit den Leuten geredet? Über die Sachen aus dem Alten Testament. Das heißt, wenn wir das Alte Testament nicht verstehen, dann denken wir manchmal, über was redet Jesus eigentlich die ganze Zeit? Eine kurze Kostenprobe.

Und Jesus erklärte ihnen die Worte, die sich auf ihn bezogen. Und Jesus erklärte ihnen die Worte, die sich auf ihn bezogen, von den Büchern Moses und den Propheten angefangen durch die ganze Heilige Schrift. (Lukas 24, 27)

Philippus wiederum traf Natanaël und sagte zu ihm: »Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz geschrieben hat und den die Propheten angekündigt haben. Es ist Jesus aus Nazaret, der Sohn Josefs.« (Johannes 1, 45)

Und dann:

Die Frau sagte zu ihm: »Ich weiß, dass der Messias kommen wird, der versprochene Retter. Wenn er kommt, wird er uns alles sagen.« Jesus antwortete: »Er spricht mit dir; ich bin es.« .(Johannes 4, 25-26)

Hey, ich habe davon 20 Stellen gefunden, wo es die ganze Zeit darum geht, wer ist Jesus, wer ist der Messias. Da gibt es also eine Predigt von ICF, ganz spannend. Die haben herausgefunden, es gibt 69.000 Querverbindungen in der Bibel zwischen Alten und Neuen Testament. Ich habe es nicht nachgezählt. Könnt ihr mal machen. Aber es gibt 69.000 Querverbindungen innerhalb der Bibel. Wenn du jetzt also sagst, ah, der Gott im Alten Testament, der kommt mir so streng rüber, den verstehe ich nicht, da lese ich nur Jesus und das Neues Testament, dann wird dir einfach vieles gar nicht aufgehen. Warum? Weil in der ganzen Bibel hin und her Dinge sich aufeinander bezogen werden. Ja, und Jesus tut das die ganze Zeit. Er spricht unter anderem immer darüber, welche Berechtigung habe ich als der Messias aufzutreten? Das nächste, worüber Jesus die ganze Zeit sprach, ist über das Gesetz von Mose und wie es anzuwenden ist, also die Bergpredigt und wir denken manchmal, ja das ist jetzt so das neue Gesetz von Jesus. Er beruft sich in diesen Diskussionen immer auf das Alte Testament und dann verschärft er sie ja noch. Er sagt ja, euch wurde gesagt Ehebruch, ihr könnt ihr euch dann scheiden lassen nach dem Gesetz von Mose. Jesus sagt aber Ehebruch beginnt aber schon wenn du jemandem begierigem Herzen anschaust. Dann sagt er: das Gesetz bei Mose, wie war das mit Mord? Jesus sagt, wenn du in deinen Gedanken schon schlecht über einen anderen denkst, ist es ja schon wie Mord. Ja, ihr seht also, Jesus diskutiert darüber und er verschärft die Sachen sogar noch. Aber er legt es irgendwie auch anders aus.

Wisst ihr, worüber Jesus noch die ganze Zeit diskutiert hat? Über die Sabbatgebote. Ja, wisst ihr, an welchem Tag Jesus am meisten Leute geheilt hat? Immer am Sabbat. Hat aber vorher auch das Gebot gegeben, am Sabbat ist ein Ruhetag. Die Leute hatten es aber irgendwie falsch verstanden. Er sagt, nein, nein, ich rücke das Gesetz von Mose mal ein bisschen gerade. Und dann gibt’s noch diese Stelle, wo sie eine Frau zu Jesus bringen und sagen: Wir haben sie beim Ehebruch erwischt. Sie muss doch nach dem Gesetz gesteinigt werden. Aber Jesus hat doch das Gesetz gegeben. Was tut er nun? Er sagt: Nein, nein. Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Er sagt also: schaut mal durch mich auf das Alte Testament und ich erkläre euch, wie die Gesetze eigentlich gemeint sind. Also Jesus bringt das Gesetz so neu zum Scheinen. Wisst ihr was ich für mich lerne? Es gibt so Stellen im Alten Testament, da habe ich ehrlich gesagt manchmal so ein bisschen Bauchschmerzen. Dann wirkt Gott so hart, so rabiat, so willkürlich. Und ich habe für mich gelernt, ich will es lernen, diese Sachen von Jesus her zu betrachten.

Wir haben hier vorne jetzt eine Brille, ja, weil wir gefragt haben, mit welcher Brille schaue ich eigentlich auf Gott und zu sagen, ich will auch mit mit der Jesusbrille auf das Alte Testament schauen weil, wenn ich Jesus betrachte, erschließen sich für mich manche Sachen im Alten Testament vielleicht ganz neu. Also Jesus ist die Brille, durch die ich auch das Alte Testament betrachten will. Von Jesus kommen, weil er die Offenbarung ist. Und ich habe so gemerkt für mich, wenn ich Sachen in der Bibel habe, vielleicht im Alten Testament, die ich nicht so verstehe, habe ich gemerkt, ich will nicht so festgefahren sein dass ich ein Bild im Kopfhabe und da packe ich das jetzt irgendwie rein, sondern zu sagen, ich möchte demütig sein. Meine Erkenntnis ist nur bruchstückhaft. Ich muss mich immer wieder neu prägen lassen. Auch zu sagen, mein Denken ist schon geprägt. Und wenn ich eine Stelle habe, mit der ich Probleme habe, nicht zu sagen: die Bibel zu, das finde ich doof, sondern zu sagen, okay, vielleicht reicht meine Kenntnis noch nicht, um das richtig einordnen zu können. Dann lege ich es ab in meinen gedanklichen Karteikasten, ja, und ich merke, je mehr und mehr ich lerne und verstehe, erschließen sich andere Stellen.

Ich war jetzt ein paar Mal in Israel und durch die Auseinandersetzungen mit Juden, die an Jesus glauben, wie sie Sachen verstehen, hat sich plötzlich manchmal für mich ein ganz neuer Horizont eröffnet. Wenn ich aber vorher gesagt hätte, finde ich doof, pack ich weg, hätte es das vielleicht gar nicht gegeben. Sondern immer wieder an diese Sachen auch rangehen und zu sagen, okay, vielleicht verstehe ich das jetzt noch nicht, vielleicht verstehe ich Gott noch nicht, vielleicht die Auslegung noch nicht, aber okay, ich bin am Lernen und ich will da einfach weitergehen. Und dann kam mir in dieser Woche ein Gedanke. Ich bin ja nicht ganz sicher, ob der so richtig ist. Ich will ihn trotzdem mit euch teilen, weil wenn wir zum Beispiel auch auf Gott blicken im Alten Testament und er vielleicht manchmal anders erscheint als Jesus ist. Und zwar, angenommen du hast einen Kumpel, der ist Polizist. Dann hat der Polizist eine Rolle, ja. Seine Rolle ist Polizist zu sein. Er ist Staatsvertreter. Das ist aber nicht die einzige Rolle, die die Person in seinem Leben hat, sondern vielleicht ist diese Person auch Ehemann und Vater, wahrscheinlich auch Kind von jemandem. Sehr wahrscheinlich. Und wenn du die Person jetzt aber nur als Polizist siehst, dann hast du vielleicht ein Bild von der Person. Das Bild ist auch nicht falsch, aber es ist vielleicht nur einseitig. Weil du die Person nur in einer, in der einen Rolle siehst. Wenn du ihn jetzt aber jetzt nur als Vater und Ehemann sehen würdest und gar nicht als Polizist, würdest du vielleicht auch denken, okay, die Person erscheint mir aber jetzt auch irgendwie komisch. Ja, und dieses Bild hat mir geholfen zu sehen, Wisst ihr, diese Eigenschaften, die wir hier von Gott sehen, das ist alles Gott. Aber Gott hat auch, man muss sagen, vielleicht verschiedene Rollen. Ja, Jesus stellt ihn als Vater vor, aber er wird auch als Richter beschrieben, auch als Schöpfer. Vielleicht auch mit diesem Bild, dass wir Gott nicht einfach nur irgendwo reinpressen können, sondern zu sagen, hat mir dieses Bild geholfen mit einem Polizist, der auch zwei unterschiedliche Rollen hat, vielleicht als Vater, aber auch in seiner Rolle als Polizist. Und dann hat mir das ein bisschen geholfen zu sehen, wenn ich manchmal Stellen habe, wo ich Gott nicht verstehe, aber zu sehen, vielleicht hat Gott manchmal ja auch quasi unterschiedliche Rollen.

Und jetzt kommen wir zum Titel vom Sinai nach Golgatha und ich versuche da ein bisschen zu erklären, wie mir dieses Bild dabei auch geholfen hat. Zwei Berge, die in der Bibel eine große Rolle spielen: Sinai, der Ort, wo der Bund geschlossen wurde zwischen Gott und dem Volk Israel, und Golgatha, was ja eigentlich gar kein Berg ist, nein sondern eine Müllkippe auf dem Berg Zion, Jerusalem. Der erste Berg ist Sinai. Was geschah am Sinai? Gott schließt einen Bund. Was ist ein Bund? Ein Bund ist eine Vereinbarung, ein Versprechen. Es gibt Rechte, es gibt Pflichten, es gibt Zusagen. Und an dem Sinai, mit wem wurde dort ein Bund geschlossen? Mit der Nachkommenschaft Abrahams. Und wie wirst dman Teil dieses Bundes? Durch Abstammung. Also nicht bedingt durch Freiwilligkeit sondern du wirst in diesem Bund geboren. Das bedeutet aber auch, dieser Bund, den Gott am Sinai mit diesem Volk geschlossen hat, da geht es jetzt hier nicht nur um eine Religionsgemeinschaft, sondern es geht um einen Staat, der entsteht. Es geht um ein Volk, es geht um eine ganze Menschengruppe. Das heißt, wenn wir uns so treffen als Menschen, die mit Jesus leben, sind wir trotzdem Teil eines Staates und Teil dieser Gesetze, denen wir dort unterworfen sind. Das heißt, dass, wenn Gott einen Bund hat mit diesem Volk und denen die durch Nachkommenschaft dazukommen, nicht durch Glauben, hat er vielleicht manchmal auch noch mal Gesetze, die wo das Volk oder das Leben dieses Volkes auch anders geregelt sein muss, ja, wo wir vielleicht manchmal drauf gucken und denken, was ist damit gemeint? Ja, das hat mit diesem Bund zu tun, den er mit diesem Volk quasi schließt. Warum schließt er diesen Bund?

Wenn ihr mir nun treu bleibt und auf mich hört, sollt ihr mein ganz persönliches Eigentum sein unter allen Völkern. Die ganze Erde gehört mir. Aber ihr sollt ein Volk von Priestern sein, das mir ganz zur Verfügung steht und mir ungeteilt dient. Das ganze Volk stimmt dazu. Wir wollen alles tun, was der Herr gesagt hat.(2.Mose 19, 5-8)

Das heißt, ihr seht, in diesem Bund, den Gott dort schließt mit dieser Nachkommenschaft, ist ein Privileg und eine Verantwortung drinnen. Das heißt, eine Beziehung zwischen Gott und diesem Volk. Menschen sollten Gott erkennen und die Gesetze, die gegeben wurden, waren dafür da, damit Reinheit, Schönheit und Heiligkeit bewahrt bleibt. Und wenn wir die Gesetze im Alten Testament anschauen, müssen wir auch immer gucken: Es ist erstmal für ein Volk gegeben, was gerade auch in der Wüste auf dem Weg ins gelobte Land ist. Da werden wir manche Gesetze vielleicht besser verstehen. Was ist jetzt der Punkt, wenn dieser Bund nun gebrochen wird? Löst Gott seinerseits nun diesen Bund auf, wenn das Volk den Bund bricht? Nein, denn von welcher Eigenschaft Gottes lesen wir hier? Von Gottes Treue. Das heißt, wenn das Volk den Bund gebrochen hat, hat Gott nicht gesagt: Okay, ich will mit euch nichts mehr zu tun haben, ihr seid hier Bundesbrecher, seid untreu, sondern er bleibt diesem Bund treu. Diese Geschichte im Alten Testament ist ehrlich gesagt wie eine Achterbahnfahrt. Wir haben ja den Kurs Bibelfit, sind jetzt gerade durch Josua Richter durch. Da denkst du, wow, diese Achterbahnfahrt ist ganz schön wild. Aber Gott hört mit diesem Bund nicht auf, weil eines seiner Eigenschaften Treue ist und er wirbt um Rückkehr. Und was ist nun das, was das Volk tun musste, wenn es unheilig war, wenn Fehler gemacht, wenn Sünden begangen wurden? Es gab ein Prinzip. Das Prinzip war Opfer. Das ist für uns erst mal ein komisches Prinzip, aber es hat nachher viel mit Dolmetscher zu tun. Warum brauchte es dieses Prinzip des Opfers? Damit Gottes Heiligkeit Genüge getan wurde. Gott ist heilig und er konnte diese Sünde nicht dulden. Aber Gott ist auch barmherzig und gnädig. Und es kommt in diesem Punkt zusammen. Da hatte Gott die Stiftshütte zu bauen befohlen. Und rund um die Uhr war in dieser Stiftshütte, der Altar. Und rund um die Uhr war das Feuer an und es wurde geopfert. Und wisst ihr, dann kam ein besonderer Tag im Jahr und dieser Tag kam nur einmal. Das war der Yom Kippur-Tag.

Sagt euch Yom Kippur etwas? Wird in zwei Wochen gerade wieder in Israel Yom Kippur-Tag. Das ist der größte jüdische Feiertag und es ist der große Versöhnungstag. Was geschah an diesem Tag? Der Hohepriester, der die besondere Aufgabe hatte, für das Volk einzutreten, bereitete sich vor, er badete sich, zog weiße Leinenkleider an, brachte Opfer für sich und seine Familie dar. Und dann wurden zwei Böcke genommen. Einer dieser Böcke war für den Herrn und einer dieser Böcke wurde in die Wüste hinausgeschickt. Der Hohepriester legte beide Hände auf den Kopf des zweiten Bockes, bekannte über ihm alle Schuld, alle Übertretung und Sünden Israels und dieser Bock wurde dann in die Wüste geschickt. Er trug symbolisch die Schuld des Volkes weg. Das heißt, die Sünde war getilgt. Und jetzt müsst ihr genau aufpassen: Diese Gesetze, diese Verpflichtungen, auch mit diesen Feiertagen und den Opfern, wurden wo gegeben? Am Sinai. Bei der Verkündigung dieses Bundes bei der Bundesversammlung quasi. Jetzt gibt es im Judentum neben der Bibel noch andere Schriften, unter anderem den Talmud. Hat jemand von euch schon mal den Talmud gelesen? Ich auch nicht. Aber heute durch Internet kann man einfach so darin forschen. Das ist echt gut. Und im Talmud wird über diesen Yom Kippur-Tag folgendes berichtet (Yoma 4,2): Jedes Jahr am Tempel,  dort hing ein roter Faden. Das ist jetzt nicht in der Bibel, sondern steht im babylonischen Talmud, da war ein roter roter Faden Und wenn dieser Bock in die Wüste geführt wurde, passierte etwas mit diesem Faden. Und dieser Faden wurde nun weiß. Das heißt, das Opfer war angenommen. Er soll sich als Zeichen der Sünde weiß verfärbt haben. Das war jedes Jahr so über Jahrhunderte, bis zu einem Tag. An einem Tag in der Geschichte. Und denkt daran, das steht jetzt nicht in der Bibel, das steht im Talmud. Es gab einen Tag in der Geschichte, da wurde dieses Band plötzlich nicht mehr weiß. Und es gab so eine Menora, wir haben hier so eine kleine hier vorne stehen, die stand im Tempel, die erlosch plötzlich. Und die Türen des Tempels öffneten sich plötzlich. Und es steht nicht in der Bibel, es steht im Talmud. Wisst ihr, an welchem Tag das war? 70 nach Christus. Jetzt müsst ihr ein bisschen rechnen. 70 nach Christus wurde der Tempel zerstört. Und dann steht, dass an einem Tag dieses weiße Band, dieses rote Band sich nicht mehr weiß verfärbt hat. Und wisst ihr, in welchem Jahr das war? 40 Jahre zuvor. Steht nicht in der Bibel, nein. Ich hoffe, ihr wisst das. Im Talmud. Wisst ihr, was 40 Jahre vorher war? Da ist Jesus gestorben. Jesus, das Ebenbild Gottes. Er wird auf einer Müllkippe hingerichtet. Golgatha war die Schädelstätte, eine Müllkippe, wo Menschen umgebracht wurden. Jesus das Ebenbild des Vaters, Gott durch den alles gemacht wurde, lässt sich an ein Kreuz schlagen und wird damit zur Vollendung. Gott hat die Geschichte, ja Gott hat mitten in die Geschichte der Menschheit was gestellt? ein Kreuz.

Gott gibt am Sinai einen Bund, in diesem Volk baut er ein Opfersystem ein zu Vergebung und Reinigung und in diesem System der Opferung und Reinigung gibt es einen Hinweis auf einen Tag, der kommen wird, der Tag, an dem Jesus am Kreuz hängen wird. Und ich sage euch, wenn ihr etwas von der Genialität Gottes verstehen wollt, wie Gott über verschiedenste Wege immer wieder den Weg nach Golgatha gebahnt hat, ist das Alte Testament sehr hilfreich zu verstehen, weil alles auf diesen Tag hingedeutet hat, vom Sinai, vom ersten Bund hin zu dem zweiten Bund. Gott bereitet im Alten Testament Schritt für Schritt einen Weg, und zwar nach Jerusalem, nach Golgatha. Und wenn du Jesus am Kreuz siehst auf Golgatha, dann siehst du, wie am Kreuz alle Punkte zusammenkommen. Dort hängt der Barmherzige, der Gerechte, der Heilige, die Liebe, der Treue, der Geduldige, der Allmächtige, der Allgegenwärtige. Er lässt sich an ein Kreuz hängen. An diesem Kreuz kommen Gottes Gnade und Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit zusammen. Und an diesem Kreuz wird alles für uns getragen. An diesem Kreuz wird Gottes Heiligkeit Genüge getan. Dass Gott der Richter ist, wird am Kreuz Genüge getan. Denn wer trägt nun das Gericht am Kreuz? Der Sohn Gottes selbst, stellvertretend für uns. Seine Gnade, seine Liebe, alles kommt an diesem Ort zusammen und es wird schon durch das Alte Testament ein Weg dorthin gebahnt . Deswegen ist es so gut, diese Sachen zu verstehen, weil du immer mehr die Tiefe verstehst, was dort passiert ist. Was sagte Jesus am Abend vor seinem Tod beim Passafest? (Lukas 22,20)

Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher mit Wein und sagte: Dieser Becher ist Gottes neuer Bund.

Seht ihr, hier ist wieder dieser Gedanke des Bundes. Gott ist ein Bundesgott. Er schließt einen Bund, wo er treu ist. Und wie wird dieser Bund nun in Kraft gesetzt? „Durch mein Blut, das am nächsten Tag für euch vergossen wird.“ Das heißt, den ersten Bund schloss Gott am Sinai und er führte nur hin zu dem nächsten Bund, den Gott schließen wird auf Golgatha. Und der Bund ist ein Versprechen, eine Zusage. Und wer stiftet diesen Bund? Gott, Gott selbst. Und als was stiftet Jesus, Gott, diesen Bund? Als der Hohepriester. Ich lade euch ein, euch zu Hause mal hinzusetzen und Hebräer sieben bis neun zu lesen. Und ihr werdet eine andere Art von Jesus noch mal kennenlernen. Und zwar als Jesus, den Hohepriester. Welche Aufgabe hatte der Hohepriester im Alten Testament? Einmal im Jahr durfte er an das Allerheiligste gehen in der Stiftshütte. Und was tat er noch einmal im Jahr? Er schickte diesen Bock in die Wüste. Nun wird Jesus als wer bezeichnet im Hebräerbrief? Als der Hohepriester. Ich habe euch zwei Stellen kurz hinausgenommen (Hebräer 7-9). Jesus ist der oberste Priester, den wir brauchen. Er ist heilig. An ihm ist nichts verwerfliches. Er hat keinen Fehler. Er sühnte die Sünden aller ein für mal, als er sich selbst zum Opfer brachte. Alle Eigenschaften Gottes finden wir wieder, wenn wir Jesus am Kreuz sehen als den Hohepriester. Jetzt aber ist Christus gekommen als der oberste Priester, der sein Opfer für uns in Gottes Augen wirklich vollkommen gemacht hat. Das sind jetzt nur zwei Verse aus drei Kapiteln, wo es nur darum geht, dass Jesus der oberste Priester ist, der diese Aufgabe im Alten Testament hatte und nun durch seinen Tod das endgültige Opfer vollbracht hat. Und als der Hohepriester hat er uns eingeladen, Teil seines Bundes zu sein.

Das Alte Testament zeigt Gottes Sohn treu. Diese Treue gilt dir. Und als der Hohepriester hat Jesus nun diesen Bund geschlossen. Es gibt aber etwas, was im Alten Testament und im Neuen Testament gleich bleibt. Auch im Alten Testament wolltest du einen gnädigen Gott, hast du einen gnädigen Gott bekommen. Wolltest du einen gerechten Gott, hast du einen gerechten Gott bekommen. Das ist aber auch das Gleiche, was im Neuen Testament sich nicht verändert hat. Gott hängt sich selbst an ein Kreuz, um für uns zu bezahlen und ist damit der gnädige Gott. Wenn ich ihn aber ablehne, kann ich auch den gerechten Gott haben. Jesus hat einmal gesagt:

Wer sich an den Sohn Gottes hält, hat das ewige Leben. Wer nicht auf den Sohn Gottes hört, wird niemals zum Leben finden, er wird den Zorn gerechtes Gottes nicht entgehen. (Johannes 3,36)

Das heißt, wenn wir das ablehnen, was Jesus getan hat, haben wir uns selbst gerichtet. Was machen wir nun mit diesen Dingen von heute Morgen? Wenn du Gott verstehen willst, wenn du verstehen willst, wer Gott ist, schau Jesus an. Schau in die Augen von Jesus. Nimm dir die Berichte von Jesus. Wenn du wissen willst, wenn du wirklich wissen willst, wie Gott ist, saug die Sachen von Jesus auf. Er ist das Ebenbild Gottes. Macht dich neu auf seine Schönheit zu entdecken. Vermittelt Jesus einen anderen Gott im Neuen Testament? Nein. Brauche ich nur das Neue Testament, um Gott zu verstehen? Besser nicht. Gott kommt selbst und stellt in der Mitte der Geschichte ein Kreuz auf. Das Alte Testament bahnt den Weg dorthin, um das in seiner Tiefe zu verstehen. Und am Kreuz kommen alle Eigenschaften Gottes zusammen und er verbindet es. Jesus ist nicht nur unser Freund, unser Herr, unser Retter, er ist auch unser Hoher Priester, der mit seinem Blut die Versöhnung gestiftet hat. Er schafft einen neuen Bund und zu diesem Bund sind wir eingeladen. Lasst uns einen kleinen Moment still werden und einfach auch für uns selbst beten, mal zu hören, was ist das Jesus, was du mir heute aufs Herz legen willst damit, was ist das, was du mir heute damit zeigen willst? Einen kleinen Moment, wo ihr für euch einfach auch ins Gebet gehen könnt oder hören könnt, was wird er euch sagen?

 

Siehe auch: Wer ist Jesus?
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