Den Bibeltext, um den es heute gehen soll, habt ihr schon gehört:
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66, 13)
Ich sehe mich um, ihr seid alle intelligent, ihr wisst, warum wir heute diesen Bibelvers haben. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Wenn ihr diesen Satz hört, dann löst das vielleicht das bei euch aus oder ihr seht die Situation vor euch, die vielleicht viele Menschen sehen, beobachtet haben, selbst erlebt haben. Ich muss jedenfalls immer an diese Situation denken:
Da hast du so ein kleines Kind, es läuft etwas schneller oder es fährt mit dem Fahrrad, die Stützräder sind gerade ab und zack, liegt es am Boden, stürzt, Knie vielleicht blutig und dann geht erstmal die Sirene los, komischerweise immer so zeitverzögert, so ein paar Sekunden, als müsste man erst kapieren, dass es weh tut und dann ab zu Mama. Oder die Mama kommt zum Kind. Und dann, so habe es ich erlebt, nimmt die Mama das Kind in den Arm. Meine Mutter hat dann immer noch gesagt, dieses „heile, heile Segen“. ach, das war ja irgendwie ganz komisch und frage ich mich heute, was das bewirken soll, aber es hat was bewirkt. Die Mutter hält das weinende Kind in den Armen wie eine Mutter tröstet und ich hoffe, jeder von euch hat oder hatte so eine Mutter die euch tröstet oder getröstet hat Aber jetzt sind wir hier keine Kinder mehr. Wie ist es denn dann mit dem Trost? Und wenn Kinder erwachsen werden, dann lassen sie sich auch nicht mehr so leicht trösten. Dann reicht ein „heile, der heile Segen“ plötzlich nicht mehr. Und in den Arm nehmen oder hochheben, ist schön. Aber die Kraft reicht nicht mehr bei der Mütter. Und manches ist auch peinlich, gerade uns Männern, wenn dann die Mama kommt und einen so … ah, weil wenn wir Probleme sehen oder vor Herausforderungen stehen, wer will denn dann so getröstet werden. Ich will eine Lösung haben ich will nicht irgendjemand der sagt „heile heile Segen“ und das war es dann. Da muss was passieren, da muss jemand etwas tun, da muss eine Lösung her sonst fühlen wir uns schnell vertröstet.
Wenn wir in die Welt gucken dann sehen wir, dass wir viele, viele, viele Lösungen brauchen. Es gibt so viele Krisen gerade Kriege, Auseinandersetzungen und wir erwarten, dass irgendjemand kommt und etwas tut und diese Krisen löst. Wir sind lösungsorientiert. Es muss was passieren, es muss einer was tun. Wir brauchen keinen Tröster. Wir brauchen jemanden, der anpackt und jemanden, der Lösungen anbietet. Und früher, die Älteren von euch wissen das vielleicht noch, gab es auch einen Slogan dafür: „Geht nicht, gibt’s nicht“. Ein bekannter Baumarkt. Geht nicht, gibt’s nicht. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in meinem Leben gehört habe. Wenn irgendwo was war, geht nicht, gibt’s nicht. Streng dich nur genug an. Denk genug nach. Setz dich ein. Hol dir die richtigen Leute, die richtigen Ratgeber. Hol dir die, die anpacken und was lösen. Und ganz ehrlich, da ist ja auch was dran. Ich finde es fürchterlich, wenn Leute, die etwas ändern könnten, die etwas tun könnten, nur so sagen, heile, heile sie, wird schon wieder. Anstatt die Ärmel hochzukrampeln und anzupacken. Und ja, man kann Leute vertrösten, weil man so bequem, so faul, zu was weiß ich was ist. Und trotzdem gibt es Situationen, die lassen sich nicht lösen. Da gibt es gerade keine Antwort drauf. Da stehen wir sprachlos davor und wissen nicht, was wir tun oder sagen sollen.
Geht nicht, gibt es nicht. Der Baumarkt ist inzwischen auch pleite. Manches kann man nicht mehr ändern. Und geht nicht, gibt es in manchen Situationen eben doch. Und dann muss man damit leben. Weil, wisst ihr, unser Leben ist kein Kreuzworträtsel. Kreuzworträtsel kann man lösen. Aber wir kommen in unserem Leben manchmal in Situationen, wo wir merken, da fällt dem Intelligentesten keine Lösung mehr ein. Wenn ein Fußballspiel verloren ist, von welchem Verein auch immer, ist es verloren. Da gibt es keine Lösung mehr, wie man das nochmal ändern kann. Und wenn eine Englischarbeit verhaut worden ist, dann ist sie verhauen. dann kann man nicht sagen, natürlich kann man es irgendwie wieder hinterher versuchen besser zu machen, aber verhaut ist verhaut. Und wenn ein Konflikt verfahren ist, lässt er sich manchmal auch nicht mehr lösen. Und wenn du, wie auch immer, zum Beispiel einen geliebten Menschen verlierst, gibt es da auch keine Lösung mehr dafür. Ich glaube, ihr kennt das als Gemeinde. Manches lässt sich nicht mehr lösen. Mit manchen muss ich leben. Und das geht auch nicht einfach weg. Es gibt Dinge die kann man leichter wegstecken aber manche, die gehen tief die wiegen schwer. Manchmal ist es so, dass ich sagen muss, ich kann es nicht lösen. Meine Fähigkeiten reichen nicht. Manchmal gibt es aber auch eine Situation, die ist unlösbar, zumindest für uns Menschen.
Wie gesagt, nicht alles lässt sich lösen und in diesen Situationen, da brauchen wir Trost. Zumindest die Intelligenten von uns. Die, die zugeben können, ja, es ist nicht gut gerade. Die es nicht auf die Seite schieben und verdrängen. Die nicht so tun, als wäre alles gut, obwohl es in der Seele brennt und schmerzt. Wie gesagt, wer das zugeben kann, der gehört zu den Klügeren. Denn Trost kann ich mir ganz schwer selber geben. Trost kommt in der Regel von außen. Das sind andere Menschen, die wir Trost geben. Und wenn ich getröstet werden will, dann fängt es mit dieser Einsicht an, dass ich jemanden brauche, der mich tröstet.
Trost, was ist das? Ich finde es total schwer, Trost zu definieren. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn mich jemand tröstet. Aber wie beschreibe ich das? Wie sage ich das? Und auch die Erklärung, die man so im Internet findet, ich gebe euch mal eine, die fand ich ganz schön. sondern Trost ist eine emotionale Kraft, die aus dem Außen kommt, in mein Leben, die hilft, mit Verlust, Schmerz oder Ähnlichem besser umzugehen. Es ist eine Kraft, die mein Gefühl erreicht, die mein Herz erreicht, die meine Seele erreicht und die mir die Kraft gibt, mit Dingen, die ich nicht lösen kann, umzugehen.
Trost nimmt das wahr, was da ist, tut nicht so, als wäre es nicht gewesen, verdrängt es nicht, es nimmt es wahr, aber Trost öffnet irgendwie auch den Blick nach vorne. Trost ist Kraft und Trost hat Kraft, Trost macht etwas. Ja denkt an das Beispiel vom Anfang mit diesem Kind, das läuft, hinfällt, die Knie bluten und ich glaube an diesem Beispiel können wir ein paar Aspekte sehen wie Gott tröstet, wie wir getröstet werden, wie Trost funktioniert. Das Kind fällt hin das Knie blutet. Das Problem kann man lösen Pflaster drauf oder wie auch immer, medizinisch kein großes Problem aber das reicht nicht die Sache zu lösen. Und das Kind will mehr als einfach nur ein, mach ein Pflaster rauf und gib Ruhe. Das Kind will Trost haben in diesem Augenblick. Und wie tröstet eine Mutter, und in Klammern, liebe Männer, ihr könnt das auch. Deswegen dürft ihr auch gern zuhören.
Wie tröstet eine Mutter in der Regel? Das Erste ist, die Mutter wendet sich ihrem Kind zu. Vielleicht ist sie gerade, als das passiert, mit einer Freundin im Gespräch oder viel wahrscheinlicher, tippelt irgendwo auf ihrem Smartphone rum heutzutage, ist irgendwie anders beschäftigt. Ja, und dann fällt das Kind hin und dann geht es einfach nicht, dass man weiter tippelt und sagt, wird schon wieder.
Einen echten Trost kann ich nur geben, wenn ich das, womit ich mich gerade beschäftige, auf die Seite lege und mich dem Kind oder diesem Menschen ganz zuwende.
Ich kann nicht zu meiner Freundin sagen, erzähl ruhig weiter und ich tröste irgendwie nebenbei mein Kind. Ist nicht so schlimm, Kleines. Ach ja, was hast du gesagt? Gib Ruhe, Kleines. Nein, sondern ich muss mich hinwenden, wenn ich trösten will. Die ganze Aufmerksamkeit gilt dem Kind. Eine Mutter, die tröstet, die wendet sich ihrem Kind voll und ganz zu in diesem Augenblick. Zuwendung, allein dieses Wort heißt ja, Zuwendung heißt, ich wende mich zu. Das ist eine aktive Sache. Man kann niemanden trösten und ihm gleichzeitig den Rücken zeigen. sondern ich schaue in sein Angesicht. Ich bin ganz da. Ich bin jetzt voll und ganz für dich da. Und dazu gehört dann ein zweites. Wenn eine Mutter tröstet, wer auch immer, die Mutter hört ihrem Kind zu. Das Kind kommt und sagt, aua Mama, das tut so weh. Dann sagt die Mutter, ja, ich weiß, woran das liegt. Und dann kommt ein medizinischer Fachvortrag, wie das mit Schmerzen ist. Würde jeder sagen, vergiss es, was soll das? Wer trösten möchte, hört zu. Auch beim tausendsten Aua. Denn zuhören signalisiert ja auch, ich bin jetzt da. Ich bin für dich da. Eine kleine Randbemerkung,
wenn es etwas gibt, was wir in unserer Zeit brauchen, dann sind es Menschen, die zuhören, die Zeit haben.
Ganz egal, ob die Mama alt oder jung ist, ob das Kind groß oder klein ist. Zuhören heißt, ich interessiere mich für dich, du bist mir jetzt wichtig. Und dann wird vorsichtig nachgefragt. und wenn man nachfragt, dann kommen neue Aussagen. Der Schmerz wird ausgedrückt, er kommt zur Sprache. Jemand hat die Möglichkeit, das zu sagen, was vielleicht in der Seele ist, wo ein Schmerz ist, den man noch nicht so wirklich fassen konnte. Aber jemand ist, der zuhört, der nachfragt und sagt, wie ist das jetzt eigentlich in dieser Situation bei dir? und die Tränen kommen raus, müssen raus, weil damit oft die Heilung beginnt. Also wer gut trösten möchte, muss gut zuhören können. Zuwenden und zuhören. Ich höre auf mich mit mir selber zu beschäftigen. Ich bin für dich da. Das Kind, das gestürzt ist, spürt in diesem Augenblick: ich bin nicht allein. Das Knie tut immer noch weh, aber ich bin nicht allein. Und es ist nicht egal, ob es mir weh tut.
Und dann kommt häufig noch ein drittes dazu. Die Mutter berührt dieses Kind. streicht über die Arme, macht das heile, heile Segen und bläst, nimmt in die Arme, wischt die Tränen von den Augen, wie auch immer. Denn wisst ihr, liebevolle und tröstliche Berührungen haben Wirkung, eine tröstende Wirkung. Der Mensch spürt die Nähe. Da ist jemand, der mir ganz nah kommt. Weil Berührungen, wenn sie liebevoll sind, auch die anderen übrigens, die bleiben nicht an unserem Körper hängen. Berührungen gehen in unsere Seele und sie verändern dort etwas. Sie erreichen uns ganz, ganz tief und sie lösen etwas aus. Sie können Halt geben und neue Kraft, Mut und Hoffnung. Ähnlich wie das auch gute Worte tun.
Und das ist das Vierte, das die Mutter leise gute Worte spricht. Mütter, die trösten reden nicht viel. Da kommt hoffentlich kein Wasserfall. Sondern es sind einzelne kurze Sätze. aber Sätze, die unser Innerstes erreichen. Und oft wiederholt man dann immer wieder die gleichen Sätze, wenn man jemanden tröstet, bis sie zum Kind durchdringen. Ist gut, ist gut. Vielleicht kennt ihr das immer wieder das Gleiche. Diese Worte haben Kraft, sie bewirken etwas. Die sind nicht gewaltig, die sind nicht großartig und trotzdem haben sie Kraft und langsam verändern sie was, kommen sie irgendwo an, sie trösten. Und ich hoffe, jeder von euch hat schon mal diese Art von Trost erlebt. Ich weiß auch, nicht alle Mütter sind gleich, nicht alle sind gleich begabt und nicht jeder hat oder hatte ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter. und außerdem sind wir ja auch schon erwachsen und haben uns von unserer Mutter entfremdet. Manchmal drehen sich auch die Rollen, dass nicht mehr die Mütter mehr für uns da sind, sondern dass wir mehr für unsere Mütter da sein müssen und dann bleibt doch immer noch die Frage, wer tröstet eigentlich mich? Hast du Menschen, die so mit dir umgehen? Bist du ein Mensch, der so mit anderen umgeht, die Trost brauchen? Dafür musst du nicht unbedingt Mutter sein. Dafür musst du nicht unbedingt eigene Kinder haben oder es nur den eigenen Kindern geben. Bist du so ein Mensch und hast du solche Menschen?
Und gleichzeitig sagt Gott selber, ich will euch so trösten. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Und das ist einer der wenigen Bibelstellen, wo die weibliche Seite Gottes betont wird. Und ich mag das, dass Gott sagt, ich bin eben nicht nur der Vater, sondern ich bin auch wie eine Mutter. Ich tröste euch. Denn Trost, wie gesagt, hilft uns damit umzugehen, wo wir keine Lösung haben. Trost gibt uns die Kraft, diese Situation auszuhalten. und manchmal sogar diese Situationen in Gutes zu verwandeln. Wer getröstet wird, kann mit Verlust und Schmerz besser umgehen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Wie ist das denn bei Gott? Gucken wir das doch nochmal durch. Wir lesen in der Bibel, Gott wendet sich dir zu. Wir glauben nicht an einen Gott, der uns den Rücken zudreht und sagt, Bleib mit deinem Problem, bleib mit deinem Leben, mit dem, was du hast. Löffel die Suppe selber aus. Gott ist nicht so beschäftigt und sagt, du, ich muss jetzt gerade hier das und jenes machen, habe ich jetzt gerade für dich keine Zeit. Im Gegenteil. Gott wendet sich uns zu. In Jesus Christus zeigt er dir sein Gesicht. Er sieht uns an in diesem Kind in der Krippe. in dem Mann am Kreuz, in dem Auferstandenen, der jetzt hier ist. Er wendet sich dir zu. Und übrigens in diesem Kapitel, wo dieser Vers steht, in Jesaja 66, da sagt Gott zu diesen Menschen, ich aber sehe auf den Elenden.
Es gibt bei vielen Menschen so einen Reflex wenn sie irgendwas Schlimmes an einem Menschen sehen, dem es schlecht geht, wegzugucken vielleicht kennt ihr das „oh nein, muss ich mich damit auch noch beschäftigen“ oder wie auch immer und Gott sagt, ich sehe den Elenden ich gucke hin ich sehe dich und wenn du vielleicht nach außen ganz cool und gelassen und erfolgreich aussiehst und in dir drin etwas verbirgst. Gott sagt, ich sehe das. Du musst es nicht verstecken. Ich übersehe auch die Elenden und die Unglücklichen, die Trauernden, die die Trost brauchen, nicht. Ich wende mich dir gnädig und freundlich zu, mit Augen voller Liebe. Und dann bin ich ganz Ohr für dich..
Und das war der zweite Gedanke. Gott hört dir zu. Wisst ihr, das klingt so banal, wenn ihr in christlichen Kreisen aufgewachsen seid, dann ist es selbstverständlich, dass ihr betet und Gott zuhört. Aber es gibt kaum eine Religion, in der du dir das nicht verdienen musst. Die Aufmerksamkeit eines Gottes durch ein Opfer, durch einen Priester, der vermittelt, durch wie auch immer, das ist eines der herausragenden Dinge des Gottes der Bibel, dass er Menschen zuhört, ohne dass du irgendwie erstmal dich reinigen, sonst irgendwas dergleichen machen muss. dass du hinkommen kannst Und dass er dir zuhört wenn du ihm sein Herz ausschüttest. Und es zieht sich durchs Alte wie durchs Neue Testament Lest in den Psalmen wie Menschen zu Gott kommen Das würden die doch, hätten wir das Buch der Psalmen nicht, wenn Menschen nicht überzeugt wären, dass Gott zuhört. Und auch in Jesaja lesen wir von Hiskia, dem König, der wurde schwer krank und er sagt, Ah, um Trost war mir sehr bang. sagt er, um Trost. Und dann sagt er zu Gott:
„…du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen“ (Jesaja 38,17).
Und Gott sagt ihm „ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen.“ (Jesaja 38,5)
Was für eine Zusage. Nicht von irgendjemandem sondern von dem Schöpfer des Universums. Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Zuwendung und Zuhören. Und so tröstet Gott bis heute Menschen. Und wir dürfen zu ihm kommen und sagen, Gott, ich brauche jetzt diesen Trost. Bei ihm können wir unser Herz ausschütten, zur Ruhe kommen, in der Hoffnung, dass der Blick Gottes uns erreicht. Und es braucht diese Zeiten, wo wir Gott unseren Schmerz hinhalten. Das geht auch nicht von jetzt auf gleich, so einmal beten und dann ist es weg. Manche Situationen sind so verfahren, dass wir immer und immer wieder mit diesem Schmerz zu ihm kommen müssen. Hier ist mein Schmerz, hier ist das nicht lösbare Problem, ich halte es dir hin. In der Hoffnung und Erwartung, dass Gott nicht nur zuhört und uns anguckt, sondern dass er uns eben auch berührt mit seiner Liebe, mit seiner Kraft, mit seinem Frieden. Dass diese Berührung in unserer Seele von Gott etwas in uns verändern. Ich glaube, dass auch das etwas ist, was Gott immer wieder tut, dass er unsere Seele berührt.
Das ist die Aufgabe des Heiligen Geistes. Wir lesen, dass er der Tröster ist im Johannes-Evangelium, den Gott senden wird. Dass er in uns lebt und unsere Seele berührt. Ich würde euch gerne genau erklären, wie das funktioniert, aber ich kann es nicht. Es ist ein Geheimnis. Irgendwie macht der Heilige Geist das, dass er unsere Seele in Kontakt bringt mit dem ewigen Gott. Und plötzlich Kraft, Liebe, Friede, was auch immer da ist. Und wir wissen das und glauben ja, dass Gott überall ist und dass er immer da ist. Aber dann gibt es diese Augenblicke, wo wir spürbar in diese Gegenwart Gottes treten. Das ist dieser Friede, von dem in der Bibel man die Realität sieht, dieser tiefe Friede. Und plötzlich ist er da. Er ist ein Geschenk. Es gibt keinen Knopf, auf den man drücken kann. Es gibt keine Lösung, wie das geht. Aber es gibt diese Augenblicke, wo Gott uns sanft berührt und uns tröstet, wie eine Mutter. und häufig hat es damit zu tun, dass es Worte des Trostes sind, die jemand zu uns spricht. Worte der Bibel, die unser Herz erreichen. Und auf einmal weißt du, dieser Bibelvers, der ist jetzt genau für mich. Dieses Lied, das wurde jetzt nur für mich gesungen. Oder diese Predigt war jetzt für mich. oder dieser Gedanke, den mir ein Freund weitergegeben hat, diese Karte, was auch immer. Und ich glaube, wenn wir Trost suchen, ist es gut, wenn wir unsere Herzen öffnen für sein Wort. Im Psalm 119, Vers 50, da liest man:
„das ist mein Trost in meinem Elend, dass dein Wort mich erquickt“.
Die Worte von Gott sind wie frisches Wasser für unsere Seele, eine Erquickung. Worte, die aufbauen und ermutigen, die Hoffnung geben und Zuversicht schenken, die Kraft geben, um das Leben neu anzupacken. Und manchmal ist es so, da kommen so Worte, du bist in einer Situation, wo du nicht weiter weißt, wo du in der Krise bist. Und dann kommt so ein Bibelvers angeflogen und es ist wie so ein Strohhalm, an dem du dich festhältst und du merkt, das ist ein Seil, das trägt. Und dann trägt dich dieses Bibelvers oder diese Liedstrophe eine gewisse Zeit. Krise kommt, Wort kommt. Irgendwann verblasst die Krise, vielleicht wird weniger. Und dann verblasst auch das Wort, vielleicht habt ihr das schon erlebt. Und irgendwann begegnet ihr diesem Bibelvers wieder und sagt, ach, dich kenne ich. Damals. Oder diesem Lied oder was auch immer. Gott tröstet, indem er zu uns leise gute Worte spricht. Diese Worte verhindern, dass wir untergehen. Und wisst ihr, egal was passiert in deinem Leben, in dieser Welt, in unserem Land, wir haben dieses Versprechen, an dem wir uns festhalten können, dass Gott sagt, nicht nur heute an Muttertag, ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Gott wendet sich dir zu. Gott hört dir zu. Gott will deine Seele berühren und dir leise gute Worte zusprechen. Frage ist, gibt es ihm die Chance dafür?
Amen.