Wer ist Gott wirklich? – 
Gottes Gerechtigkeit
Dominik Burk
Ev. Gemeinschaft Frankenberg, 18.10.26
Das Video zum Gottesdienst finden Sie hier

 

Wir beschäftigen uns ja schon länger mit der Themenreihe Wer ist Gott wirklich? Und der Predigttitel heute ist Gottes Gerechtigkeit. Und dazu schauen wir uns direkt zum Anfang mal zwei Begriffe an:  gerecht und gericht.

Gerecht. Das ist zum Beispiel was, was Menschen empfinden, wo eine gewisse Anzahl von Leuten sagen würde: Okay, das ist jetzt gerecht. Also bestimmtes Verhalten, bestimmte Moralvorstellungen. Ein Beispiel: Du gibst was und bekommst was. Also wir würden es als gerecht empfinden, wenn du in den Laden reingehst und nicht so wie der Typ aus der Geschichte vorhin das Brot klaust, sondern du nimmst das Brot und bezahlst. Du gibst was und du bekommst was. Gericht, wenn das jetzt nicht der Fall ist, wenn also Gerechtigkeit nicht herrscht, dann könnte ein Gericht nachträglich für Gerechtigkeit sorgen.

Miri hat es vorhin schon gesagt, ein paar Leute von uns sind noch im Italien-Feeling. Mir geht’s auch so. Wir sind am Donnerstagmittag zurück aus Italien. Und es gab mal eine Jugendfreizeit 2012 in Italien. Jetzt können sich mal diejenigen melden, die mit waren. Ich sehe jetzt noch nicht so viele. Ja, jetzt sind einzelne. Die schwunzelt schon. Das war eine interessante Freizeit. Hat auch ein bisschen was mit „gerecht“ zu tun. Als,o es wurde Geld bezahlt und man erwartet ja dann, dass man einen Freizeitraum kriegt, der für eine Jugendgruppe geeignet ist. Also für das Geld, was man bezahlt bekommt, man das Haus, Zimmer, Strom, Wasser, Räumlichkeiten für Gemeinschaftsveranstaltungen usw. Naja, das war 2012 nicht so. Strom und Wasser wurden manchmal über mehrere Stunden abgestellt. Räumlichkeiten, naja, also so viele, wie es im Prospekt beschrieben waren, waren es gar nicht. Gruppenraum gab es überhaupt nicht. Je nachdem, wo man sich im Haus aufgehalten hat, gab es unangenehme Gerüche. Dann gab es Katzen als Mitbewohner. Die haben dir, wenn es gut lief, nur in die Dusche gemacht. Vielleicht aber auch mal ins Bett. Es gab nur die Hälfte an Geschirr. Deswegen mussten wir in Etappen essen, Frühstück war nur auf den Fluren möglich weil es keinen Gruppenraum gab und morgens die Sonne schon auf den Balkon runtergebrannt hat. Man bezahlt was und kriegt sowas. Wir haben dann dort vor Ort mehrfach auf diese fehlende Gerechtigkeit hingewiesen. Damals gab es bei RTL so eine Sendung: die Urlaubsretter. Die wollten wir auch schon einschalten, hat sich letzten Endes nicht ergeben. Und das Thema, das geistige Thema unter dem die Jugendfreizeit stand, war im 2012: Was würde Jesus tun? Als wir in den Bus eingestiegen sind an dem Tag, als wir losgefahren sind, haben wir auch noch erfahren, dass wir die 400 bis 500 Euro Kaution auch nicht wieder bekommen. Entsprechend waren wir alle nicht begeistert. Man kann eher sagen ziemlich wütend. Ich weiß noch, wie ich mit den anderen die bei mir auf dem Zimmer waren zu Daniel Bäumer gegangen bin und gesagt habe: „Können wir jetzt nicht, wenn wir jetzt schon das Geld auch nicht wieder kriegen, irgendwie als Entschädigung entweder Geschirr oder irgendwas kaputtschmeißen? Das wäre doch jetzt gerecht. Und so ging es auch vielen anderen. Und ganz ehrlich: mit diesem „was würde Jesus tun?“ das stimmt zwar irgendwie, aber so richtig hat das für mich keinen Sinn ergeben.

Jetzt habe ich hier was in der Hand. Das ist, ja, Kuscheltier kann man jetzt nicht sagen, ein Kuscheljesus von meiner Tochter. Die guckt gerade zu, sie hat mir erlaubt das mal mit auf die Bühne zu nehmen. Also zu der Zeit war ich nicht aktiv mit Jesus unterwegs. Ich dachte mir, ja das ist wieder so ein Kuscheljesus. Was würde Jesus tun? Ja und Christen sind ja auch ein bisschen so kuschelig, weil: Jesus liebt alle und auch die Leute, die uns die Kaution nicht wiedergeben, ist voller Liebe für die Menschen. Ja schön, aber wo bleibt denn die Gerechtigkeit? Du hast da kein Wasser, keinen Strom, du hast nichts. Und die Jugendfreizeit ist mehr oder weniger Komplett schiefgelaufen, toll. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Was würde Jesus tun? Also mich hat damals richtig, richtig genervt. Und damals war mir der Fakt, dass Jesus auch für Gerechtigkeit sorgen wird, nicht so ganz im Kopf. Wir haben jetzt in der Themenreihe: „Wer ist Gott wirklich?“ schon öfters gehört: Gottes Wesen ist Liebe. Das stimmt. Aber zu seinem Wesen gehört eben auch Gerechtigkeit.

Manchmal tun wir uns ein bisschen schwer damit zu sagen: dass Gott nicht nur der liebende Vater ist sondern dass er auch Richter ist. Unser ganzer Glaube würde zusammenstürzen, wenn wir das Thema Gericht ausblenden. Das Kreuz hier hätte zum Beispiel gar keine Bedeutung meh denn dann müsste ja gar keiner für gar nichts bezahlen. Dann kannst du Ostern direkt streichen. Ganz ehrlich, wenn da einfach nur jemand gestorben ist, ohne dass sein Tod einen tieferen Sinn hat, dann streichst du Ostern weg. Dann könntest du auch Weihnachten streichen, weil warum soll man denn weltweit den Geburtstag von einem ganz normalen Menschen feiern? Da gibt es auch keine Hoffnung mehr, weil das Böse auf ewig schalten und walten kann, wie es will. Dann würde auch der Teufel, der ja der Urheber aller Ungerechtigkeit ist, auch nicht gerichtet und auch nicht vernichtet. Die Bibel, die hätte keine Relevanz mehr, weil sie für unser Handeln völlig egal wäre. Und wenn es dann noch einen neuen Himmel und eine neue Erde überhaupt geben würde, dann wüsste man gar nicht, ob es nicht genau so weitergeht wie hier auf der Erde. Klingt nicht so gut. Das Gute ist aber: Es wird am Ende durch ein Gericht für hundertprozentige Gerechtigkeit gesorgt.

Jetzt muss ich, bevor ich weitermache, noch darauf hinweisen: Das Thema über Gottes Gerechtigkeit, beziehungsweise Gericht ist umfangreich. In der Predigt hier kann ich nicht auf alle Details eingehen. Das nur so als Hinweis vorab. Und wenn ihr mehr dazu haben wollt, könnt ihr mich ansprechen beziehungsweise habe ich auch eine gute Buchempfehlung. Wir machen aber jetzt weiter. Ihr habt ja gemerkt, dass Gottes Gerechtigkeit, was auch der Predigttitel ist, für unseren Glauben schon wichtig ist, weil sonst alles zusammenstürzt.

Jetzt mal die Frage an euch: Wer von euch, ihr dürft euch gerne melden, hat schon einmal Unrecht erlebt? Ich habe eine Geschichte und zwar, das ist schon eine Weile her, da habe ich mich mal am Fußballspielen versucht. Ich habe das schon auf der Jugendfreizeit erzählt. Ich bin aber ziemlich talentfrei, deswegen laufe ich lieber lange geradeaus. Als ich noch Fußball gespielt habe oder es versucht habe, war ich mal im Zweikampf mit einem Gegenspieler und dann hat der nach dem Zweikampf ein Wort zu mir gesagt. Das ist ein Wort, also ich weiß gar nicht, ob ich noch eine krassere Beleidigung tatsächlich kenne. Ich kann es jetzt auch natürlich hier nicht sagen. Es ist auf jeden Fall ein heftiges Wort. Das hat mich so wütend gemacht und dann, so bisschen von ihm entfernt und habe ich ihm halt einen gewissen Satz zurückgesagt. Das war auch schon ein bisschen, wie soll man sagen, also jetzt nicht so ein ganz formaler Satz, aber selbst wenn es mir missfällt, ich habe schon gedacht, eigentlich hätte ich dem was ganz anderes zu sagen, denn was der gesagt hat ging wirklich richtig tief. Das Spiel war irgendwann vorbei und dann kommt in der Kabine unser Lieberbo Spieler aus der Abwehr auf mich zu und fragte: „Was hat er denn zu dir gesagt?“ Dies und das. „Da darfst du nicht mit dem reden. Da musst du beim Zweikampf, wenn du das nächste Mal hinter ihm stehst, dann gibst du ihm einfach ein Eisbein. Da hat er vier fünf Tage was von.“ Okay, war ja dann rum. Dann habe ich die ganzen Abende und die ganzen nächsten Tage gedacht: Warum ist mir entweder kein besserer Satz eingefallen oder ich hätte dem tatsächlich für das, was er gesagt hat, also ich kenne keine stärkere Beleidigung, hätte ich ihm aber ein richtiges Eisbein geben sollen. Und vielleicht kennt ihr das. Jetzt haben sich ein paar gemeldet, die Unrecht erlebt haben. Kennt ihr das, wenn euch das immer noch beschäftigt und ihr in einer Alltagssituation seid und werdet wieder an irgendeine Ungerechtigkeit von vor Wochen, Monaten oder Jahren erinnert? Mir ging zum Beispiel so, dass es immer wieder hochkam. Also selbst nachdem ich irgendwie zwei, drei Jahre kein Fußball mehr gespielt hatte, kam das immer noch wieder. Da ich hätte ihm Eisbein geben sollen, ich muss auch sagen in der Situation oder in den nächsten Tagen nach dem Spiel gedacht: Ja, jetzt kriege ich dsa irgendwie nicht mehr. Und wer weiß wann du das nächste Mal gegen ihn spielst. Aber man kann sagen: So in meinen Gedanken hätte ich ihm von Herzen alles Schlechte gewünscht. Ja, das sind Abgründe.

Die Bibel sagt, wir sind nach Gottes Ebenbild geschaffen. Man sieht das auch so ein bisschen, finde ich, am Verlangen nach Gerechtigkeit. Also jeder von uns, ihr habt euch ja jetzt auch gemeldet dass ihr Unrecht erlebt habt, jeder strebt ja irgendwie nach Gerechtigkeit. Gott ist gerecht und wir Menschen haben auch eine Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Ich hatte so in den letzten Monaten mal so ein Gefühl: Okay, sollst du vielleicht auch mal über das Thema predigen? Das passt jetzt ganz gut in die Predigtreihe, weil mich das beschäftigt. Ich das Thema Gerechtigkeit auch so am Arbeitsplatz mitkriege, oder halt auch durch Bekannte, denen Unrecht erfahren ist. Und interessant ist auch diese Frustration, wenn etwas Unrecht ist, das einfach so durchgeht. Du kennst das selber? Du denkst: Warum ist jetzt das Unrecht was Personen zustößt, warum wird das nicht geahndet? Warum geht das einfach so durch und gefühlt sind die Leute einfach fein raus und es passiert nichts. Die gute Nachricht ist: Wir kriegen Gerechtigkeit bei Gott. Jesus sagt das selbst in der Bergpredigt:

Glücklich sind die, Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, denn sie sollen satt werden (Matthäus 5, 6)

Und da gucken wir jetzt weiter drauf. Psalm 89,15:

Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste; Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her.

1. Gerechtigkeit und Gericht

Wir gucken uns die einzelnen Begriffe mal an. Gerechtigkeit. Gerechtigkeit kann man so beschreiben, dass Gott immer richtig und vollkommen handelt. Er verdreht nicht die Wahrheit. Ich würde sagen, ja klar, das stimmt. Ich muss aber ganz ehrlich und gerade heute auch sagen, wenn ich an manche Ereignisse denke oder das, was ich so mitkriege, dann tue ich mich wirklich schwer das mit vollem Herzen zu bejahen, dass Gott immer richtig handelt. Ich weiß, dass er richtig handelt, dass Gott gerecht ist. Aber ganz ehrlich: Bei manchen Situationen kann ich es von Herzen nicht bejahen. Das muss ich einfach sagen. Aber Gottes Gerechtigkeit ist ein Fakt. Da muss ich, auch wenn es mir schwer fällt, so gut ich es eben hinkriege, darauf vertrauen, dass er auch wirklich richtig und vollkommen handelt und das sogar immer.

Der nächste Begriff Recht: Gott schützt das Gute und stellt Unrecht letztlich zur Rechenschaft. Gott sieht zum Beispiel, was Menschen einander antun und er geht nicht einfach darüber hinweg. Es ist ihm nicht egal. Dann haben wir das Wort „Thron“. So, Gott ist der höchste Herrscher. Da gibt’s gkeinen drüber. Der, der das Universum erschaffen hat und alles, was darin ist, an ihn kommt keiner ran und keiner steht über Gott. Dann steht noch was von Grundfeste. Gottes Herrschaft wird von Gerechtigkeit und Recht getragen. Wenn man die jetzt wegnehmen würde, dann würde der Thron wackeln und seine Herrschaft wäre nicht zuverlässig. Wir kommen zu einem Bild. Ja, die Leute, die ab und zu schon mal Andachten oder Predigten von mir gehört haben, kennen das vielleicht. Ich benutze das gerne. Jetzt passt es wieder. Wir sehen hier ja zwei Klippen und da ist ein Graben dazwischen. Im Prinzip ist das das Evangelium was sogar auf dem Bierdeckel passen würde. Die Steuererklärun,g wie ein Politiker das gesagt hat, passt vielleicht nicht auf den Bierdeckel, aber das Evangelium passt da drauf. Also es gibt einen Gott, der ist hundertprozentig gerecht. Er schafft Menschen aus Liebe. Der Mensch ist aber ungerecht. Und weil Gottes Wesen Gerechtigkeit ist, kann es nicht sein dass er das zulässt, dass Unrecht irgendwo bei ihm Platz hat. Deswegen entsteht ein Graben und das ist auch ein Graben, wo man jetzt nicht einfach mit Anlauf drüber springen kann. Gott ist Gerechtigkeit und wir sehen im Alten Testament oft, dass Gott immer wieder für Gerechtigkeit sorgt. Zum Beispiel bei Adam und Eva, die mussten raus aus dem Paradies, aus dem Garten Eden, oder bei der Sintflut. Da wurde gerichtet und nur Noah und seine Familie wurden gerettet. Oder gucken mir weiter, wenn wir von den Propheten im Alten Testament lesen, sage ich mal: Hey Leute, kehrt um zu Gott, sonst gibt’s Gericht. Das waren jetzt ein paar Beispiele. Aber wisst ihr, was da jeweils vor den Geschichten, die ich gerade erzählt habe, auch war? Gnade und Treue! Adam und Eva, ja, die mussten aus dem Garten hinaus, aber sie haben Felle von Gott bekommen. Noah und seine Familie wurden gerettet. Also wurden nicht nicht alle gerichtet, da wurde eben Gnade ausgeführt von Gott. Und auch wenn Israel selten auf die Propheten gehört hat, blieb das Volk bestehen. Und von Gnade und Treue lesen wir auch im Psalm 89.

Wir kommen zurück zu dem Bild: Der Graben ist da und es wäre Unrecht, auf den Graben zu verzichten, weil Gott sich dann selbst widersprechen würde. Es muss jemand für das Unrecht einstehen. Es gibt zwei Optionen: Entweder jeder Mensch selbst, ist aber schwierig, weil der Mensch ja ungerecht ist, oder jemand anderes. Und da kommt das Kreuz ins Spiel: Jesus, er ist der Sohn Gottes und er lebt ein menschliches Leben. Seht ihr hier die Querverbindung an der Brücke? Im Gegensatz zu uns hat Jesus sich nicht gegen Gott aufgebäumt. Und deswegen kann Jesus für uns bezahlen. Jesus ist hundert Prozent schuldlos beziehungsweise hundert Prozent gerecht. Wir finden quer durch die Bibel ganz viele Beispiele, wo es um Gerechtigkeit geht. Hatte ich ja schon mal erzählt. Und dann geht es aber auch fast immer um Gnade, also darum das Gott vergibt. Und das alles, wenn man so die Bibel durchliest, findet seinen Höhepunkt in Jesus. Die Bibel sagt aber auch, es wird einmal ein großes Gericht geben und da muss jeder durch. Ich habe es ja schon mal am Anfang gesagt, dass wir jetzt nicht auf alle Details eingehen können zu den Gerichten. Fest steht, es wird ein Gericht geben. Ja und warum wird das geben? Weil in Gottes neuer Welt kein Unrecht Platz hat. Deshalb wird es erstmal ein Gericht geben, damit Gerechtigkeit geschaffen wird.

Wir kommen zum nächsten Punkt. Also so Gerichte bei uns Menschen, die sind ja, würde ich schon sagen, gut und auch natürlich wichtig, aber irgendwie auch begrenzt. Ich habe jetzt mal recherchiert, was nötig wäre, damit ein Richter vollkommen also zu 100 Prozent gerecht richten könnte. Ich lese das jetzt mal vor und ihr könnt für euch jeweils überlegen, ob das ein Mensch als Richter hinkriegt. Zum Beispiel:

  • Allwissenheit. Also der Richter müsste jedes Detail von allem wissen. Gedanken, Motive, die Vorgeschichte, Umstände und auch das, was tatsächlich wahr ist und was tatsächlich falsch ist.
  • Der Richter bräuchte perfekte Logik, also er müsste fehlerfrei die richtigen Schlussfolgerungen ziehen.
  • Er muss absolut objektiv sein, d.h. Er darf niemanden bevorzugen wegen Sympathie, wegen Einfluss, Vermögen, Macht.
  • Es bräuchte ein universelles Recht. Das bedeutet: Der Richter müsste über einen Maßstab verfügen, der für alle Menschen aus jedem Land zu allen Zeiten gilt.
  • Er bräuchte auch neutrale Empathie. Was bedeutet das? Er müsste die Perspektive und Situation jedes Menschen vollständig verstehen, also Mitgefühlt haben, aber trotzdem neutral bleiben.
  • Unbestechlich. Nichts darf den Richter von seinem Urteil abbringen: weder Geld, Macht, Drohungen, Beziehungen, Ruhm, Angst, politischer Druck, mediale Aufmerksamkeit. Nichts.
  • Dann Autorität auf der ganzen Welt. Der Richter muss das Recht besitzen, über jeden Menschen zu richten, in jedem Land.
  • Perfektes Strafmaß. Es reicht es nicht zu wissen für den Richter, derjenige ist schuld. Der Richter muss auch bestimmen können: Okay, welche Konsequenz ist für die Schuld angemessen?
  • Und es braucht eine übergeordnete Stellung oder übergeordnet für alle. Der Richter, der über alle Menschen richten soll, muss eine Stellung haben, bei der klar ist, dass er als der Richter über denen steht, über die er richtet.

So jetzt die Frage an euch: Kriegt das ein menschlicher Richter das alles, was hier steht, hin? Nein. Kriegt Gott das hin? Ja So ein vollkommen gerechtes Gericht kann nur durch einen Gott geschehen, der über den Menschen steht, durch einen hundertprozentig gerechten Gott, der sich auch hundertprozentig an seine Prinzipien hält und auch nur durch einen liebenden Gott geschehen, der die nötige Empathie zeigt. Das heißt: Im Gottesgericht wird keiner sagen können: „Das war ungerecht.“ Es gibt keine Fehler, es gibt keine fehlenden Beweise, es gibt keine Bestechung, es gibt keine Gesetzeswidrigkeiten. Alle Gedanken, alle Hintergründe, alle Umstände, jede Lebensgeschichte werden berücksichtigt. Und das wird das perfekte Gericht sein.

2. Gott richtet durch Jesus.

Philipper 2, 9-11:

Darum hat Gott ihn erhöht und ihm den Namen gegeben, der über alle Namen steht. Vor Jesus müssen einmal alle auf die Knie fallen, alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme wird zur Ehre Gottes des Vaters bekennen: Jesus Christus ist der Herr.

Hier steht schon drinn, es gibt keine Ausnahme. Du kannst noch so reich sein, du kannst noch so mächtig sein, noch so stark, was auch immer. Alle werden einmal auf die Knie fallen. Und ich glaube, das kann für Leute, die jetzt Jesus lästern, dann unangenehm werden. Denken wir an Donald Trump, der sich als Jesus darstellt, oder Jan Böhmermann kürzlich, der über Jesus hergezogen hat. Für die beiden, auch wenn sie mir jetzt nicht sonderlich sympathisch sind, ist es wünschenswert, dass sie vorher natürlich entdecken, wer Jesus wirklich ist. Aber jedes Knie wird sich beugen, auch die, die ihn jetzt noch lästern.

Johannes 5, 22-23:

Denn nicht der Vater spricht das Urteil über die Menschen. Er hat das Richteramt vielmehr dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, genauso wie den Vater. Wer aber den Sohn nicht anerkennen will, der verachtet auch die Herrschaft des Vaters, der er den Sohn gesandt hat.

Jesus ist zwar auch der Gute Hirte, dein bester Freund, deiner Erlöser, dein Vorbild aus dem Kindergottesdienst und vielleicht auch mal ein Kuscheljesus. Aber er ist auch Richter. Ich glaube bei dem Thema kann man so von beiden Seiten vom Pferd fallen. Also dass man entweder diesen Kuscheljesus zu sehr betont oder eher den Richter Jesus. Ich glaube auch, dass bei bestimmten Kirchen die eine Seite eher betont wird bei bestimmten Gemeinden vielleicht die andere. Jetzt könnte man ja fragen: Anstatt des Richters wird jetzt dessen Sohn eingesetzt? Geht das einfach so? Gibt es da nicht einen Interessenkonflikt? Antwort: Das geht tatsächlich und es gibt keinen Interessenkonflikt. Gott hat Jesus die Vollmacht gegeben und Jesus war auch Mensch. Das heißt, er weiß, wie es ist, Mensch zu sein und ist daher perfekt geeignet. Jesus ist aber nicht nur Mensch, sondern gleichzeitig auch Gott und deswegen ist er eben perfekt für das Gericht Gottes geeignet, weil er Gott selbst ist. Und Jesus war vollkommen gehorsam gegenüber dem Vater. Also blieb er auch, wenn wir jetzt an diesen Graben denken, auf der hundertprozent gerechten Seite. Das heißt, in Gottes Gericht richtet also jemand der

  1. allwissend,
  2. allmächtig und
  3. Gott ist.
  4. Es richtet auch jemand der über alle Menschen steht und vor dem sich jeder beugen wird ohne Ausnahme.
  5. Und im Gericht richtet jemand der aber auch versteht wie das Leben als Mensch ist mit seinen Herausforderungen, weil er eben auch selbst als Mensch hier auf der Erde bei uns war.

3. Freispruch durch Jesus.

Römer 3, 22-24:

Gott spricht jeden von seiner Schuld frei und nimmt jeden an, der an Jesus Christus glaubt. Nur diese Gerechtigkeit lässt Gott gelten. Denn darin sind die Menschen gleich: Alle sind schuldig geworden und spiegeln nicht mehr die Herrlichkeit wider, die Gott dem Menschen ursprünglich verliehen hatte.

Aber was sich keiner verdient kann, das schenkt Gott in seiner Güte. Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat. da könnte man ja jetzt fragen: Ist man dort freigesprochen, wenn man an Jesus glaubt? Ja, aber beisst ich das nicht mit der totalen Gerechtigkeit? Das ist auch wie so eine „du-kommst-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte“. Dies widerspricht der Gerechtigkeit nicht. Der Freispruch hier, der bedeutet nicht, dass die Sünde belanglos oder völlig egal wäre. Sünde wird ernst genommen und dafür muss bezahlt werden. Nur, dass hier jemand anderes dafür zahlt anstelle des Verursachers. Eben in dem Beispiel von dem Bürgermeister aus New York, der hat was bezahlt (Anspiel vor der Predigt). In unserem Rechtsystem kannst du zwar für jemanden seine Strafzahlung übernehmen, das geht. Aber jemand Unschuldigen anstelle eines Schuldigen zu bestrafen, das ist in menschlichen Gerichten so nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Ja okay, also jetzt nur Jesus? Hey warum nimmt Gott mich nicht an, ich bin doch eigentlich ein guter Mensch.Ein Beispiel dazu, das finde ich ganz treffend: Stell dir vor du warst Nachbar und weißt das ist ein guter Mitarbeiter in seiner Firma, der ist zuverlässi,g der arbeitet schon seit Jahren da, der setzt sich für die Firma ein,er spendet für wohltätige Zwecke, er ist netter Opa und seine Enkel sind auch gut geraten, er ist höflich die Hecke ist immer gut getrimmt, aber eines Tages erschlägt er seinen Arbeitskollegen! Dann wird das Gericht ja auch nicht sagen: Also er war ein netter Opa und höflich und die Hecke war getrimmt Weil er so gut war, darum ist dieser Mord egal. Und so ist es auch bei der Gerechtigkeit Gottes. Es muss einer bezahlen. Und das kann nur Jesus.

Eine kleine Herausforderung für euch: Wer von euch kennt den Film von Mel Gibson, „Die Passion Christi“? So knapp 20 Jahre alt. Der ist schon heftig. Ich habe das mal gemacht und das war das zweite oder dritte Mal, dass ich mir den angeschaut habe und habe dann als Challenge, als Herausforderung genommen: Okay, jede krasse Situation, die ich da sehe, da denke ich mir und das hat Jesus für mich und den ganzen Mist, den ich schon gemacht habe, ertragen. Jesus betet dort in Todesangst, das sieht man. Aber er macht weiter: für dich. Jesus wird von einem seiner besten Freunde verraten. Er macht weiter: für dich. Jesus wird vor dem hohen Rat verhört, bespuckt, geschlagen. Er macht weiter: für dich. Jesus wird von den römischen Soldaten ausgepeitscht. Das ist eine ziemlich lange und ziemlich drastische Szene in dem Film. Und er hält das aus: für dich. Jesus bekommt eine Dornenkrone auf seinen Kopf gedrückt. Er hält’s aus: für dich. Jesus muss das Kreuz durch die johlende Menge schleppen. Er trägt es weiter: für dich. Jesus wird gekreuzigt und stirbt: für dich. Ein Einsatz darf natürlich nicht fehlen: und Jesus aufersteht: für dich.

1. Korinther 3,14-15:

Hat jemand fest und dauerhaft auf dem Fundament Christus weitergebaut, wird Gott ihn belohnen. Geht aber sein Berg in Flammen auf, wird er seinen Lohn verlieren. Er selbst wird zwar gerettet werden, aber nur mit knapper Not, so wie man jemanden aus dem Feuer reißt.

Gut, wenn du jetzt das Geschenk von Jesus angenommen hast, dann wirst du freigesprochen. Wer das getan hat, der kommt auch ins Gericht, aber es läuft da etwas anders. Dank dem Freispruch, den du durch Jesus bekommen wirst, geht’s eigentlich mehr darum, was du getan hast. Das bedeutet: Wenn du jetzt an Jesus glaubst, dann sollst du ja auch Jesus ähnlicher werden. Dann sollst du ja auch so handeln wie er. Und in dem Gericht wird beurteilt, was du als Nachfolger von Jesus getan hast oder auch was du nicht getan hast. Jesus hat für dich bezahlt. Das ist klar und das nimmt dir auch keiner. Aber wenn du trotzdem immer wieder Verfehlung machst und nicht so handelst, wie Jesus es tun würde, dann verlierst du vielleicht Lohn. Vielleicht verlierst du ein Lob oder ein Dankeschön von Jesus. Danke schön, gut das klingt jetzt so im Vorbeilaufen: Ja, übrigens danke, dass du mich unterstützt hast. Ich glaube, das Dankeschön von Jesus ist kein normales Dankeschön, denn der Schöpfer des Universums, der für dich am Kreuz gelitten hat, für dich auferstanden ist, wenn der zu dir sagt: „Danke schön“ und lobt dich und wertet dich vielleicht sogar noch auf, das Dankeschön zu verpassen, oder wenig Dankeschön zu kriegen, wäre glaube ich, schade. Vielleicht hörst du auch von dem Guten, was du leider nicht getan hast. Vielleicht hörst du auch im Gericht, wo du als Christ eben nicht liebevoll gehandelt hast, wo du dazu berufen bist. Oder dir wird das Böse, was du hättest verhindern können, klar. Diese Vorstellung macht mich demütig, weil ich, ganz ehrlich, nicht so oft, nicht immer gute Werke tue. Ich bin zwar mit Jesus dabei, aber tu immer noch viele schlechte Dinge. Du wirst im Gericht nur deshalb freigesprochen, weil Jesus teuer für dich bezahlt hat. Ohne Jesus wärst du genauso verloren. Du könntest dich noch so anstrengen, das würde nichts bringen.

ALLES kommt einmal vor den Richter Jesus. Offenbarung 20, 11-12:

Ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß. Erde und Himmel konnten seinen Anblick nicht ertragen; sie verschwanden im nichts. Und ich sah alle Toten vor dem Thron Gottes stehen, die Mächtigen und die Namenlosen. Nun wurden Bücher geöffnet. Über alle Menschen wurde das Urteil gesprochen, und zwar nach ihren Taten, wie sie darin beschrieben waren. Auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Das Meer gab seine Toten zurück, ebenso der Tod und das Totenreich. Alle, ohne jede Ausnahme, wurden entsprechend ihrer Taten gerichtet.

Es ist interessant, die göttliche Anwesenheit. Die wird hier als so krass beschrieben, dass selbst Erde und Himmel dem nicht standhalten. Ich glaube hier bei uns auf der Erde, Erde und Himmel, die haben schon einiges hier auf der Erde gesehen, was wir Menschen so machen, was wir schaffen können. Und da waren ja auch schon mal große Sachen dabei oder gewaltige Dinge zu sehen. Aber das, was wir Menschen machen, das ist im Gegensatz zu Gottes Herrlichkeit, die hier beschrieben wird, nichts. Es gibt nichts Kraftvolleres, nichts Höheres, nichts Mächtigeres als den großen weißen Thron und dem, der darauf sitzt. Und es kommt alles vor Gericht. Alle Menschen und alle Taten, die anderen Schüler, die dich in der Schule wegen deines Aussehens gehänselt haben, der Lehrer, der andere Schüler aus Sympathie bevorzugt hat, die Leute, von denen du weißt, dass sie offen über dich lästern oder falsche Dinge über dich erzählen, der Kollege, der dich vor deinem Chef schlecht gemacht hat, Politiker und politische Parteien von ganz rechts bis ganz links, alle Staatsoberhäupter aller Länder, alle Zugehörigen von allen Religionen, Personen bei Medien wie Fernsehen, Zeitung usw. Steuerbetrüger, Sozialhilfebetrüger, korrupte Beamte, kriminelle Clans, Antisemiten, Kriegstreiber, alles was am 11. September, am 7. Oktober oder was von 33 bis 45 passiert ist, Terroristen, Verbreiter von Kinderpornografie, Bordellbetreiber und Menschenhändler. Jeder Betrug, jede Gewalttat, jede Respektlosigkeit, jede Verletzung, jede Sünde, jedes böse Wort, jedes Detail, jeder Mensch kommt einmal vor den Richter.

Mir macht das Hoffnung oder man könnte sagen, es ist Balsam für die Seele, wenn ich Nachrichten höre in denen von Unrecht berichtet wird oder wenn ich an Unrecht denke, dass mir widerfahren ist. Und ich habe erzählt, so Unrecht, wenn man das erlebt hat, kommt oft wieder hoch und es dauert eine Weile, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, aber man muss immer wieder vor das Kreuz kommen und sagen, Herr Jesus, ich habe da das Thema und diese Ungerechtigkeit, die geht mir so gegen den Strich. Ich will’s bei dir hinlegen und ich weiß, du wirst eines Tages richten. Und ja, vielleicht kriegst du auch deswegen, weil du halt weißt, okay, wenn es jetzt nicht in der nächsten Zeit da Gerechtigkeit gibt, dann auf jeden Fall im Gottes Gericht. Ja ist so eine Genugtuung weil, es wird einmal Gerechtigkeit geben und alles, was jetzt noch irgendwo ja versteckt ist, kommt ans Licht. Ich muss euch sagen also so ein bisschen freue ich mich tatsächlich aufs Gericht weil alles zur Sprache kommt, alle Ungerechtigkeit, aber ich bin auch ein bisschen angespann. Klar, Jesus hat für mich bezahlt, freigesprochen werde ich. Aber ich weiß nicht ob und wie viel Lohn ich bekomme oder ob es vielleicht auch nur für das Nötigste reichen wird.

Psalm 96, 11-13:

Es freue sich der Himmel und es jauchzt die Erde. Es brauset das Meer und seine Fülle. Es frohlockt das Feld und alles, was darauf ist. Auch alle Bäume im Wald sollen jubeln vor dem Herrn, denn er kommt, denn er kommt, die Erde zu richten. Er wird die Welt richten in Gerechtigkeit und die Völker in seiner Wahrheit.

Jesus ist auch ein Kuscheljesus, weil er dich über alles liebt. Aber Jesus ist auch der gerechte Richter, vor dem du und alle Menschen einmal stehen werden. Ich glaube, hätte ich das 2012 auf dieser Chaos-Freizeit in Italien schon verstanden, dann wäre der Frust vielleicht etwas geringer ausgefallen. Aber ich weiß, auch dafür wird es Gericht und Gerechtigkeit geben. Freu dich, weil das Unrecht, das dir widerfährt, eines Tages auf den Tisch kommt. Aber sei auch dankbar, dass du nur wegen Jesus selbst einen Freispruch bekommst für das Unrecht, das du getan hast.

Amen

 

Siehe auch: Wer ist Jesus?
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