Hilfe zur rechten Zeit

Im Mai 2018 fuhr ich, zusammen mit einem Kollegen, einen Sattelzug mit Hilfsgütern nach Nordmazedonien. Wir waren durch Ungarn hindurch und näherten uns der Grenze zu Serbien. Die Freude war groß, als wir sahen, dass wir an diesem Morgen die Ersten an der Grenze waren. Das hielt allerdings nicht lange an, denn als wir näher kamen wurde das Tor vor uns geschlossen. So standen wir da und warteten darauf, dass uns geöffnet wurde. Wir sahen den Grenzbeamten, wie er auf hinter dem Tor auf und ab ging, dann wieder für eine Weile in seinem Häuschen verschwand, wieder herauskam und sich eine Zigarette ansteckte und so weiter und uns anscheinend gar nicht beachtete. Die Schlange an LKWs hinter uns wurde immer länger bis nach ungefähr einer Stunde das Tor wieder aufgemacht und wir eingelassen wurden.

Kaum waren wir durch das Tor, mussten wir anhalten und man befahl uns auf den Parkplatz zu fahren, die Papiere zu nehmen und mit dem Grenzbeamten zur Polizeistation zu kommen. Wir fragten uns, was wir denn wohl falsch gemacht hätten, denn wir konnten uns keinen Reim darauf machen, erhielten aber keine Antwort nur Schulterzucken und dass wir uns in die Eingangshalle setzen und warten sollten. Beamte die an uns vorbeiliefen, gaben uns auf unsere Fragen nur die Antwort: „Grande Problem, Grande Problem!“

Die Zeit verging und nach etwa drei Stunden ging die Außentür auf und eine deutsche Polizistin kam plötzlich herein. Wir konnten es kaum glauben, was macht eine deutsche Polizistin an der Grenze zwischen Ungarn und Serbien?? Sie ging an uns vorbei ins Büro und es dauerte ungefähr eine halbe bis eine ganze Stunde bis sie wieder mit unseren Papieren herauskam. Sie gab uns die Papiere mit den Worten: „Sie können wieder fahren, es ist alles geklärt.“ Wir wollten natürlich wissen, was man uns denn vorgeworfen hatte, worauf sie uns erklärte das man uns der Mautprellerei bezichtigte. Was war geschehen?

Wir hatten eine Bescheinigung dabei, dass wir als gemeinnützige Organisation für diesen Transport keine Maut zu zahlen brauchten. Das muss immer jedes Mal extra beantragt werden. Nun hatte sich in dem Papier aber ein Druckfehler eingeschlichen, der das ganze ungültig machte, weil die angegebene Zeit nicht mit unserer Fahrzeit übereinstimmte, denn das Datum stimmte zwar, nicht aber die Uhrzeit. Da stand nämlich irrtümlich 0 Uhr statt 24 Uhr!  Darüber hinaus machte man uns ebenfalls dafür verantwortlich, dass zwei Wochen vorher auch ein Transport durch Ungarn gefahren wer, dessen Papier die gleiche Unstimmigkeit aufwies. Die hatte man aber nicht angehalten, weil der Fehler erst bemerkt wurde, nachdem sie Ungarn bereits wieder verlassen hatten. Dies alles konnte unsere Polizistin nach langen Verhandlungen aber aufklären.

Jetzt waren wir natürlich neugierig darauf, was eine deutsche Polizistin ganz offiziell an der ungarisch-serbischen Grenze machte. Daraufhin erklärte sie uns, dass sie bei Frontex, der europäischen Grenzschutzorganisation, arbeitet und genau in dieser Woche an diesen Grenzübergang, der ja auch die europäische Außengrenze markiert, abkommandiert war. Extra für uns? Unser Gott kann! Sie hätte ja zu der Zeit auch ganz woanders Dienst tun können denn die Beamten aus ganz Europa werden immer kurzfristig an einem anderen Grenzpunkt eingesetzt, sodass es wahrscheinlicher gewesen wäre, dass zu der Zeit ein Polizist aus irgendeinem anderen europäischen Land dort Dienst getan hätte. Dann wäre das allerdings anders ausgegangen.

Wir können nur darüber staunen, wie Gottes Timing funktioniert und wie sehr er auf uns acht hat. Er kommt nie zu spät und hat bereits eine Lösung für unsere Probleme bevor wir überhaupt wissen, dass wir ein Problem haben. Wir müssen ihm nur Vertrauen.

Herbert Adam

 

Möchten Sie diesen Jesus auch kennenlernen? Dann klicken Sie hier.
Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie mich hier kontaktieren.