Erfüllt leben mit dem Heiligen Geist – Das Leben das er schenkt
Andreas Latossek
Kirche am Bahnhof, Frankenberg, 02.03.2025

Das Video zur Predigt finden Sie hier

(In dieser Predigt wird der Vortrag vom vergangenen Sonntag erwähnt. Wer das möchte, kann sich das hier anschauen.)

Eine Kinderstundenmitarbeiterin hatte die Aufgabe, ihren Kindern am Sonntag die göttliche Dreieinigkeit zu erklären. Nach langem Grübeln kommt ihr ein genialer Gedanke. Sie kauft eine Laugenbrezel und zeigt sie den Kindern. So eine Brezel hat 3 Löcher. Alle gehören zu der einen Brezel. Sie zeigt auf das erste Loch und sagt: Das ist wie Gott, der Vater. Zeigt auf das zweite: Das ist wie Gott der Sohn und auf das dritte: Das ist wie Gott, der Heilige Geist. Eine Brezel, drei Löcher. Ein Gott, drei Personen. Beim nächsten Mal sollen die Kinder das ganze wiederholen. Die Mitarbeiterin hat wieder eine Brezel dabei und der kleine David meldet sich stolz: Das erste Loch ist wie Gott der Vater, das zweite wie Jesus der Sohn. Dann zeigt er  auf das dritte Loch, zögert ein bisschen und sagt: und das dritte Loch, das ist das Heilige Gespenst.

Das Heilige Gespenst.

Damit sind wir genau bei dem, was Thomas Penzel letzten Sonntag gesagt hat. Über Gott den Vater zu reden ist nicht so schwer, auch wenn das in unserer heutigen Zeit schon nicht mehr so üblich ist, intakte Familien und einen guten Vater zu haben. Aber wir wissen zumindest, was ein Vater ist. Jesus als Sohn geht auch. Alle hier in diesem Raum sind Söhne oder Töchter. Wenn wir in die Bibel schauen bekommen wir ein Bild von Jesus, wie er als Mensch war und wir lesen, wer ihn sieht der sieht auch den Vater. Der kann also Rückschlüsse auf das Wesen und die Art des Vaters ziehen. Aber für den Heiligen Geist fehlt uns eben diese Vorstellungskraft und wie Thomas gesagt hat, er ist nicht greifbar und auch das Wort Geist ist für uns von der Verbindung her eher negativ besetzt.

Nichts desto trotz haben wir letzte Woche gesehen, ist der Heilige Geist ein gleichwertiges Mitglied der Dreieinheit Gottes.Jesus spricht von einem anderen Helfer, auch das hat Thomas gesagt. Wir müssen uns das so vorstellen wie wenn wir zum Kaffeetrinken eingeladen sind. Es gibt Kuchen, wir essen ein Stück und dann nehmen wir ein zweites Stück vom gleichen Kuchen. So ist der Heilige Geist: ein anderes Stück vom gleichen Kuchen.

Er ist eine Person, er wird angesprochen, er spricht, er handelt wie eine Person und hat Eigenschaften einer Person.

Und er handelt nicht anders als der Vater und der Sohn. Und während im Alten Testament die Zeit des Vaters war und dann die Evangelien von dem berichten, was Jesus getan hat, sagt Jesus: Es ist gut, dass ich gehe, damit der Heilige Geist kommt. Und so ist es jetzt der Heilige Geist, der am Wirken ist. Vieles schreiben wir Jesus zu, aber in Wahrheit ist es der Heilige Geist.

Nochmal kurz: Was ist gut daran, dass Jesus nicht mehr da ist?

Jesus konnte nur an einer Stelle gleichzeitig sein, der Heilige Geist hingegen wohnt in jedem von uns. Gott ist also jedem von uns ganz nahe.

Die Liebe Gottes ist in unsere Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist“.

Römer 5,5

Wie gut, dass Gott und seine Liebe uns so nahe sind.

Das war jetzt ein bisschen Wiederholung von letzter Woche als Einleitung zu Beginn und für alle, die letzte Woche nicht dabei waren.

Weil der Heilige Geist so wichtig ist, deshalb wollen wir uns in unserer Serie verschiedene Aspekte, die Thomas letzte Woche alle schon kurz genannt hat, genauer miteinander anschauen. Wir werden über das Ziel sprechen, das der Heilige Geist mit uns hat, darüber, wie er uns verändert und Gottes Charakter, die Bibel nennt das Früchte, in unserem Leben entstehen lässt, die Gaben, die er uns schenkt, die Kraft und Befähigung zum Zeugnis geben, wie er uns im Alltag leitet und heute über das Leben, das er schenkt und da geht’s vor allem darum, wie wir den Heiligen Geist bekommen und was wir damit geschenkt bekommen.

 

  1. Der Heilige Geist wirkt bei der Umkehr eines Menschen

Ich möchte euch gerne mit hineinnehmen in eine Begegnung, die Jesus hatte.

Nachlesen kann man die Geschichte in Johannes Kapitel 3

Eines Nachts kam ein Pharisäer mit Namen Nikodemus zu Jesus, der zu den führenden Juden zählte. »Meister«, sagte er, »wir alle wissen, dass Gott dich gesandt hat, um uns zu lehren. Die Wunder, die du tust, beweisen, dass Gott mit dir ist.« Jesus entgegnete: »Ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.« »Was meinst du damit?«, fragte Nikodemus  – »Wie kann ein Mensch, wenn er alt geworden ist, noch einmal geboren werden? Er kann doch nicht in den Leib seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal auf die Welt kommen!«
Jesus erwiderte: »Ich sage dir eins: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes hineinkommen. Menschen können nur menschliches Leben hervorbringen, der Heilige Geist jedoch schenkt neues Leben von Gott her. Darum sei nicht erstaunt, wenn ich dir sage: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen, aber woher er kommt und wohin er geht, weißt du nicht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird. « »Aber wie kann das geschehen?«, fragte Nikodemus. »Du als Lehrer Israels weißt das nicht?«, entgegnete Jesus. […] Wie Mose damals in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss auch der Menschensohn erhöht werden,  damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.  Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.  Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten.  Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist damit schon verurteilt; denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist Gottes eigener Sohn. So vollzieht sich das Gericht an den Menschen. Das Licht ist in die Welt gekommen, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, weil ihr Tun böse war.  Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht; er tritt nicht ins Licht, damit sein Tun nicht aufgedeckt wird.  Wer sich jedoch bei dem, was er tut, nach der Wahrheit richtet, der tritt ins Licht, und es wird offenbar, dass sein Tun in Gott gegründet ist.«

 

Nikodemus war ein Pharisäer.

Das waren die Frommen der damaligen Zeit. Eigentlich lehnten sie Jesus ab. Aber Nikodemus ist trotzdem fasziniert von Jesus. Er merkt, dass da mehr ist als er hat. Irgendwas ist dran an diesem Jesus, der so kluge Sachen gesagt, so wunderbare Dinge getan hat. Weil Nikodemus aber nicht möchte, dass die anderen etwas mitbekommen, dass er sich doch zumindest mal selber ein Bild von Jesus machen möchte und nicht nur auf das vertrauen will, was die anderen sagen und was man so hört, geht er heimlich, mitten in der Nacht zu Jesus. Und was Nikodemus macht, ist total gut. Er verlässt sich nicht nur auf die anderen. Er geht direkt zu Jesus Und vielleicht ist da genau das, was auch für dich dran ist: direkt zu Jesus zu gehen. In der Bibel zu lesen, ihn darum zu bitten, dir die Augen für ihn zu öffnen, wenn es ihn gibt

Nikodemus beginnt das Gespräch und sagt: Was du tust zeigt, Gott ist mit dir.

Das ist ein kleiner Unterschied, denn Jesus ist ja Gott selber. Und Jesus, über den es kurz vorher heißt, dass er wusste, was in den Menschen war, er kennt Nikodemus. Er sieht seine Sehnsucht und er fordert ihn heraus:

Du musst von Neuem geboren werden, sonst kannst du das Reich Gottes nicht sehen.

Das bedeutet dreierlei.

  1. So wie du bist kannst du nicht sehen, was in der geistlichen Welt abgeht. Nikodemus, du siehst es nicht, weil du menschlich denkst.
  2. Du musst von neuem geboren werden, denn, das Reich Gottes zu sehen bedeutet auch, das was hier anfängt und sich in der Ewigkeit fortsetzt, das Leben in Gottes Gegenwart, da wirst du nicht dazugehören Und das bedeutet
  3. Nikodemus, du bist geistlich tot.

Das muss ein Schock für Nikodemus gewesen sein, denn er war ja ein geistlicher Führer seines Volkes.

Dem hat in Punkto Frömmigkeit keiner so leicht etwas vorgemacht. Der hat sich an das Gesetz gehalten und war in den Augen anderer ein guter Mensch. Die meisten von uns hier können nicht so viel vorweisen wie Nikodemus. Und all das reicht nicht, um zu Gott zu gehören? Das ist auch eine Ansage an all diejenigen, die regelmäßig in die Kirche gehen, die wissen, wie man als Christ redet und sich verhält, die überhaupt ganz viel wissen, aber denen das Wesentliche fehlt: Sie müssen von Neuem geboren werden. Jesus macht deutlich, dass unsere Schuld uns von Gott trennt, dass wir sie von uns aus nicht durch irgendetwas ausgleichen können, sondern dass es von Grund auf erneuerte Menschen braucht. Und das kann nur Gott tun.

Es hängt also nicht an uns und das ist das Schöne, denn ein Kapitel weiter in Johannes 4 wird uns eine Begebenheit beschrieben von einer Frau, die das komplette Gegenteil ist. Sie hat ihr Leben vollkommen vor die Wand gefahren. Und da würden wir vielleicht sagen, so jemand kann doch nicht zu Gott kommen. Oder wenn du dich so fühlst denkst du vielleicht: was habe ich Gott schon vorzuweisen. So kann ich nicht zu ihm kommen. Aber auch das ist kein Hindernis für Jesus, wenn es nämlich nicht an uns sondern an ihm liegt.

Wie aber geht das jetzt, das Neugeboren werden, das fragt ja auch Nikodemus.

Und Jesus klärt ihn auf: Es geht hier nicht um ein menschliches neu geboren werden, wieder ein Baby werden. Das geht auch ja auch gar nicht sondern Jesus spricht von einer geistlichen Dimension, einem neuen Leben, das der Heilige Geist schenkt. So wie beim Wind kannst du dieses neue Leben nicht sehen, aber du spürst die Auswirkungen im Leben derer, die dieses neue Leben empfangen haben. Er hat es selber zugesagt.

Hesekiel 36, 25-27: Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Götzen. Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.

Jesus sagt, er kommt als Licht in unsere Dunkelheit

Er kommt nicht, um uns zu richten, uns zu verurteilen für all das, was in unserem Leben schief läuft, sondern um uns Menschen zu retten. Wenn Jesus sagt, dass der Menschensohn erhöht werden muss, dann spricht er davon, dass er selber für unsere Schuld am Kreuz stirbt, um für uns zu bezahlen, die Trennung wegzunehmen, die dadurch zwischen Gott und uns steht, Vergebung und Versöhnung möglich zu machen.

 

Und dann sagt er: Offbenbarung 3,20:

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen.

Jetzt wird Beziehung möglich und das ist das größte Geschenk überhaupt. Gott selber möchte durch seinen Heiligen Geist bei uns einziehen, in uns leben, uns befähigen und uns verändern.

Ist jemand mit Christus verbunden, dann ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, Neues ist im Werden, heißt es im 2. Korinther 5,17

In diesem Augenblick schenkt der Heilige Geist dieses neue Leben, wovon Jesus mit Nikodemus gesprochen hat. Das Wasser ist ein Bild für die Taufe, in der wir symbolisieren, dass das alte Leben ohne Jesus vorbei ist und ein neues Leben mit Jesus beginnt.

Titus 4,3-6

4 Aber dann erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters. 5 Wir selbst hatten keine guten Taten vorzuweisen, mit denen wir vor ihm hätten bestehen können. Nein, aus reinem Erbarmen hat er uns gerettet durch das Bad der Taufe – das Bad, in dem wir zu einem neuen Leben geboren wurden, erneuert durch den Heiligen Geist.[1] 6 Ihn hat er in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter.

Aber Jesus sagt zu Nikodemus auch, dass es etwas erfordert, nämlich ins Licht zu treten, also seine Schuld anzuerkennen, bereit zu sein, sie einzugestehen und das Geschenk von Jesus anzunehmen.

Und er sagt auch, dass Menschen das Böse mehr lieben als Gott und indem sie ihn ablehnen, sich selber das Urteil sprechen.

Wir lesen in Johannes 6,44:

Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater.

Das ist aber keine Ausrede im Sinne von: Gott hat mich nicht gezogen. Nein, die Bibel macht deutlich, Gott will, dass alle ihn erkennen und deshalb zieht er alle. Diese Bibelstelle will nur sagen, dass wir keine Chance hätten, wenn Gott uns nicht sogar ziehen würde. Der Vater zieht, Jesus macht Vergebung und Versöhnung möglich und der Heilige Geist öffnet uns die Augen. Er bereitet Menschen vor, er leitet sie in alle Wahrheit. Er überführt von Schuld.

Johannes 16,8-9: Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben;

Wohl aber haben wir die Möglichkeit, abzulehnen.

Hebräer 3,7: Darum, wie der Heilige Geist spricht : »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.

Ich lade dich ein, wenn du das Ziehen des Vaters spürst und den Heiligen Geist, der dir das zeigt, dann verschließ dein Herz nicht sondern lade ihn in dein Leben ein!

Wir lesen nichts von Nikodemus Reaktion auf das, was Jesus hier sagt. Aber wir sehen, dass er später hilft, Jesus vom Kreuz zu nehmen und die Kirchengeschichte berichtet uns, dass er ein Jünger Jesu wurde. Wie sieht deine Antwort aus auf das Geschenk, das Jesus dir machen möchte?

Der Heilige Geist wirkt bei der Umkehr eines Menschen. Wir können das nicht machen. Wohl aber gebraucht er uns, um durch uns zu reden Und wir können und sollen für die Menschen um uns herum beten, dass der Heilige Geist ihnen die inneren Augen öffnet.

 

  1. Der Heilige Geist schenkt geistliches und erfülltes Leben

Was passiert, wenn der Heilige Geist bei uns einzieht?

Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?

Also wir sind ein Tempel für den Heiligen Geist. Der heilige Gott macht dich zu seinem Wohnort. Wow! Am Anfang hat Gott sich an den Tempel gebunden, wo er anwesend war, um den Israeliten dann deutlich zu machen, dass er viel größer ist als ein Gebäude, um schließlich durch den Heiligen Geist in den Menschen zu wohnen, die zu ihm gehören.

Wie können wir uns das vorstellen, wenn der Heilige Geist in unser Leben kommt?

Stellen wir uns vor, ein Luftballon ist ein Bild für einen Menschen. Kein schlapper Mensch, wobei auch bei uns manchmal die Luft raus ist, sondern ein gut gefüllter Luftballon. An diesem Luftballon wirkt eine Kraft. Das ist die Schwerkraft. Egal, was ich tue, wie hoch ich diesen Ballon auch werfe: Es gibt immer nur eine Bewegung: Nach unten. Das ist das Naturgesetz, dagegen komme ich nicht an.

Das ist ein Bild für unser unerlöstes Herz: Etwas in uns zieht uns von Gott weg, nach unten. Aus uns selber heraus können wir nicht zu Gott kommen, Sünde in unserem Leben zieht uns von Gott weg, sie trennt uns.

Was nun hat Gott getan??

Er hat das Naturgesetz der Schwerkraft nicht aus der Welt geschafft, aber er hat ein stärkeres Gesetz in uns hingelegt: das Gesetz des Auftriebs. Wenn ich Helium in diesen Ballon fülle, dann steigt er auf.

So möchte Gott seinen Heiligen Geist in uns bringen. Und jetzt bekommt der Ballon Auftrieb, der erneuerte Mensch bewegt sich nach oben, hin zu Gott. Gott zieht bei uns ein und er zieht uns zu sich. Gott kommt zu uns in unser Herz. Wir bekommen geistlichen Auftrieb, unser Leben eine Bewegung auf Gott zu.

Das erste was passiert, ist was Jesus Nikodemus sagt:

Du kannst das Reich Gottes nicht sehen. Auf einmal fangen Menschen an zu verstehen, die Puzzleteile finden sich zusammen, denn du bekommst eine geistliche Sicht. Der Geist führt in alle Wahrheit.

In 1.Korinther 2,10 heißt es, dass uns der Geist die Geheimnisse Gottes aufschließt. Ich bekomme eine neue Identität. Ich gehöre zur Familie Gottes. Erst der Geist Gottes lässt mich zu Gott Abba Vater sagen Römer 8,15

Jesus nennt den Heiligen Geist den Parakletos, den Fürsprecher, den Tröster, den Beistand, den Helfer. Er kennt unsere Gedanken, er weiß genau, wie es dir gerade geht. Er weiß, was du brauchst. Er erforscht dich und ist wie ein guter Seelsorger. Die Bibel sagt uns, dass der Heilige Geist unsere Gebete übersetzt. Wir versuchen Gott gegenüber mit unseren besten Möglichkeiten zu beten aber manchmal, vielleicht kennt ihr das auch, da hat man das Gefühl, man kann gar nicht in Worte ausdrücken, wie man sich gerade fühlt, was man braucht, was man sich wünscht. Und der Heilige Geist, der weißt das genau und übersetzt das dann. Ich finde das unheimlich beruhigend. Und umgekehrt kennt er den Plan Gottes so gut, dass er ihn uns übermitteln und aufschließen kann. Er lehrt uns, er zeigt uns die Wahrheit, er zeigt uns, wie Gott denkt und er erinnert uns an das, was Jesus gesagt hat. Er führt uns, er begabt und befähigt uns und er ermutigt und korrigiert uns. Er gebraucht uns und redet durch uns. Dazu müssen wir nicht alles verstanden haben. Das hatte Petrus auch nicht, als er seine Pfingstpredigt gehalten hat. Aber der Heilige Geist redet durch ihn hindurch. Er verändert mich in das Bild Jesu. Er bringt den Charakter Gottes in mir zum Vorschein

Er gibt mir übernatürliche Gaben. Durch ihn kommt das erfüllte Leben in der Verbindung zu Gott zu mir, das Gott mir versprochen hat. Es ist aber nicht nur das Leben hier, das er schenkt, sondern auch:

 

  1. Der Heilige Geist gibt uns Sicherheit auf das ewige Leben bei Gott.
In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.

 

Der Heilige Geist ist das Siegel aus dem Himmel und die Garantie auf den Himmel.

Gott sagt: Du bist mein. Er versichert dir seine Liebe. Es ist wie bei manchen Gangs. Da begegnet dir jemand mit einem Tattoo, das die Zugehörigkeit zu einer Gruppe signalisiert, und du siehst das und denkst dir, den rühre ich lieber nicht an. So gibt Gott den Heiligen Geist als sein Siegel, nicht als Drohung, aber als ein Zeichen.

So ein Siegel zeigt auch die Echtheit eines Produktes auf. Wir kennen ja sowas wie Gütesiegel. So sagt Gott, ja, du bist wirklich Kind Gottes. Und es ist wie ein Pfandsymbol bei einer Flasche, dass er dich wirklich zurücknehmen wird.

Im Römerbrief lesen wir:
Römer 8,16: Gottes Geist selbst gibt uns die innere Gewissheit, dass wir Gottes Kinder sind.
Jetzt ist es aber so, dass nicht alle diese Gewissheit auch wirklich spüren.
Bei einem Freund von mir ist das so. Wir haben uns dann zusammen hingesetzt, er hat sein Leben in meiner Anwesenheit nochmal ganz bewusst mit Jesus festgemacht und ich habe ihm eine Urkunde darüber ausgestellt, die er sich auf seinen Schreibtisch gestellt hat.

Die Gewissheit, ich bin sicher, woher weiß ich das denn? Aus dem Wort Gottes, aus dem, was Gott mir sagt. Dem muss ich glauben, dem darf ich glauben, manchmal auch entgegen meiner Gefühle. Das bedeutet ja glauben, dass ich mich auf Gottes Wort berufe. Und manchmal, im Rahmen meiner Predigt über Zweifel habe ich ja schon Corrie ten Boon zitiert, manchmal muss ich meinem Glauben Nahrung geben, damit mein Zweifel verhungert. Also ich muss auch wirklich Gottes Wort nehmen und darin lesen, damit es mich erfüllt.

Wenn du dir unsicher bist, ob du von neuem geboren bist, dann nimm dir doch eine Person hier aus der Gemeinde und mach es mit Jesus und dieser Person gemeinsam fest. Und dann lass dich doch taufen als ein Zeichen dieser Entscheidung und vor vielen anderen Menschen, die das dann bezeugen können.

Als letztes deshalb noch die Frage, wann genau bekomme ich eigentlich diesen Heiligen Geist?

 

  1. Wann bekommen wir den Heiligen Geist
In Epheser 1,13 haben wir gerade schon gelesen, heißt es:
In Jesus Christus seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist.

Also die Epheser haben die Botschaft von Gottes Rettung gehört und wir haben schon darüber gesprochen, was Glaube heißt: Die Vergebung meiner Schuld, die Jesus am Kreuz bewirkt hat und Versöhnung mit Gott anzunehmen und dann dass Glaube an Jesus mehr ist als eine Entscheidung für eine richtige Lehre, sondern es geht im christlichen Glauben um eine Person, der ich folge und dem ich vertraue.

Hinter dem Wort Glaube im griechischen steht immer die Bedeutung von Vertrauen und bei Vertrauen geht’s um Beziehung, die zu leben, Gott ernst zu nehmen, auf ihn zu hören und dann auch zu tun, was er sagt. Und wenn ich das von ganzem Herzen will und mich dafür entscheide, dann bekomme ich auch den Heiligen Geist. Manche erleben diese Erfüllung mit dem Heiligen Geist auf eine besondere Art und andere merken nichts. Gott hat aber zugesagt, dass jeder, der glaubt, auch mit dem Heiligen Geist erfüllt wird. Das heißt, wir können darauf bauen, egal ob wir das durch ein besonderes Erlebnis spüren oder nicht.

Jetzt gibt es  Menschen, die sich fragen, warum sie so wenig mit dem Heiligen Geist erleben.

Und ich glaube, es ist gut, sich nach mehr auszustrecken, ich habe auch diese Sehnsucht. Zunächst mal müssen wir beim Lesen der Apostelgeschichte ein Stück aufpassen, ohne dass ich Gott jetzt in seinen Möglichkeiten einschränken möchte. Denn da entsteht ja beim Lesen manchmal den Eindruck, da passiert jeden Tag ein Wunder.  Und es wird davon ja auch in fast jedem Kapitel berichtet. Aber eben von ganz verschiedenen Orten und manchmal steht in einem Kapitel auch in einem Satz, dass Paulus drei Jahre in Ephesus blieb, also da auch eine ganze Zeit dazwischen liegt.

Ich bin sicher, dass viele von uns hier schon Wunder erlebt haben, manche haben davon auch schon berichtet. Wir sollten uns also nicht davon entmutigen lassen, wenn wir nicht ständig etwas mit Gott erleben. Gleichzeitig glaube ich auch, dass wenn wir uns mehr auf den HG einlassen und damit auf Gott, und ihm zutrauen, auch heute noch Wunder zu tun, dass auch wir noch mehr in dieser Hinsicht erleben können und werden. Wir sollten den Heiligen Geist aber auch nicht beschränken auf diese spektakulären Erlebnisse, Zeichen, Wunder, Übernatürliches. Der Heilige Geist ist aber viel mehr als nur diese äußeren Auswirkungen. Manches geschieht in jahrelangen Prozessen. Bekehrung, Veränderung. Anderes geht schneller, das er mich tröstet, mich führt, durch mich zu anderen spricht und auch zu mir persönlich. Wenn ich ihn nicht darauf reduziere, dann muss ich sagen, dass ich viel von ihm erlebe, nur vielleicht nicht immer so deutlich.

Trotzdem entstand über dieser Frage, warum manche Menschen so wenig mit dem Heiligen Geist erleben und aus dem Erleben von Menschen eine Lehre, dass ich mit dem Heiligen Geist in zwei Stufen erfüllt werde.

Zum einem, wenn ich mein Leben Jesus anvertraue und dann gibt es noch ein zweites Ereignis, das auch als Taufe mit dem Heiligen Geist bezeichnet wird, das dich zum Dienst befähigt, wo du ausgerüstet wirst mit besonderen Gaben. Und das Zeichen dafür ist die Gabe, in einer fremden Sprache reden zu können, die der Heilige Geist wie an Pfingsten den Jüngern schenkt.

Ich möchte das gerne mit euch anschauen, weil manche sind davon so verunsichert, dass sie denken, sie sind Christen zweiter Klasse und beten und beten und es passiert nichts und sie sind dann total frustriert und fragen sich, ob Gott sie wirklich liebt, ob das ausreicht, was sie in ihrem Leben haben.

Das Neue Testament kennt unterschiedliche Begriffe für den Empfang des Heiligen Geistes. Das ist das Kommen des Heiligen Geistes, die Ausgießung des Geistes in Apg. 2 und der Begriff der Gabe des Heiligen Geistes, das nichts anderes sagt, als dass der Heilige Geist ein Geschenk von Gott ist, die Salbung und Versiegelung mit dem Heiligen Geist und auch die Taufe im Heiligen Geist, von der zum Beispiel Johannes der Täufer spricht. Sie sind alle Begriffe für ein und dasselbe Ereignis. Das ist das, was die Jünger an Pfingsten erleben. Der Heilige Geist kommt, er wird von Gott ausgegossen, von ihm geschenkt.

Die, die von einem zweiten Ereignis sprechen, machen das an vier Bibelstellen fest:

  1. Manche sagen, Pfingsten war für die Jünger ein zweites Füllen mit dem Heiligen Geist, denn Jesus hatte sie zuvor schon einmal angehaucht und gesagt, sie sollen den Heiligen Geist empfangen (Johannes 20,22).

Jesus hatte aber auch gesagt, dass er erst gehen muss, bevor der Geist auf sie kommt. (Johannes 16,7) und Johannes selber schreibt an einer Stelle als Erklärung:

Das sagte Jesus aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht (Johannes 7,39)

Der Geist kam also erst nach der Himmelfahrt Jesu, als er verherrlicht wurde. Dieses Anhauchen war also eine Symbolik für ein späteres Ereignis, das an Pfingsten eingetreten ist.

 

  1. Die Bekehrung von Paulus. Apgostelgeschichte 9

Paulus verfolgt die Christen, als ihm Jesus auf dem Weg begegnet. Er sagt ihm, dass Paulus nach Damaskus gehen soll und dort erfahren wird, wie es weitergeht. Als Paulus aufschaut, ist er erblindet. Jetzt kommt Hananias, ein Jünger, dem Jesus den Auftrag gibt, zu Paulus zu gehen und für ihn zu beten und dabei wird Paulus mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Manche sagen, das ist das zweite Mal, denn er ist schon vorher auf dem Weg zu Jesus umgekehrt. Wörtlich heißt es aber, als Hananias für ihn betete:  Sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen. Es fiel von seinen Augen wie Schuppen ist nicht nur eine Bezeichnung dafür, dass er wieder sehend wurde, sondern auch, dass er innerlich sehend wurde und Jesus erkannt.

  1. In Apgostelgeschichte 19 geht es um zwölf Nachfolger von Johannes dem Täufer.

Paulus kommt da hin und fragt sie, ob sie schon den Heiligen Geist empfangen haben. Auch wenn sich ihr Lebensstil nicht groß von dem der Christen unterschied, kam dabei aber heraus, dass sie nicht Jesus nachfolgten sondern sich hatten taufen lassen als Folge dessen, was Johannes der Täufer erzählt hatte.

Apgostelgeschichte 19,4: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. Sie hatten also Buße getan, waren aber nicht auf Jesus getauft, hatten ihn auch noch nicht angenommen

Paulus musste ihnen also erst erklären, wer Jesus überhaupt war. Daraufhin ließen sie sich auf den Namen Jesu taufen, was Ausdruck ihrer Bekehrung war, und bekamen den Heiligen Geist.

Und schließlich gibt es eine 4. Stelle in Apgostelgeschichte 8, ab Vers 14:

Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. Denn bisher hatte keiner von ihnen den Geist empfangen, obwohl sie auf den Namen des Herrn Jesus getauft worden waren.

Hier handelt es sich tatsächlich um einen Empfang des Heiligen Geistes, aber es steht extra, dass sie den Heiligen Geist bisher nicht bekommen hatten. Und warum geschieht das hier getrennt von der Bekehrung? Jesus gab seinen Jüngern den Auftrag, seine Botschaft in Jerusalem, Judäa, Samaria und bis ans Ende der Welt weiterzugeben. Die Jünger dachten zunächst, dass Jesus ein Reich alleine auf Israel bezogen aufrichten wollte. Die Samarier waren ein Mischvolk aus Juden und Ausländern, von den Juden eigentlich verachtet.

Hier bekehrten sich zum ersten Mal Menschen, die nicht zum jüdischen Volk gehörten. Der Geistempfang unter der Autorität der Apostel war sozusagen das öffentliche Zeichen dafür, dass sie wirklich gläubig geworden waren, dass Gottes rettendes Angebot auch den anderen Völkern galt. Später in Apgostelgeschichte 10 lesen wir, wie zum ersten Mal ein Römer den Heiligen Geist empfing. Die Juden aus der Gemeinde in Joppe, die mit Petrus gekommen waren, konnten es kaum fassen, dass Gott auch Nichtjuden den Heiligen Geist schenkte.  Denn sie hörten, wie die Menschen in fremden Sprachen redeten und Gott lobten. Hier war Petrus als Apostel direkt anwesend und die Gabe, in fremden Sprachen zu reden, war genauso wie es bei den Samaritern ein extra Zeichen gab eine Bestätigung für den Empfang des Heiligen Geistes. Später lesen wir davon nicht mehr explizit in der Apostelgeschichte. Und wir sehen, wenn Paulus in seinem Brief an die Korinther schreibt, Kapitel 12,30, dass nicht jeder diese Gabe bekommt, dass sie somit auch kein Zeichen für dieses zweite Ereignis mit dem Heiligen Geist sein kann.

Grundsätzlich müssen wir beim Lesen der Apostelgeschichte aufpassen, denn wie die Geschichten im Alten Testament beschreiben sie etwas sichtbares, aber sie interpretieren nicht und geben keine Lehre.

Alles, was wichtig ist, wird uns als Lehre in den Briefen weitergegeben und darin lesen wir nichts von einem zweiten Ereignis einer Geistestaufe. Das bedeutet, dass jeder, der Jesus in sein Leben einlädt, auch den Heiligen Geist empfängt und von Gott alles zur Verfügung gestellt bekommt, was ihn zu einem Leben als Christ befähigt.

2.Petrus 1,3: In seiner göttlichen Macht hat Jesus uns alles geschenkt, was zu einem Leben in der Ehrfurcht vor ihm nötig ist. Wir haben es dadurch bekommen, dass wir ihn kennen gelernt haben – ihn, der uns in seiner wunderbaren Güte zum Glauben gerufen hat.

Wie also erkläre ich, wenn manche Menschen von einem besonderen Erlebnis mit dem Heiligen Geist sprechen, denn das will ich ihnen gar nicht absprechen?

Paulus schreibt, das haben wir letzte Woche gehört, dass wir voll Geistes werden können und dass wir Gott um mehr vom Heiligen Geist bitten sollen und dass er ihn uns gerne schenkt. Und dass wir uns nach den Gaben des Heiligen Geistes aktiv ausstrecken sollen, also auch darum beten sollen. Manche Menschen und ich selber habe das auch schon einmal erlebt, haben in Folge dessen ein besonderes Erlebnis mit dem Heiligen Geist, wo sie ihn besonders spüren, oder ab einem bestimmten Zeitpunkt übernatürliche Gaben haben, die sie vorher nicht hatten, wo offensichtlich ist, dass der Heilige Geist am Wirken ist. Aber grundsätzlich ist unser Glaube nicht von Emotionen abhängig, schenkt Gott auch nicht alle Gaben, um die wir bitten, aber wir dürfen trotzdem vertrauen, wenn wir Gott um mehr vom Heiligen Geist bitten, dass er ihn uns schenken wird, auch wenn wir nichts spüren, denn das hat er zugesagt

Wir haben also gesehen, dass der Heilige Geist bei der Umkehr eines Menschen mitwirkt, dass er uns geistliches und erfülltes Leben schenkt, dass er uns Sicherheit auf ewiges Leben in Gottes Gegenwart schenkt, dass wir den Heiligen Geist bekommen, wenn wir Jesus in unser Leben einladen und wie gut und wichtig es ist, den Heiligen Geist zu haben und um mehr von ihm in unserem Leben zu bitten

Die Frage ist also nicht nur: Habe ich den Heiligen Geist, sondern vielmehr auch: Hat der Heilige Geist dich? Hat er Raum in dir, um zu wirken?

Die nächsten Lieder laden dazu ein, dass wir Gott damit die Ehre geben, und auch, dass wir Jesus in unser Leben einladen und Gott um mehr von seinem Heiligen Geist bitten dürfen. So wie die Blume sich nach der Sonne ausstreckt, so dürfen wir uns nach mehr von Gott in unserem Leben ausstrecken und uns ihm öffnen ohne Angst haben zu müssen.

 

Amen

 

Siehe auch: Wer ist Jesus?
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