Heil werden – Unsere Identität
Daniel Bäumner,
Ev. Gemeinschaft, Frankenberg, 15.03.2926
Das Video zur Predigt finden Sie hier.
Guten Morgen alle zusammen, schön euch zu sehen. Wir sind am Abschluss unserer Themenreihe Heilwerden angekommen. Aber wisst ihr, Heilwerden ist ja nicht was, was man einfach so in acht Wochen vollzieht, sondern es ist ja auch so ein Prozess, wo man vielleicht drin steckt. Zu diesem Prozess will ich euch auch gerne einladen. Ihr habt schon so oft gehört von dem Kurs Get Free. Da geht es darum, Gottes Wahrheit über uns zu entdecken, mehr einzutauchen in das, was Gott für uns hat. Nach dem Gottesdienst, 12.15 Uhr.
Heilwerden. Wir haben gedacht, eigentlich wäre es ja auch cool, mal zu wissen, was das so mit euch gemacht hat. So diese Themen, was hat euch beschäftigt, bewegt. Wenn euch da irgendwas besonders auf dem Herzen liegt, sprecht mich oder Christine ruhig mal an. Wir gucken mal, was wir dann machen.
Heute steigen wir in das letzte Thema ein. Da freue ich mich wirklich sehr, weil ich glaube, in Bezug auf Heilwerden ist dieses Thema total wichtig. Aber ich möchte euch erst eine Geschichte erzählen.
Vor vielen, vielen Jahren hatte ich einen Nebenjob. Ich habe Kataloge ausgefahren an die Verteiler. Ja, um Geld zu verdienen. Und wir waren in Schwarzenau. Kennt ihr Schwarzenau? Also, hinter Harzfeld und so weiter. Und da hat es viel geschneit. Und ich dachte schon, oh Mann, das wird echt ein bitterer Tag. Dann war ein Haus, vorne im Haus war eine große weiße Fläche. Ich fuhr da so lang und dachte, au, das war jetzt wohl nicht mehr der Teer, wo ich hier drinn stecke, sondern der Garten. Okay. Der Hausbesitzer kam raus. Ich sagte: „Schönen guten Tag. Ich habe mich in ihrem Garten festgefahren. Hab versucht rauszukommen. Die Mulde wurde immer tiefer und tiefer.“ Und dann hat er gesagt: „lass mich mal Gas geben und du schiebst.“ Er gibt Gas, ich wollte schieben. Die Matsche flog über mich. Ich war den ganzen Tag… Also nicht mehr so, wie man aussehen sollte, wenn man die Kataloge ausfährt. Ich sah echt schmutzig aus.
Heute geht es ein bisschen um Schmutz. Aber auch nicht so viel. Es geht eigentlich um sauber werden. Ich wollte erst sagen, tauscht euch ein bisschen aus über eure Geschichten, wo ihr mal so Erlebnisse hattet, wo ihr schmutzig wurdet. Aber das machen wir heute Morgen nicht. Reicht, wenn ihr meine Geschichte vor Augen habt. Wir werden noch erfahren, was das mit dem Thema auf sich hat. Wenn ihr euch jetzt einander vorstellen würdet, würdet ihr vielleicht sagen, guten Morgen ich bin Daniel. Und dann würde ich, wie auch der Ulli, ein paar Sachen aus meinem Leben erzählen. Wenn ihr euch aber jemanden vorstellt, wer von euch würde sagen, guten Morge, ich bin Daniel, ich bin ein Kind Gottes, ich bin ein Sohn Gottes, ich bin eine Tochter Gottes. Das haben wir vielleicht so im Kopf, okay, wir sind ein Kind Gottes, aber ist das Teil unserer Identität? Ist das Teil unseres Wissens? Ist das Teil von dem, wie wir uns andere vorstellen würden? Wer von euch ist heute Morgen ins Bad gegangen und hat gesagt, guten Morgen, Sohn Gottes oder Tochter Gottes? und in den Spiegel geguckt und gesagt, du siehst zwar ein nicht so aus, aber du bist ein Sohn Gottes, eine Tochter Gottes. Darüber möchte ich heute Morgen mit euch nachdenken.
Wenn wir uns die Menschheitsgeschichte ansehen, dann haben wir ganz am Anfang der Themenreihe uns damit beschäftigt, dass am Anfang etwas in uns zerbrochen ist. Und was ist zerbrochen? Unsere Identität. Die Sünde kam in die Welt, der Teufel hat die Menschen verführt und was ist kaputt gegangen? Das, wozu wir geschaffen waren, unsere Identität. Wir sind nämlich eigentlich geschaffen, um in Beziehung mit Gott zu leben, als Söhne und Töchter Gottes. Und das ist das, was der Teufel kaputt gemacht hat. Und was kam dann? Es kam Neid in die Welt, es kam Scham, es kam Zerbruch, es kam Angst in diese Welt und Verlust unserer Identität. Und wisst ihr, wie der Satan in der Bibel auch beschrieben wird? Als der Ankläger. Das heißt, er klagt uns vor Gott an und er bohrt immer in unseren Wunden rum. Er klagt zum Beispiel deinen Schmutz an: guck mal, wie schmutzig du bist, du hast ja kein Vertrauen zu Gott. Oder guck mal, was du für Sünden hast, was du für Wunden hast.
Ich möchte euch jetzt erklären, warum ich heute Morgen mit euch über den Schmutz sprechen möchte. Wir bringen jetzt eine Biotonne auf die Bühne. Diese Biotonne wird uns heute Morgen im Gottesdienst ein bisschen begleiten. Vielleicht kennt ihr das, manchmal fühlen wir uns vielleicht wie eine Biotonne. Und manchmal verhalten wir uns vielleicht auch wie eine Biotonne: Wir stinken, wir sind schmutzig. Und wisst ihr, was der Teufel dann tut? Er erzählt dir auch, dass du wie eine Biotonne bist, denn der Teufel wird in der Bibel geschrieben als der Ankläger. Das heißt, er kommt und sagt, guck dich doch mal an, wie du bist. Guck dir doch mal an, wie du versagt bist. Guck dir doch mal an, was du immer noch für Sünden in deinem Leben hast. Seit 30 Jahren folgst du Jesus und immer noch hast du Bereiche in deinem Leben, wo du wie eine Biotonne bist.
Die Frage ist aber, wie sieht Gott uns? Das heißt, wenn Gott dich ansieht, sieht er eine Biotonne? Oder was sieht Gott? Wir selbst sehen uns vielleicht manchmal so. Wir selbst klagen uns vielleicht an. Dann stimmen wir in die Worte des Satans mit ein, der uns anklagt. Aber die Frage ist, auf welche Stimme hören wir? Auf die Stimme unseres Vaters im Himmel? Oder auf die Stimme Satans? Ich möchte das Ganze erklären an der Geschichte vom verlorenen Sohn. Die Geschichte vom verlorenen Sohn hat der ein oder andere vielleicht schon häufiger gehört. Vielleicht ist sie für manche aber auch neu. Ich habe neulich eine Predigt gehört und da sind mir ganz neue Aspekte bewusst geworden, über die ich mit euch heute nachdenken will. Ich erkläre kurz die Geschichte.
Ein Vater hat zwei Söhne. Und der eine Sohn sagt, hey Vater, gib mir das Geld, was mir zusteht, als mein Erbe. Und dann kriegt der Sohn das Erbe und damit geht er los in die Welt und haut das nur so raus für Partys. Er verzockt das Geld, er geht in Discos, er geht zu Prostituierten. Was alles er getan hat, was schlecht ist, was schmutzig ist, tut er. Und dann gibt es eine Hungersnot und er verliert sein ganzes Geld. Er hat keine Freunde mehr. Und dann kommt es zu einem Punkt, wo er sagt, ich brauche aber irgendwas zu essen. Und dann sitzt er bei den Schweinen. Auf die soll er aufpassen, aber er hat so wenig Geld, dass er sogar bei den Schweinen mit isst. Okay, das ist die Situation. Wisst ihr, wie der verlorene Sohn sich gefühlt hat in diesem Moment? Wie eine Biotonne. Und wisst ihr was? Er sah aus wie eine Biotonne. Und er hat auch gerochen wie eine Biotonne. Er hat alles in seinem Leben verloren. Er hat seine Familie verloren, er hat sein Heil verloren und jetzt sitzt er bei den Schweinen und hat alles verloren.
Er ist also jetzt am tiefsten Punkt und das Interessante ist,
manchmal müssen wir an solche Punkte in unserem Leben kommen, um umzukehren.
Die Frage ist ja, wäre der Sohn auf die Idee gekommen, zurückzukehren zum Vater, wenn er nicht an dieser Stelle gelandet wäre? Manchmal ist es hart, aber oftmals fragen wir uns erst wenn wir ganz am Boden sind, wie wir zurückkehren können. Es gibt so einen Knackpunkt, das heißt, ich schaue zurück, der Sohn schaut zurück, woher komme ich, wie bin ich eigentlich hier gelandet und wo will ich in Zukunft hin? Jetzt schauen wir in den Text rein aus Lukas 15.
Als sich der verlorene Sohn wie eine Biotonne fühlt, wie eine Biotonne aussieht, wie eine Biotonne riecht und er bei den Schweinen sitzt, sagt er,
„… ich will zu meinem Vater nach Hause gehen und sagen, Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und auch gegen dich und es bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen.„
Das ist das, was der Sohn nun von sich denkt. Schaut euch das nochmal an. Was denkt ihr über den Plan, den sich der Sohn hier zurechtlegt? Er erkennt sein Verhalten. Ja, ich habe Fehler begangen, ich habe gesündigt aber er sagt auch, ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Kennt ihr diese Gedanken vielleicht auch von euch? Auch von euch gegenüber Gott, dass ihr sagt, bin ich es überhaupt wert, dass Gott mich liebt? Bin ich es überhaupt wert, dass er mich anzieht? Bin ich es überhaupt wert, dass er für mich gestorben ist? Wert, wertvoll sein, das ist ein spannendes Thema, oder? Ab wann bin ich eigentlich etwas wert? Wer bestimmt eigentlich meinen Wert? Wer bestimmt deinen Wert? Die Gesellschaft? Deine Freunde? Deine Familie? Oder du selbst?
Was ist denn, wenn es mein Umfeld nicht mehr gut mit mir meint, bin ich dann eigentlich nichts mehr wert? Was macht einen Menschen wertvoll?
Mein Verhalten? Das, was ich kann? Der Sohn sagt, ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Hat er recht damit? Er riecht wie eine Biotonne, er sieht aus wie eine Biotonne, er stinkt wie eine Biotonne. Und der Mann bleibt stehen und trifft im Herzen eine Entscheidung. Die Entscheidung heißt, ich gehe zurück zum Vater. Aber ich bin eine „Biotonne“. Mein Versagen, meine Schuld, bestimmen, wer ich bin. Er sagt ja nicht, ich habe Schmutz an mir oder ich habe falsche Dinge getan. Er sagt, „ich bin es nicht mehr wert dein Sohn zu sein“. Und kennt ihr dieses Gefühl, diesen Gedanken vielleicht in euch? Ich bin es nicht mehr wert und jetzt sagt er etwas Interessantes. Deshalb will er zu seinem Vater sagen, bitte stelle mich als einen deiner Tagelöhner ein. Was ist ein Tagelöhner? Er arbeitet für seinen Herrn. Und er muss jeden Tag gucken ob er am nächsten Tag immer noch arbeiten kann. Er will also als Diener zu seinem Vater zurückgehen. Das ist interessant, oder? Lass mich für dich arbeiten. Lass mich dir dienen. Lass mich meinen Wert erarbeiten. Mach mich wieder zu jemandem, der etwas verdienen kann. Und die Frage ist, als er in diesem Moment bei den Schweinen sitzt, hat er das Herz des Vaters schon verstanden oder nicht?
Er sagt, ich gehe zurück. Ich bin es nicht mehr wert. Und ich will mir meinen Wert wieder verdienen durch das was ich tue. Aber ist das göttlich? So macht er sich auf den Weg zum Vater. Aber wie sieht ihn der Vater? In dieser Geschichte beschreibt Jesus den Vater als Gott. So kehrte er zu seinem Vater nach Hause zurück. Er war noch weit entfernt, als sein Vater ihn kommen sah. Voller Liebe und Mitleid lief er seinem Sohn entgegen, schloss ihn in die Arme und küsste ihn.
Ich möchte euch zu einem kleinen Experiment einladen. Und zwar sollt ihr mal kurz die Augen schließen um euch den Sohn vorzustellen. Er war bei den Schweinen, er stinkt. Die Klamotten sind zerrissen. Und jetzt stellt euch den Vater vor, wie er weit entfernt den Sohn kommen sieht und voller Liebe und Mitleid seinem Sohn entgegen läuft, ihn in die Arme nimmt und ihn küsst.
Ihr könnt wieder die Augen öffnen. Da ist also dieser Sohn, der riecht wie eine Biotonne, der sieht aus wie eine Biotonne und er? Er ist der Vater. Und der Vater wurde verletzt. Zu dem Vater wurde nämlich gesagt, gib mir mein Erbe, ich bin jetzt weg. Das heißt so viel wie: Vater, ich will mit dir nichts mehr zu tun haben, du bist für mich gestorben. Und was tut dieser Vater, der diese „Biotonne“ auf sich zukommen sieht? Er rennt los. Er weint. Er schluchzt.
Das ist ganz spannend in Bezug auf den Orient. Im Orient, da schreiten die Väter eher. Und sie rennen nicht unbedingt los. Und nehmen die „Biotonne“ in den Arm und küssen und umarmen ihn. Und wir wissen nicht, wie oft der Vater dort stand. Aber er rennt los, überhäuft ihn mit Küssen und als was sieht der Vater in der Geschichte den Sohn der wie eine Biotonne sieht? Als Schmutzfinger, als Biotonne, als Angeklagter oder als Wertlos? Als was sieht der Vater seinen Sohn kommen? Als den Schmutzigen? Er knutscht vor Freude eine „Biotonne“ ab. Und jetzt kommt die Rede des Sohnes:
„Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.„
Er bekennt, er entschuldigt sich, er spricht sich den Wert ab. Und er sagt dann, ich will es mir wieder verdienen. Ich will als Tagelöhner für dich arbeiten. Aber dieser Satz wieder: Ich bin es nicht mehr wert. Und was sagt nun der Vater? Recht hast du? Du hast mich enttäuscht, geh erstmal duschen und dann fang an für mich zu schuften? Nein, der Vater sagt sagt zu den Dienern: „Schnell bringt die besten Kleider im Haus und zieht sie ihm an, holt einen Ring für seinen Finger und Sandalen für seine Füße und schlachtet das Kalb, das wir im Stall gemästet haben“ Nochmal: schnell bringt die besten Kleider im Haus, zieht sie ihm an, holt einen Ring für seinen Finger und Sandalen für seine Füße und schlachtet das Kalb, das wir im Stall gemästet haben. Hättet ihr diese Reaktion erwartet, als die „Biotonne“ nach Hause kam? Er interessiert sich nicht für die Rede und ich möchte mit euch dieses Symbol mal anschauen.
Er sagt die besten Kleider. In der anderen Übersetzung steht Gewand. Sandalen. In einer anderen Übersetzung steht auch bringt ihm die Schuhe. Dann bringt ihm den Ring, das heißt ein Siegelring und schlachtet das Mastkalb. Diese vier Dinge kriegt er: das Gewand, den Siegelring, die Schuhe und das Mastkalb. Und da steht nun also diese „Biotonne“ und das bekommt er. Nun wird er angezogen. Da steht ja nicht mal, dass er erst duschen soll. Er bekommt das Gewand einfach angezogen.
Warum nimmt Jesus diese Beispiele? Warum nimmt er diese Symbole? Warum zieht er Schuhe an ungewaschene Füße? Der hat vorher bei den Schweinen gesessen. Der ist voller Schmutz. Der stinkt. Beginnen wir mit dem Mastkalb. Warum erwähnt Jesus in diesem Gleichnis das Mastkalb? Dieses Kalb wurde für eine besondere Feier gemästet. Der Vater wartet. Und als der Sünder, die „Biotonne“, der Schmutzfink kommt, ist der Moment gekommen. Der Vater gibt das Beste für ihn. Der Vater würdigt ihn damit. Der Vater sieht ihn nicht als Schmutzfink, der nach Hause kommt, sondern als den Sohn, den er verloren hatte, der wiedergefunden ist.
Glaubst du, dass der Vater sich über dich genauso freut, wie über den Sohn, der nach Hause gekommen ist? Glaubst du, dass, wenn du heute hier sitzt und Jesus noch nicht kennst, der Vater dich so sieht, dass wenn du nach Hause kommst, er das Beste für dich geben will? Glaubst du, dass Gott für dich bereit war, das Beste zu geben? In Römer 8, lesen wir:
Was sollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns? Wer kann wieder uns sein, der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle hingegeben? Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken, wer will die außerwählten Gottes anklagen?
Das heißt, dieses Zeichen, das Kreuz, erzählt zutiefst von der Vaterliebe zu dir. In dieser Geschichte sagt er, das Mastkalb wird geschlachtet, das Beste, was ich aufgehoben habe, für die Feier, wenn du nach Hause kommst. Und dann lesen wir in der Bibel, dass Gott bereit war, seinen eigenen Sohn für dich zu geben. Was heißt das? Wenn er sogar seinen Sohn für dich gegeben hat, was für einen Wert musst du dann haben? Wie muss er dich sehen? Die Frage ist ja nicht, tun wir manchmal schlechte Dinge? Haben wir nicht auch Sünde in unserem Leben? Natürlich haben wir das. Aber die Frage ist, wie sieht der Vater uns? Wir selbst denken vielleicht manchmal, wir sind nicht würdig, wir sind nicht wertvoll, aber der Vater, als der Sohn nach Hause kommt, da war ja nicht mal ein Tadel dazwischen, der hätte ja auch mal erklären können, warum bist du damals gegangen, warum hast du mich verlassen, was ist eigentlich mit dem ganzen Geld passiert? Nein, das muss er gar nicht erzählen. Er kommt nach Hause, zu seinem Vater, der nimmt ihn die Arme und er gibt das Beste, was er zu Hause hat für diesen Sohn. Und die Frage ist immer, lernen wir uns selbst durch die Augen des Vaters zu sehen?
Der Vater sieht dich als wertvoll an, aber kannst du das annehmen? Kannst du das für dich annehmen, dass der Vater dich so sieht? Dass der Vater bereit war, seinen Sohn in die Welt zu senden und für uns sterben zu lassen? Die Frage ist, können wir das annehmen? In der Geschichte höre ich noch nichts von einer Anklage. Wo bist du denn gewesen? Was hast du mit meinem Geld gemacht? Wie siehst du eigentlich aus? Er kommt nach Hause und das Mastkalb wird für ihn geschlachtet. Der Ankläger ist Satan. Der Vater ist der, der Jesus für uns bezahlen lassen hat.
Das zweite in diesem Abschnitt finde ich spannend, und zwar das Gewand. Wo kommt in der Bibel noch das Wort Gewand vor? Es gibt eine spannende Stelle in Jesaja 61,10: als Jesus seinen Dienst anfängt, fängt er mit dieser Stelle eigentlich an zu erzählen. Es ist ein Kapitel über den Messias. Und am Ende dieses Kapitels über den Messias steht folgendes:
„Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.“
Das ist das, was der Vater mit dir tut. Und das ist das, was der Vater hier in der Geschichte tut. Er sagt nicht mal, geh erst duschen, sondern er legt den Mantel der Gerechtigkeit über seinen Sohn, der nach Hause kommt. Über seinen Schmutz, über seinen Versagen, über seine Fehler. Das heißt nicht, dass der Sohn das nicht getan hat. Aber der Vater weiß auch, der Sohn kann das überhaupt nicht wieder gut machen. Aber ich lege den Mantel der Gerechtigkeit, den Mantel des Heils über ihn. Und das ist eine wunderschöne Zusage. Womit wird man bekleidet, wenn man zum Vater kommt? Womit wirst du bekleidet? Mit dem Mantel der Gerechtigkeit! Worin ist der eingetaucht? In das Blut seines Sohnes Jesu Christi. Dieser Mantel liegt über unserem Schmutz, über deinem Schmutz. Und wisst ihr, jeden Tag bist du in der Gefahr, immer wieder Schmutz zu tun. Aber was wird über dich gelegt? Der Mantel der Gerechtigkeit. Der Mantel des Heils.
Ich möchte noch von einer anderen Stelle erzählen. In Sacharia 3, da hat der Mann eine Vision. Und er sieht eine Gerichtssituation im Himmel: da ist jemand angeklagt. Und auf der einen Seite steht der Satan und auf der anderen Seite der Engel des Herrn, wo ich glaube, dass das Jesus ist. Und dann sagt der Satan, ja schau dir doch mal an, was der für einen Schmutz an sich hat. Wisst ihr, was der Engel des Herrn dann sagt? Zieht ihm die schmutzigen Kleider aus. Hiermit habe ich deine Sünde von dir genommen und lasse dir jetzt festliche Kleider anziehen. Das heißt, der Satan, was tut er? Er klagt an. Er bohrt in unseren Sünden, er bohrt in unserem Schmutz. Er sagt, guck dir doch an, du bist ein Sünder. Und was tut Jesus hier, der Engel des Herrn? Er legt den Mantel der Gerechtigkeit über dich. Den Mantel des Heils. Du bekommst neue Kleider, eingetaucht in sein Blut. Siehst du dich selbst so? Siehst du dich so, dass der Mantel der Gerechtigkeit über dich gelegt wird oder schaust du morgens in den Spiegel und denkst, was ich heute Nacht gemacht habe, was ich letzte Woche gemacht habe, was ich jetzt wieder Schlechtes gedacht habe?
Wisst ihr, die Gefahr ist manchmal, wenn wir denken, wir sind wie eine „Biotonne“, dann verhalten wir uns auch so. Wenn wir denken, wir sind Sünder, dann machen wir auch solche Sachen. Wisst ihr warum? Weil wir garnicht anders können. Ich muss das ja tun. Es ist ja Teil meiner Identität. Wenn ich aber weiß, ich bin ein Sohn oder eine Tochter Gottes und natürlich habe ich Sünde in meinem Leben, aber der Mantel der Gerechtigkeit wurde über mich gelegt, dann bin ich vielleicht auch gar nicht mehr schutzlos ausgeliefert. Warum? Weil ich dieses neue Gewand angekommen habe von Jesus Christus.
Das dritte Symbol, was hier vorkommt, ist der Ring. Was für einen Ring bekommt er? Er bekommt den Siegelring. Wisst ihr, was ein Siegelring ist? Der Siegelring heißt: du bist voll und ganz wieder Teil dieser Familie. Du bist nicht Diener, du bist nicht Stiefkind, du bist Sohn und Tochter. Und ein Siegelring heißt, du hast Autorität. Es gibt eine Situation im Alten Testament. ein Mann, Joseph, wurde nach Ägypten verkauft. Durch eine Vision hat er dem Pharao die Zukunft erklären können. Der Pharao gibt ihm nun eine neue Aufgabe. Und wisst ihr, was der Pharao diesem Joseph nun gibt? Den Siegelring.
Er tat den Siegelring von seiner Hand und gab ihn Joseph an seine Hand und kleidete ihn in kostbares Leinen und setzte ihn über ganz Ägyptenland.
Das heißt, wenn du ein Sohn oder Tochter von Jesus bist, hast du ein Siegelring an der Hand. Und mit dem Siegelring hast du Autorität, auch geistliche Autorität. Wir sind nicht schutzlos ausgeliefert. Stelle ich mich jetzt in Frankenberg wie ein Polizist auf die Straße und halte Autos an? Wenn ich mich jetzt auf die Straße stelle und Autos anhalte, würdet ihr dann denken, ach der darf das, er hat einen Siegelring? Vielleicht ist das keine eine gute Entscheidung. Wenn ich aber eine Polizeireform anhabe und stelle mich auf die Straße und mache so, dann trete ich mit einer anderen Autorität auf, oder? Weil ich nicht da stehe als Daniel Bäumler, sondern als Polizist, als Repräsentant des Staates.
Der Siegelring ist deine Autorität, die du bekommst, wenn du ein Sohn, eine Tochter von Jesus Christus bist. Nicht, weil du so toll bist. Nicht, weil du alles gut machst in deinem Leben. Nicht, weil du keine Macken hast. Nein, weil der Vater dich, wenn du nach Hause kommst, damit ausstattet. Du bekommst Autorität in deinem Leben.
Das Vierte, was er bekommt, sind Schuhe. Vorher war er barfuß unterwegs, ohne Schuhe. Soll man sagen, ja gut, mit Schuhen läuft es sich besser? Als ein Teil der geistlichen Waffenrüstung in Epheser 6,10-18 steht als letztes, dass wir uns mit Schuhen bekleiden sollen. Und geschuht an den Füßen mit der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums des Friedens. Das heißt, der Sohn kommt nach Hause, das Beste wird für ihn gegeben. Er bekommt den Mantel der Gerechtigkeit über sich gelegt, den Siegelring, Autorität bekommt er damit. Und das Erste ist, er wird wieder beauftragt, als Teil der Familie unterwegs zu sein, das Evangelium zu verkündigen. Das heißt, wenn du zu Jesus zurückkommst, wenn du mit Jesus lebst, bist du so wertgeschätzt. Du bist gereinigt und geheilt. Du bekommst den Ring als Autorität. Der Sohn hat ja noch nicht mal geduscht in der Zeit. Aber er bekommt schon gleich einen Auftrag. Wenn du zu Jesus kommst, hast du direkt einen Auftrag, nämlich die gute Botschaft weiterzugeben. Du musst nicht erst die „10 Stufen der Nachfolge“ abarbeiten. Sofort wird der Sohn mit den Schuhen ausgestattet und wird wieder eingesetzt als geliebter Sohn gesetzt. Wisst ihr noch, was der Ausgangspunkt von dem Sohn war? Er hat gesagt, ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Das ist das, wie er sich sieht. Das ist auch das, wie der Teufel dich sieht. Du bist es doch gar nicht wert, dass er dich liebt. Was tut der Vater? Er rüstet ihn sofort aus mit allen Sachen und stellt ihn vollkommen wieder her als Sohn in der Familie. Jetzt denkst du vielleicht, das mag ja für andere gelten, aber denn du wüsstest, wer ich bin, und was ich getan habe, und was ich tue.
Wisst ihr, wie dieses ganze Kapitel beginnt, mit Lukas 15,1? Ihr werdet es gleich sehen. Das ist einer meiner Lieblingsverse, um das Herz von Jesus zu verstehen. Eines Tages waren wieder einmal alle Zolleinnehmer und all die anderen versammelt, die einen ebenso schlechten Ruf hatten und wollten ihn hören. Du denkst so, was macht Jesus da? Mit wem ist er zusammen? Mit den Zolleinnehmern und allen Leuten, die einen schlechten Ruf haben. Da murrten die Pharisäer und die Gesetzeslehrer und sagten, er lässt das Gesinde zu sich, er isst sogar mit ihnen. Das ist der Beginn dieses Kapitels vor dem verlorenen Sohn. Dass Jesus kritisiert wird, mit wem er so abhängt. Dann sagen sie, mit wem bist du zusammen? Mit lauter „Biotonnen“, Zolleinnehmer und andere Leute mit schlechtem Ruf. Das ist das, wo die Frommen damals um die Ecke kamen und sagten, mit denen kannst du dich nicht abgeben. Die haben ihn angeklagt. Das Interessante ist, dafür wird Jesus kritisiert. Das heißt, wenn du dich manchmal so fühlst, dass du es gar nicht wert bist, ist der Anfang der Geschichte, dass Jesus genau mit diesen Leuten zusammen war, um sie heil werden zu lassen, um sie gesund werden zu lassen.
In dieser Geschichte gibt es jetzt noch einen zweiten Bruder. Der wird manchmal ein bisschen vergessen, dieser zweite Bruder. Eigentlich geht es in der Geschichte um den zweiten Bruder, denn damit fängt es ja an, dass es Pharisäer und Gesetzeslehrer gibt, die sagen mit wem gibst du dich denn ab? Er lässt das Gesinde zu sich, er isst sogar mit ihnen. Jetzt kommt in der Geschichte der zweite Bruder ins Spiel. Der eine ist weggelaufen, ist zurückgekommen, wurde wieder ausgestattet. Aber was ist mit dem zweiten Bruder passiert? Der zweite Bruder ist auf dem Feld. Er kriegt das gar nicht mit, kommt nach Hause und kriegt nur von dieser Feier mit und dass der das Mastkalb bekommen hat.
Alle jubeln, alle singen. Er beschwert sich und fragt, was ist eigentlich hier los? Nun lesen wir: da wurde der ältere Bruder zornig und wollte nicht ins Haus gehen. Warum will der nicht ins Haus gehen? Sein Bruder ist doch zurückgekommen. Warum ist er denn zornig? Könnt ihr das nachvollziehen? Der eine Bruder ist immer zu Hause geblieben und war treu da und hat gedient. Jetzt kommt der andere, der das ganze Geld auf den Kopf gehauen hat, kommt als „Biotonne“ nach Hause, stinkt und so weiter und der Vater macht ein großes Fest für ihn. Könnt ihr das verstehen, dass der Bruder nun zornig ist? Dass der sauer ist? Ich kann es schon verstehen. Aber die Frage ist, hat der zweite Bruder eigentlich das Herz des Vaters verstanden? Der Vater kommt und nun beginnen die Vorwürfe.
„All die Jahre habe ich schwer für dich gearbeitet und dir nicht ein einziges Mal widersprochen, wenn du mir etwas aufgetragen hast. Und in dieser ganzen Zeit hast du mir nicht einmal eine junge Ziege gegeben, um mit meinen Freunden ein Fest zu feiern. Doch jetzt, wenn dein Sohn daherkommt, nachdem er das Geld mit Huren durchgebracht hat, feierst du ihn und schlachtest unser bestes Kalb.„
Könnt ihr das verstehen, was er sagt? Ist das nicht ungerecht? Ist das nicht ungerecht, dass der Sohn nach Hause kommt und sofort das Maskalb, den Siegelring, das Gewand und sogar die Schuhe bekommt und beauftragt wird? Ist das nicht ungerecht? Und jetzt kommt der entscheidende Satz:
„Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.“ (Lukas 15,31)
Das hat der Sohn nie verstanden. Der Vater sagt nun etwas zu dem Sohn der zuhause geblieben ist, der sagt:“Ich habe mein ganzes Leben nur für dich geschuftet und gearbeitet und ich war es dir nicht einmal wert, dass du mir etwas gibst.“ Was sagt der Vater da? „Alles was mein ist, das ist dein!“ Aber das hat er nicht verstanden. Das heißt: dieser Sohn hatte die ganze Zeit das Festgewand. Er hatte die ganze Zeit den Siegelring, das Mastkalb und die Schuhe. Aber wisst ihr was von sich selbst gedacht hat? Ich bin ja nur ein Tagelöhner und ich glaube wir müssen verstehen, vielleicht auch wenn du schon 30 Jahre Christ bist, du must verstehen wie der Vater dich liebt, nicht als Tagelöhner, sondern er sagt zu dir: „du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.“ So sieht dich der Vater im Himmel!
Das ist der traurige Teil der Geschichte: Der Sohn war die ganze Zeit zuhause, aber er hat es garnicht verstanden wie sehr der Vater ihn liebt. Der Vater sagt nicht du musst die ganze Zeit für mich nur schuften, er sagt: alles was mir ist, ist auch dir. Du regst dich darüber auf und beschwerst dich darüber weil du nicht verstanden hast wie sehr mein Herz für dich schlägt und für deinen Bruder.
Eigentlich geht es in der Geschichte um zwei verlorene Söhne: der eine, der weggelaufen ist weil er das Herz des Vaters nicht kannte, und der andere der bei dem Vater gelebt hatte, aber sein Herz auch nicht kannte und nicht verstanden hat dass alles was dem Vater gehört auch ihm ist. Die Frage ist: Kennst du das Herz des Vaters? Weißt du, wie sehr der Vater dich liebt? Weißt du, wie der Vater dich anschaut oder denkst du manchmal auch vielleicht bin ich ja nur Tagelöhner und muss mir das verdienen das er mich liebt, ich muss mir das eigentlich verdienen dass er für mich gestorben ist, ich muss mir das eigentlich verdienen dass ich sein Sohn, seine Tochter sein darf? Da kannst Christ sein, du kannst seit Jahrzehnten in die Gemeinde gehen, du kannst schuften wie ein Tagelöhner aber ich glaube, wenn du das Herz des Vaters nicht verstehst, dass du bedingungslos geliebt bist, dann kannst du auch nicht heil werden.
Wer ist eigentlich der, der hier in der Geschichte anklagt, ist euch das aufgefallen? Ich habe den Vater nicht gesehen bei der Anklage, ich habe auch den Sohn, der weggelaufen ist, nicht gesehen bei der Anklage. Der, der anklagt ist der, der die ganze Zeit im Haus des Vaters war aber das Herz des Vaters nicht verstanden hat. Der „Fromme“ ist eigentlich der, der anklagt und wen klagt er an? Seinen Vater klagt er an, und er verklagt seinen Bruder und vielleicht auch sich selbst. Was macht Satan? Er klagt dich auch an. Ich glaube, wenn du dich oder andere anklagst dann stimmst du in Satans Stimme mit ein. Klagt Jesus eigentlich an? Er stirbt am Kreuz damit deine Anklage fallen gelassen wird, damit du wieder hergestellt wirst, damit der Weg ins Vaterhaus geebnet wird.
Ich habe mich gefragt: gibt es eigentlich Situationen wo Jesus anklagt? Da gibt es diesen Dienstag vor der Kreuzigung Jesu Er sitzt am Tempel und da kommen die Frommen um die Ecke, die Gesetzeslehrer und die Pharisäer und er klagt die den ganzen Tag an. Wisst ihr warum er sie anklagt? Er sagt: Ihr habt das Herz des Vaters nicht verstanden. Ihr versucht selbst gerecht zu werden und legt anderen große Bürden auf aber ihr habt nicht verstanden, dass ihr nur vor Gott gerecht werdet durch das, was ich später am Kreuz für euch tun werde. Das klagt Jesus an. Die Schwachen, die Sünder, das Gesindel, was wir eben gelesen haben was zu Jesus kommt, die werden von Jesus garnicht angeklagt sondern er hat die Arme ausgebreitet und gesagt: Kommt her zu mir, werdet heil, wachst bei mir.
Da gibt es eine Situation, wo eine Frau zu Jesus gebracht wird die beim Ehebruch erwischt wurde. damals gab es damals dafür als Strafe: die soll gesteinigt werden und dann fragen sie Jesus. „Was sollen wir mit der Frau machen?“ Was macht Jesus? Er malt in der Erde, die ganze Zeit und die Leute sind verwirrt. Dann sagt er zu ihnen: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werde den ersten Stein auf.“ Danach geht er zu der Frau und die Frau schaut ihn an und denkt was ist passiert, ich lebe ja noch. Jesus sagt: „Hat dich keiner verurteilt? Dann verurteile ich dich auch nicht. Geh aber und tue das in Zukunft nicht mehr.“ Er sagt auch nicht: Hey, kein Problem, mach weiter, du hast ja den „Mantel der Gerechtigkeit“. Das sagt er auch nicht, aber es sagt: ich bezahle, ich sehe dein Versagen, dafür habe ich bezahlt. Geh und tue das hinfort nicht mehr und wenn du in Zukunft doch einmal etwas tust was nicht gut ist dann ziehst du den Mantel der Gerechtigkeit wieder an, der mit meinem Blut getränkt ist, über den Schmutz, wie der verlorene Sohn.
Ich habe einen tollen Satz gehört, vielleicht könnt ihr euch diesen Satz merken:
Der Teufel kennt deinen Namen – das heißt, er weiß wie du heißt. Er kennt deine Geschichte, er weiß wer deine Eltern sind. Er weiß wie du heißt, aber er ruft dich immer bei deiner Sünde; Schau mal wer du bist, schau mal was du getan hast, schau mal letzte Nacht, schau mal wie du versagt hast. Der Teufel kennt deinen Namen, aber er ruft dich immer bei deiner Sünde.Gott, der Vater kennt deine Sünde. Er kennt alles in deinem Leben. Er weiß was du morgen tust, er weiß was du immer getan hast. Aber er wird dich immer bei deinem Namen rufen!
Wißt ihr, manchmal denken wir, wir könnten Gott enttäuschen – als ob Gott nicht längst wüsste was wir tun. Wen wir enttäuschen können, das sind wir selbst, dass wir denken: Oh Mann, ich habe schon wieder versagt, ich habˋs schon wieder nicht geschafft, schon wieder bin ich gefallen. Dann gehen wir zu Gott und Gott sagt: Wirklich? Das wusste ich doch schon vorher. Ich wusste doch schon was du getan hast und was du tun wirst, dein Leben lang aber was ich getan habe? Ich habe den Mantel der Gerechtigkeit über dich gelegt damit du heil wirst, damit du gereinigt bist. So sehe ich dich! Das ist das, was Gott tut. Er kennt doch unser Herz, wir können Gott nicht enttäuschen; wir können Gott nicht täuschen. Womit denn? Als ob wir zu ihm kommen könnten und er sagt: Oh, das hätte ich aber nicht von dir gedacht. Das ist das, was wir denken, auch von einander vielleicht.
Wenn große christliche Persönlichkeiten bei denen vielleicht auffällt dass sie in Sünde gefallen sind und wir denken: Oh, das hätte ich von dem aber nicht gedacht. Na kar, wir sind ja in Sünde in dieser Welt. Wir sind infiziert damit und natürlich sind wir immer in Gefahr zu fallen, aber Gott können wir nicht enttäuschen. Gott legt den Mantel der Gerechtigkeit über uns.
Wie wird man eigentlich Sohn oder Tochter Gottes? Was musste der Sohn in unserer Geschichte tun? Er musste nur nach Hause kommen. Der Vater wartete mit einem Herzen voller Sehnsucht. Alles andere tut der Vater und Jesus! Und du? Was kannst du tun? Nichts! Wir können nichs tun um vor Gott gerecht zu werden. Der Vater und Jesus haben alles getan. Das, was wir tun dürfen und müssen ist: es anzunehmen, zu ihm zu gehen, wie der Sohn nach Hause zu rennen und zu sagen: „Vater, ich bin wieder da, es tut mir leid was ich getan habe und der Vater stattet uns aus. Der letzte Satz in unserem Gleichnis ist:
Wir mussten diesen Freudentag feiern. Denn dein Bruder war tot und ist ins Leben zurügekehrt! Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden. (Lukas 15,32)
Damit endet dieses Gleichnis. Der Vater erwähnt garnicht die Schuld des Sohnes weil sie durch Jesus Christus bezahlt wurde.
Vielleicht bist du heute hier und bist noch garnicht zu Jesus Christus zurückgekehrt. Du schaust zu aber bist noch nicht zurückgekehrt. Dann wünsche ich dir, dass du das Herz des Vaters verstehst. Er sagt: Ich liebe dich so sehr dass, wenn du nach Hause kommst, ich dir entgegen laufe, dich in den Arm nehme und dich erlöse von allem was du getan hast weil ich für dich bezahlt habe.
In Johannes 1, 12-13 lesen wir:
Aber allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden. Das werden sie nicht durch natürliche Geburt oder menschliches Wollen und Machen, sondern weil Gott ihnen ein neues Leben gibt.
Wir dürfen Gottes Kinder sein, weil wir neu geboren wurden. Wir werden Gottes Kinder nicht durch unser handeln oder tun sondern durch eine neue Geburt. Deswegen gibt es auch keinen Grund für uns arrogant zu sein oder hochmütig so nach dem Motto: Guck mal der oder die, oder die oder die Gemeinde. Wir können ja selbst nicht einmal was dafür, dass wir Christen sind, das wir Jesus lieben und Söhne oder Töchter sind, sondern der Vater hat ja alles dafür getan. Das was wir tun dürfen und müssen ist, es anzunehmen.
Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und glaubst in deinem Herzen, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. (Römer 10.9)
Also gibt es jetzt für die, die zu Jesus Christus gehören, keine Verurteilung mehr.
Wenn jemand zu Christus gehört, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen; etwas ganz Neues hat begonnen. (2. Korinther 5, 17)
Deshalb verhaltet euch nicht wie ängstliche Sklaven. Wir sind doch Kinder Gottes geworden und dürfen ihn »Abba, Vater« rufen (Römer 8,15).
Durch seinen Tod am Kreuz in menschlicher Gestalt hat er euch mit sich versöhnt, um euch wieder in die Gegenwart Gottes zurückzuholen und euch heilig und makellos vor sich hinzustellen (Kolosser 1, 22).
Heilig und makellos, so stehst du vor Gott, nicht durch deine Taten, sondern weil der Vater den „Mantel der Gerechtigkeit“ über dich gelegt hat. Gott sieht dich durch Jesus.
Es gibt im Neuen Testament ein schönes Bild von einem Bund der geschlossen wurde.Vor 20 Jahren bin ich auch einen Bund eingegangen mit meiner Frau. Diesen Bund sind wir eingegangen und haben gesagt: „Wir stehen zueinander in guten wie in schlechten Zeiten. Wenn du eine Ehe eingehst heißt das nicht es gibt nur gute Zeiten. Das denkt man vielleicht das erste halbe Jahr und dann merkt man es gibt auch schwere Zeiten. Aber das heißt ja nicht wenn Miriam sich mir gegenüber schlecht verhält oder ich ihr gegenüber, dass dann der Bund automatisch gebrochen wird. Wir sind ja einen Bund eingegangen.
Das bedeutet: An dem Abend bevor Jesus starb hat er Brot und Wein genommen und gesagt: „Das ist das Zeichen für den neuen Bund den ich mit euch schließe.“ Wir sind in den Bund eingeschlossen, hineingepfropft, den Jesus geschlossen hat. Auch wenn du versagst, wenn du Fehler machst bist du makellos und heilig vor Gott. Warum? Weil du den Mantel der Gerechigkeit über dir hast. Nicht weil du nicht schmutzig wirst, nein, sondern weil er für den Schmutz bezahlt hat.
Ich habe mich immer gefragt: Wie könnte es eigentlich für die zwei Söhne weiter gehen. Das ist ja ein bisschen offen am Ende. Wie könnten sie aufpassen das sie das Herz des Vaters weiterhin verstehen? Ich habe gedacht, eigentlich müssten sie jeden Tag in die Küche des Vaters kommen, mit ihm reden und sich von ihm lieben lassen. Und wisst ihr, was für uns die Küche des Vaters ist? Deine Zeit zuhause, wo du deine Bibel lesen kannst, wo du beten, auf Gott hören und dich vor ihn hinstellen, dich ihm hingeben kannst, ihm sagen: Papa, hier bin ich. Ich möchte mehr von dir verstehen.
Manchmal denken wir ja wir müssten mehr Bibel lesen um uns etwas zu verdienen so nach dem Motto: wenn ich nur genug Bibel lese, dann wird Gott mich schon segnen. Bibellesen heißt: Ich höre mehr die Wahrheiten Gottes und weniger auf die Lügen von anderen Postits oder was andere mir sagen. Bibellesen heißt: Ich nehme Gottes Wahrheit in mich auf sehe wie der Vater mich liebt. Meine Küchenzeit ist wo ich mich bei den Vater setze und ihn verstehe. Der „Ich bin“ sagt: „Du bist mein Sohn, meine Tochter.“
Was denkst du über dich? Was denkst du wer du bist? Wirst du von Gott nur als Sünder gesehen? Nein, er sieht dich als seinen Sohn, seine Tochter die nach Hause gekommen ist, als sein Ebenbild. Wir sind auf einer Mission um ihm ähnlicher zu werden, mehr mit ihm verbunden zu sein mehr Gemeinschaft mit ihm zu haben. Wir haben den Heiligen Geist der in uns wirkt,
Mir ist es an einer Stelle in unserem Leben aufgefallen wie wir beten dürfen. Manchmal habe ich das Gefühl das wir beten wie Bettler: Bitte bitte mach, mach, gib. Vor einem halben Jahr hatte mein Bruder einen Schlaganfall und ich habe die ganze Zeit so gebetet: Bitte bitte mach, mach, bitte bitte. Dann ist mir aufgefallen: aber ich bin doch sein Sohn und wenn er mein Vater ist, der meinen Bruder so liebt und ihn auf so auf der Intensivstation sieht und ich das Herz des Vaters kenne, der ihn liebt, der mich liebt will ich nicht mehr so bitten, ich will danken. Ich will ihm sagen: „Danke, dass du meinen Bruder liebst, danke, dass deine Wege gut sind, danke dass du mit deinem Tod am Kreuz alles gezeigt hast wie dein Herz ist. Wenn du Sohn oder Tochter des Höchsten bist dafst du auch anders beten. Natürlich dürfen wir bitten aber ich darf auch vertrauen dass seine Wege gut sind auch wenn wir sie nicht verstehen. Es gibt einen Satz der mich schon ein Leben lang begleitet, der heißt: „Warum vertraust du mir nicht? Ich war damals im Kinderheim, habe da gearbeitet und gefragt: Warum sitze ich hier habe die ganze Nacht gearbeitet. Da habe ich die Bibel aufgeschlagen und da stand da: „Warum vertraust du mir nicht?“
Wir wissen nicht, warum manche Dinge im Leben passieren, aber ich weiß: wenn ich Sohn oder Tochter des Vaters bin dass er es immer gut mit mir meint, auch wenn die Wege anders laufen als ich denke. Es gibt eine Stelle in Hiob. 38 Kapitel und Hiob klagt Gott an – bis Gott anfängt zu reden: „Wo warst du als ich alles geschaffen habe? Wir verstehen manchmal Gottes Wege nicht weil Gott viel größer ist, weil Gottes Wege viel höher sind als unsere Wege. Die Frage, die immer mitschwingt ist: Mein Sohn, meine Tochter, vertraust du mir auch in den schwierigsten Zeiten dass sich alles zum Guten wendet? Was ich mir praktisch aus diesem Text mithehmen möchte ist, das ich Montag morgen aufstehe und sage: ich ziehe meinen „Mantel der Gerechtigkeit“ an egal ob ich schuldig geworden bin oder nicht. Ich ziehe den Siegelring an und ich gehe in die Woche und ich weiß ich das ich Gottes Autorität habe, ich gehöre zu seiner Familie. Ich will mich darüber freuen, dass er das Beste für mich gegeben hat. Er hat seinen Sohn für mich dahingegeben. Ich will die Schuhe anziehen, seinen Auftrag annehmen und losgehen zu seiner Berufung.
Amen
Siehe auch: Wer ist Jesus?
Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie mich hier kontaktieren.
Alle Bibeltexte mit freundlicher Genemigung: ERF Bibelserver.com