Der Tausch am Kreuz
Daniel Bäumner
Ev. Gemeinschaft, Frankenberg, 03.04.2026
Das Video zur Predigt finden Sie hier.

 

Es ist Karfreitag und wir treffen uns zusammen unter dem Kreuz auf dem Weg, den Jesus gegangen ist, wo wir gerade schon ein bisschen mit hineingenommen sind. Und am Anfang habt ihr einen Stein bekommen. Wer ein bisschen später gekommen ist, kann sich gerne hinten noch einen Stein holen, denn er wird uns ein bisschen begleiten, so wie in dieser Woche im Ostergarten. Und wer diese Woche schon im Ostergarten war, der fühlt sich mit dem Stein, der er gerade in der Hand hält, vielleicht ein bisschen erinnert. Im Ostergarten ging es die ganze Woche darum die Menschen mit hineinzunehmen in dieses Ereignis, in diese in diese historische Geschichte das, was vor 2000 Jahren passiert ist.

Was macht diese Geschichte mit dir? Ich fand es interessant, im Laufe der Woche im Ostergarten, da gab es die einige die schon lange Christen sind. Für die war es auch ergreifend, da durchzugehen. Und dann gab es auch die, die das erste Mal da durchgegangen sind,. und die vielleicht gar nicht wussten, was da passiert ist, was es damit auf sich hat. Die gar nicht wussten, was kommt im nächsten Raum, was passiert da, was nimmt mich mit. Dann gibt es die einen, die gingen ergriffen nach Hause und dann gab es noch andere, die gesagt haben, schöne Deko. Und dann denkst du, okay, vielleicht bist du ein bisschen vorbeigegangen an dem, was an Karfreitag passiert ist.

Wir wollen uns dem, was an Karfreitag passiert ist, heute Morgen mal ganz anders stellen. Du hast einen Stein bekommen und dieser Stein soll dafür stehen, was dich in deinem Leben belastet. Was sind die Dinge, die in deinem Leben gerade vielleicht die Last sind? Ich möchte euch mal bitten, euch einen Moment Zeit zu nehmen, das mal wirklich zu überlegen. Was sind gerade Dinge, die dein Leben schwer machen? Die dir Bauchschmerzen bereiten? Wo bei dir vielleicht Schuld da ist? Wo vielleicht Schuld da ist, die dir angetan wurde? Vielleicht Trauer, die da ist? Vielleicht irgendeine Last die da ist oder was auch immer dir auf dem Herzen liegt. Nimm dir mal eine kurze Zeit, denn dafür steht dieser Stein heute Morgen. Wie gesagt, wer noch einen möchte, kann sich hinten dann einen nehmen. Was ist die Last deines Lebens? Nimm mal einen kleinen Moment Zeit, das ernsthaft für dich zu überlegen, was da gerade vielleicht ist.

Wir haben Karfreitag und wir treffen uns unter dem Kreuz. Warum ist das so wichtig? Was geschieht, wenn wir uns unter dem Kreuz treffen? Unter dem Kreuz werden wir neu geerdet. Die Prioritäten unseres Lebens werden neu gesetzt. Wir werden wieder grade gerückt. Wir erkennen Gott und seine Liebe. Wir erkennen, wie wir beschenkt wurden. Wenn wir genau hinschauen, in die Tiefe, seine Worte anschauen, seine Wundmale anschauen, erkennen wir viele Dinge in unserem Leben, Dinge die uns vielleicht wichtig sind, verlieren ihren Raum. Und Gottes Liebe, dass etwas passiert ist, bekommt neuen Raum. Am Kreuz legt der Vater und der Sohn sein Herz offen. Liebe und Zorn treffen zusammen auf Jesus. Und ich liebe es immer wieder zu forschen, in das, was ist da passiert ist, mehr einzutauchen. Aber heute geht es nicht so viel um dieses Erforschen und was damals passierte und um Prophetie, sondern es soll heute sehr praktisch werden.

Ich möchte mit euch heute über den Tausch am Kreuz nachdenken. Es ist so wichtig hinzusehen, damit wir verstehen können, was wir eintauschen können am Kreuz. Dort hängt unser Herr, unser Heiland, unser Erlöser, unsere Liebe. Er hat unter schlimmsten Umständen alles auf sich genommen und es gibt einen Satz, den finde ich sehr beeindruckend: „Er wurde für uns zur Sünde gemacht“. (2.Korinther 5,21), Das heißt, als Jesus dort hing lag alles auf ihm. Und dann, wenn wir um das Kreuz herumgehen, sehen wir plötzlich Menschen die an diesem Tag, am Karfreitag, am Kreuz einen Tausch vorgenommen haben. Einige dieser Menschen wollen wir uns zusammen ein bisschen anschauen.

Da ist der Hauptmann. Wer war eigentlich dieser Hauptmann? Er war der Leiter der Hinrichtung. Er war ein Berufskiller. Er war ein Henker. Und dann leitet er den ganzen Prozess von Pilatus über die Geiselung, den Weg zum Kreuz. Er sucht Simon von Kyrene aus, der das Kreuz trägt. Die kommen an, er ist dafür zuständig, dass Jesus an das Kreuz genagelt wird, dass das Kreuz mit Jesus daran aufgerichtet wird. Und dann hat er zum Schluss noch eine Aufgabe: einen Speer zu nehmen und Jesus damit in die Seite zu stechen. Und was geschieht in diesem Moment mit ihm, dem Hauptmann? Er tauscht am Kreuz. Er kommt hin mit Unkenntnis über das, wer Jesus ist, er kommt hin mit Kaltblütigkeit. Und dann sagt er, paradoxerweise der, der Jesus hat umbringen lassen, der alles zu verantworten hat:

Das war wirklich Gottes Sohn!„. (Matthäus 27,54)

Der Erste der nun glaubt, nachdem Jesus ruft: „es ist vollbracht!“, ist dieser römische Hauptmann, der für alles zuständig war und er tauscht ein: Unkenntnis gegen Glauben, Kaltblütigkeit gegen Liebe. Das ist der Erste, der nach Jesu Tod am Kreuz eingetauscht hat. Er bringt das weg, was er hingebracht hat. Ja, er war ein Berufskiller, er war dafür zuständig, er hat das hunderte Male gemacht. Die Kaltblütigkeit tauscht er ein gegen Glaube und Liebe.

Und dann der der Nächste. Der Schächer am Kreuz wird er genannt. Wer war er? Er war ein Aufrührer, ein Verbrecher. Es hängen zwei neben Jesus und beide haben die Möglichkeit einzutauschen, indem sie auf Jesus schauen. Aber der eine lacht über Jesus und sagt, ha ha, wenn du Gottes Sohn bist, komm doch herunter vom Kreuz. Der andere neben ihm aber sagt, wir beide leiden hier die Strafe, die wir verdient haben, aber der hat nichts Unrechtes getan. Und zu Jesus sagt er, denk an mich, wenn du deine Herrschaft antrittst. Und wir wissen nicht, wie sein Leben vorher war. Er sagt, wir hängen hier zurecht, das heißt, scheinbar schaut er sein Leben an und denkt, okay, da ist ganz schön viel Dunkles in meinem Leben. Und kurz bevor sein Ende des Lebens gekommen ist, tauscht er ein und sagt, denk an mich, Jesus, wenn du in dein Reich kommst. Und was sagt Jesus?

„Schon morgen wirst du mit mir im Paradies sein.“

Glauben genügt. Eigentlich hat er nun Verdammnis, eigentlich hat er Vergänglichkeit, Aber er tauscht, Sekunden vor seinem Tod, tauscht er das ein in Paradies und Ewigkeit. Das Einzige, was er brauchte, war Glauben. Er brauchte nicht eine Reihe gute Taten, er musste nicht die zehn Gebote entfüllen. Das, was er brauchte, ist, Jesus, „Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst“. Die zweite Person, die am Kreuz eintauscht. (Lukas 23,39-43)

Und da ist der Nächste, etwas früher als die Anderen, Barabbas. Jedes Jahr zum Passafest wurde ein Gefangener freigelassen, quasi als eine Belohnung von den Römern für die Juden. Und Pilatus sagt, okay, vielleicht komme ich aus der Nummer raus, ich versuche jetzt Jesus freizulassen und der Barabbas, der bleibt dann verurteilt, dann stehen sie nebeneinander und paradoxerweise bedeutet der Name Barabbas „Sohn des Vaters“. Das ist nach dem Aramäischen: Bar-Aba. Abba heißt Vater. Und Bar wäre im Jüdischen oder im Hebräischen Sohn, Ben. Aber im aramäischen: Bar. Bar Abba heißt: Sohn des Vaters. Dann steht der Sohn des Vaters neben dem Sohn des Vaters. Und wird da ausgetauscht, das heißt: der Erste der Gefangenschaft erlebt und nun frei wird ist Barabbas. Das Verrückte ist, wir wissen ja manchmal gar nicht, wie die Geschichte dieser Leute weiterging. Die tauchen plötzlich auf, erscheinen auf die Bühne und gehen wieder runter. Und wir wissen nicht, wie es weitergeht. Bei Simon von Kyrene, bei ihm wissen wir es. Am Ende des Römerbriefs steht nämlich, dass die Gemeindeleiter in Rom die Söhne von diesem Simon von Kyrene waren. Ja, also er ist zum Glauben gekommen, hat ihn an seine Kinder weitergegeben, die leiten nun die Gemeinde. Bei Barabbas wissen wir gar nicht, wie es ging weiterging. Was wir aber sehen: an diesem Tag tauscht er etwas ein. Er ist eigentlich Gefangener. Und was er erlebt durch das Kreuz, durch das, was Jesus tut, ist Freiheit. Er tauscht also ein.

Dann der nächste, den wir treffen. Und manchmal ist es wichtig, in der Bibel genau hinzugucken, auch auf die kleinen Details. Wisst ihr, wer das ist? Habt ihr eine Idee? Nikodemus, das ist Nikodemus. Und Nikodemus, zu ihm wurde ja der legendärste Satz gesagt, den Jesus gesagt hat. (Johannes 3,16):

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab.

Zu ihm wurde er gesagt. Nachts kam er zu Jesus geschlichen und hat gefragt, wer bist du? Bist du der Messias? Bist du der Versprochene? Bist du der, der kommen wird? Nikodemus, dann wissen wir überhaupt nicht, wie es weitergeht. Wir wissen gar nicht, tauscht der nun seinen zweifeligen Glaube gegen Gewißheit ein? Doch wir wissen es. Am Anfang (Johannes 3Johannes 3)  lesen wir, eines Nachts kam ein Pharisäer mit Namen Nikodemus, der zu den führenden Juden zählte, zu Jesus. Nikodemus war Teil des Hohen Rates, das heißt, das war das oberste Gremium im Judentum. Dort, wo Jesus verurteilt wurde, war er Teil. Wir wissen erst nicht, wie es weitergeht. Aber dann schauen wir mal, deswegen immer genau auf die Details achten. Nach der Kreuzung, da lesen wir: (Johannes 19, 39-40)

Auch Nikodemus, der Jesus am Anfang einmal bei Nacht aufgesucht hatte, war gekommen. Er brachte etwa hundert Pfund einer Mischung von Myrrhe und Aloe mit. Die beiden Männer nahmen den Leichnam Jesu und wickelten ihn unter Beigabe der wohlriechenden Öle in Leinenbinden, wie es der jüdischen Begräbnissitte entspricht.

Im dritten Kapitel von Johannes lesen wir, er ging die Nacht hin. und dann lesen wir 16 Kapitel hindurch nicht wie es weitergeht. Und plötzlich sehen wir das kleine Detail, er gehörte zu zwei Leuten, die Jesus begraben haben. Und scheinbar hat er eingetauscht. Er kam suchend in der Nacht zu Jesus. Und dann stirbt Jesus. Und was glaubt er? Er hat gefunden, was er gesucht hat. Er hat den Messias Israels gefunden. Er ging suchend zum Kreuz hin, aber er kam erfüllt wieder zurück.

Und da ist noch einer, Das finde ich auch eine interessante Sache, Johannes. Alle Jünger von Jesus hatten sich ja versteckt. Sie waren weg. Aber einer stand mit unter dem Kreuz. Das war Johannes. Und es gibt diese sieben Worte von Jesus am Kreuz. Und eines handelt von Johannes und seinem neuen Auftrag. Und dann schaut Jesus runter vom Kreuz. Er sieht Johannes und seine Mutter und bisher war er nur ein Begleiter von Jesus. Und nun bekommt er einen Auftrag. Jesus sagt nämlich zu ihm, Johannes, das ist jetzt deine Mutter. Und zu Maria sagt er, das ist nun dein Sohn. Das heißt, bisher hat er Jesus nur begleitet. Er ist mitgelaufen. Und direkt unter dem Kreuz tauscht er ein, die Rolle als Begleiter in einen neuen Auftrag.

Ihr seht jetzt, wie viele Menschen unter dem Kreuz etwas eintauschen, bei Jesus unter dem Kreuz eintauschen. Und vielleicht sitzt du heute hier, weil du auch in deinem Leben irgendwann den Punkt hattest, wo du gesagt hast, ich tausche in meinem Leben ein, ich glaube diesem Jesus, ich gehe mit diesem Jesus. Seit 2000 Jahren tauschen Menschen an diesem Kreuz ihr Leben ein, Dinge, die passiert sind. Und wisst ihr, bevor ich zum Glauben kam, waren das meine Dinge in meinem Leben: Ich hatte Angst in meinem Leben. Ich hatte Depressionen in meinem Leben. Ich war orientierungslos. Ich wollte mit Gott überhaupt nichts zu tun haben. Ich hatte Angst, vor dem was kommt. Ich hatte Angst vor dem Tod. Ich hatte Angst vor dem, was danach kommt. Ich war total verschlossen. Ich war überhaupt nicht offen. Das heißt, diese Dinge haben mein Leben bestimmt. Angst, Depressionen, orientierungslos. Ich war lebensmüde. Ich wollte eigentlich überhaupt nichts mehr mit diesem Leben zu tun haben. Und das war das, bevor ich zu diesem Kreuz kam. Und dann habe ich meine Entscheidung für Jesus getroffen, eingetauscht und plötzlich wurde aus Angst Mut, wurde aus Depression Freude, aus Orientierungslosigkeit wurde Frieden. Das ist der Tausch, den wir am Kreuz durchführen können.

Nimm dir mal ganz kurz Zeit für deine Geschichte, für dein Leben. Vielleicht sitzt du hier und glaubst noch gar nicht an Jesus, du hast das noch gar nicht angenommen. Vielleicht kannst du dich aber auch zurückerinnern an den Moment, wo du zu Jesus gefunden hast. Was sind die Tauschmomente deines Lebens bisher gewesen? Und ich möchte mit euch einige Bibelstellen anschauen, die beschreiben, was am Kreuz passiert ist während ihr, wenn ich das vorlese, mal versucht zu überlegen, wo steckt denn dieser Tausch am Kreuz in diesen Bibelstellen drin? Dort hören wir:

In Wahrheit aber hat er die Krankheiten auf sich genommen, die sonst uns getroffen hätten, und die Schmerzen erlitten, die sonst wir ertragen müssten. Wir meinten, Gott habe ihn gestraft und geschlagen; doch wegen unserer Schuld wurde er gequält und wegen unseres Ungehorsams geschlagen. Die Strafe für unsere Schuld traf ihn und wir sind gerettet. Er wurde verwundet und wir sind heil geworden. (Jesaja 53,4-5) Die Tauschmöglichkeit, die in diesem Vers beschrieben wird, ist: Krankheit tauscht er ein gegen Heilung und Schuld gegen Rettung. Und dann lesen wir: 

Den Schuldschein, der uns wegen der nicht befolgten Gesetzesvorschriften belastete, hat er für ungültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt. (Kolosser 2,14) Und der Tausch ist: Schuld gegen Rettung, Sünde gegen Vergebung.

Und dann heißt es: (Römer 8, 31-32) Was bleibt zu alldem noch zu sagen? Gott selbst ist für uns, wer will sich dann gegen uns stellen? Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle in den Tod gegeben. Wenn er uns aber den Sohn geschenkt hat, wird er uns dann noch irgendetwas vorenthalten? Und der Tausch ist, wir denken manchmal, wir haben Mangel. Sieht Gott mich wirklich? Liebt er mich? Und wenn wir auf das Kreuz schauen, sehen wir Erfüllung. Er hat alles getan und gegeben.

und dann sagt Paulus: (Galater 6,14)  „ich will aber sonst nichts vorweisen als allein das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus und mich mit nichts anderem rühmen weil er am Kreuz gestorben ist, ist für mich die Welt gekreuzigt und ich bin gekreuzigt für die Welt“ und er macht einen Tausch am Kreuz. Nebensächlichkeiten bringt er zum Kreuz und gibt es ab und er sagt, okay, ich bin für die Welt gekreuzigt die Sachen interessieren mich nicht mehr und er bekommt einen neuen Fokus, eine neue Priorität in seinem Leben. Durch ihn wollte Gott alles versöhnen und zu neuer, heilvoller Einheit verbinden. Alles, was gegeneinander streitet, wollte er zur Einheit zusammenführen, nachdem er Frieden gestiftet hat durch das Blut das Jesus am Kreuz vergoss. Alles auf der Erde und im Himmel lebt sollte geeinigt werden durch ihn und in ihm als dem letzten Ziel. Und was ist hier für ein Tausch: Streit, Getrennensein, Unfriede bringen wir zum Kreuz und wir empfangen Versöhnung, Verbundenheit und Frieden. Und auch weil Christus in seinem menschlichen Leib den Tod auf sich nahm, hat Gott jetzt mit euch Frieden gemacht. Als ein heiliges Volk steht ihr jetzt rein und fehlerlos von ihm da. Das heißt, den Schmutz, den wir an uns haben, bringen wir zum Kreuz und was empfangen wir? Reinheit.

Was siehst du, wenn du ans Kreuz schaust? Wir sehen Gottes Hingabe, wir sehen seine unfassbare Liebe, wir sehen sein tiefes Verlangen nach uns, seine Gnade, sein unbändiger Wille, seine Wertschätzung. Und das darfst du empfangen. Und Paulus sagt, die Botschaft, dass für alle Menschen am Kreuz die Rettung verbracht ist, muss denen, die verloren gehen, als barer Unsinn erscheinen. Wir aber, die gerettet sind, erfahren darin Gottes Kraft. Erfährst du darin Gottes Kraft in deinem Leben? Ganz praktisch, konkret. Erfährst du in deinem Alltag durch das Kreuz, durch das Hinsehen und den Tausch am Kreuz Gottes Kraft? Wenn Paulus sagt, die verloren gehen, denen muss dieses Kreuz als barer Unsinn erscheinen. Wir aber, die Glauben, erfahren dort darin Gottes Kraft. Deswegen ist es so wichtig, immer wieder zum Kreuz zu gehen und zu gucken, was ist denn die Last meines Lebens? Was sind denn die Dinge, die mir auf dem Herzen liegen? Was sind die Dinge, die mich schwer machen um sie bei Jesus abzulegen und neu zu empfangen. Und es gibt einen Vers, der ist für mich mittlerweile der Top-Tauschvers, der Tausch- am Kreuzvers. Und zwar sagt er: (Philipper 2,3-4

„handelt nicht auf Selbstsucht oder Eitelkeit, seid bescheiden und achtet den Bruder oder die Schwester mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern an den der anderen und jeder und jede von euch.“ Das heißt, gebt eure Selbstsucht ab, bringt eure Eitelkeit zum Kreuz und empfangt Bescheidenheit und Demut. Und wodurch?

 Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat: Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein. Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen. Im Gehorsam gegen Gott erniedrigte er sich so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm, ja, den Verbrechertod am Kreuz. (Philipper 2,5-8)

Er sagt, geh zum Kreuz und schau hin, was Jesus für dich getan hat. Und dann fang an, zum Beispiel Selbstsucht und Eitelkeit hinzubringen und wenn du das loslässt, wirst du empfangen, Bescheidenheit und Demut. Aber es geschieht, wenn du dich auf den Weg zum Kreuz machst. Manchmal stehen wir in der Gefahr, wir nehmen unseren Ballast, wir nehmen die Steine, bringen sie zum Kreuz und nehmen sie dann wieder mit. Aber wichtig ist im Leben, dass wir die Dinge da lassen bei Jesus weil, wenn wir voll sind mit Ballast, haben wir gar keine Möglichkeit, Dinge zu empfangen, Dinge in die Hand zu nehmen, Dinge mitzunehmen, weil wir sind ja voll mit unserem Ballast. Also angenommen, ihr hättet am Anfang 10 Steine bekommen, wie sollt ihr empfangen, wenn ihr belastet seid durch diese Dinge? Das heißt, wir müssen lernen, den Ballast dort zu lassen, wo er hingehört, bei dem, der alles getragen hat.

Jesus wurde für uns zur Sünde gemacht.

Das heißt, er hat die Dinge getragen und wir sollen eintauschen, um zu empfangen. Zum Beispiel Bescheidenheit und Demut. Er sagt nicht, seid so oder seid so, sondern habt vor Augen was Jesus getan hat. Und die Frage ist, glauben wir, dass Gott uns beschenken will? Glaubst du, dass Gott dich beschenken will? Glaubst du, dass wenn du Ballast abgibst, nicht nur Sachen los wirst, sondern neue empfangen wirst? Ich glaube, wir haben Gott manchmal vor Augen als einen knauserigen Vater. Wird er mich denn beschenken? Wird er mich segnen?

Ich möchte euch kurz was erzählen von unserer Fastenzeit. Wir sind ja gerade am Fasten mit einigen aus der Gemeinde. Wer sieht hungrig aus heute Morgen? Wer ist am Fasten? Ich habe erst gedacht, okay, wir fasten wieder drei Wochen, naja, mal gucken, was das bringt. Und beim Fasten geht es darum zu sagen, ich verzichte auf Dinge und gebe Gott Sachen hin. Und das wird uns geschenkt. Ich sage euch, die erste Woche war eine ganz miese Woche. Ich hatte verschiedene Themen. Ich habe ein Thema in meinem Leben, das finden viele immer lustig, aber es ist garnicht so lustig. Und zwar geht es darum, dass ich seit vielen Jahren nachts aufstehe, in die Küche gehe und esse. Das finde ich immer lustig, das hat irgendwas mit Insulinresistenz zu tun und Schlafapnoe und so weiter. Aber irgendwann wird man dicker und dicker und dann nimmst du halt zu. Und ich habe gesagt, wenn du das wegnehmen könntest in dieser Fastenzeit, wäre das super.
In der ersten erste Woche, da ging es mir echt nicht gut. Ich habe einfach so Kopfschmerzen gehabt. Ich habe zwei Tabletten genommen, die haben nichts geholfen. Dazu ich muss mal sagen, wie ich fasste. Ich trinke nur Wasser und ich esse nur Obst und Gemüse. Da fehlt schon mal Salz. Ich habe dann gegoogelt, was muss ich machen. Also Erdnüsse mit Salz, nach fünf Minuten sind meine Kopfschmerzen weg, super. Ich habe mir am Anfang gar nicht so viel Zeit genommen, dafür zu beten. Ich habe irgendwie probiert, über die Tage zu kommen. Der erste Tag war echt bitter. Man kann so eine Fasten-Grippe bekommen. Du liegst da und denkst, was ist passiert? Am nächsten Tag Gliederschmerzen, Kopfschmerzen. Und dann komme ich nach den ersten zehn Tagen zurück und denke, ich wache schon noch nachts auf, aber ich gehe gar nicht mehr was essen. Und viele finden das lustig, es gibt sowas, ich habe mal gegoogelt 2% der Bevölkerung, die haben das irgendwie so eine Nachtessgewohnheit, keine Ahnung. Und zweimal habe ich das in den letzten 18 Tagen noch gemacht, aber nur eine Handvoll Nüsse. Seid beruhigt, ich habe kein Schnitzel gegessen. Ich weiß nicht, ob das jetzt so bleiben wird, aber was ich gemerkt habe, der Vater scheint scheinbar nicht knauserig zu sein, sondern er sagt, wenn ihr zu mir kommt, wenn ihr Sachen ans Kreuz bringt, wenn ihr fastet, auf Sachen verzichtet, ich werde euch beschenken.

Die Frage ist zum Beispiel, das ist auch in Bezug auf Fasten, glauben wir denn, dass Gott uns beschenken will? Oder denken wir, ich bin beschenkt durch das, was ich mir selbst gebe, was ich mir zuführe. Ich habe jetzt gemerkt, in dieser Zeit das war ein Lernfaktor für mich, der Vater wird mich beschenken. Und ich sehe zurück und denke, wow, das habe ich in den letzten 20 Jahren nicht so gehabt. Die Frage ist, glaubst du ernsthaft, wenn du Sachen zum Kreuz bringst und ablegst, dass er das trägt und dass du empfangen darfst? Oder glauben wir das Gott eigentlich nicht? Glauben wir eigentlich, dass es diesen Tausch gibt. Glauben wir dass, wenn wir Selbstsucht und Eitelkeit abgeben, auch durch den Blick auf Jesus, dass wir empfangen werden? Und wenn Gott sagt, ich habe euch sogar meinen Sohn geschenkt, glaubst du, ich werde euch etwas vorenthalten?

Ich habe noch drei andere Themen, da habe ich jetzt nichts erlebt in der Zeit. Okay, da werde ich wieder fasten. Mal gucken, ob dann das nächste passiert. Ja, und dann wieder das nächste. Der Weg mit Gott ist ein Prozess. Wir kommen zu Jesus, wir bekehren uns und ein großer Teil unseres Lebens wird genommen und wird eingetauscht. Wie bei mir am Anfang. Ich habe Depression und Angst abgegeben und eingetauscht gegen Mut gegen Glaube gegen Frieden im Herzen. Und dennoch ist mein Leben hier immer wieder davon geprägt dass ich dennoch Dinge tue die nicht gut sind. Und Dinge und Herausforderungen im Leben kommen. Wer weiß, was in der nächsten Woche für eine neue Herausforderung kommt, für ein neuer Stein, eine neue Last. Okay, was ist unser Job, mit unseren Lasten zu tun? Sie Jesus auf die Schulter zu legen und zu sagen, nimm es. Das heißt nicht, ich glaube an Jesus, danach kann mir nichts mehr im Leben was anhaben, alles easy, ich fliege nur noch durch diese Welt. Nein, wir leben in dieser Welt, wir haben einen sündigen Geist, wir tun immer mal wieder Böses. Okay, dann bringen wir es Jesus, denn er hat es ja schon getragen. Dann kommen vielleicht Krankheiten im Leben, dann kommen vielleicht Herausforderungen, dann kommt vielleicht Arbeitslosigkeit. Okay, ich nehme diese Last und was tue ich? Ich gehe zum Kreuz und nehme es wieder mit? Nein, durch das Kreuz erfahren wir Gottes Kraft. Und manchmal kann es sein, dass wir vielleicht auch fasten sollten und beten, und durch Gott plötzlich beschenkt werden. Vielleicht stehe ich auch in drei Monaten hier und denke, heute Nacht war ich nur am Kühlschrank. Keine Ahnung, was ich euch dann erzähle. Aber was ich gerade erlebt habe, ist, wenn ich etwas tue, mich auf Gott einlasse, Dinge zu Gott bringe und dann scheinbar beschenkt werden kann. Die Frage ist aber, glaubst du das?

Am Anfang habt ihr die Herausforderung gehabt, ihr habt den Stein bekommen und die Frage war, was ist die Last eures Lebens? Und wenn ihr so reinkommt, sehen wir unsere Last nicht. Du guckst jetzt nicht hier rum und denkst, oh, der hat aber diese Last. Ach, der hat aber diese Last. Die Lasten behalten wir ja auch für uns. Und du kennst deine Lasten. Aber die Frage ist, bist du bereit, diese Last ans Kreuz zu bringen und auch dort zu lassen und zu sagen, okay, Jesus, hier bin ich, ich habe meine Last abgelegt, damit du mich beschenkst mit dem, was du für mich möchtest.

Ich möchte euch mal einige Tauschmöglichkeiten nennen am Kreuz. Ich darf Schuld abgeben, die bekomme ich vergeben. Das heißt, ich darf erhoben weggehen. Ich darf frei weggehen. Ich muss nicht wieder weggehen und denken, die Schuld ist noch auf meinen Schultern. Ich habe Vergebung. Ich bin rein. Ich bin freigesprochen. Ich kann den Hass, den ich in meinem Herzen empfinde, zu Jesus an das Kreuz bringen. Und was empfange ich, wenn ich es wegbringe? Ich empfange Liebe.
Gefangenschaft kann ich wegbringen. Die Fesseln, die mich vielleicht binden, bringe ich ans Kreuz von Jesus. Und was empfange ich? Freiheit. Und es ist auch ein Prozess. Es ist nicht immer alles Schlag auf Schlag anders. Deswegen machen wir halt den Kurs „Get free“, weil nicht alles Schlag auf Schlag geht, sondern ich werde frei, nach und nach. Der Weg mit Jesus ist ein Prozess, dass du immer wieder neu frei wirst.
Wisst ihr was, ich kann sogar meine Freiheit abgeben am Kreuz und Liebe empfangen. Manchmal ist es nämlich unsere Freiheit, dass ich denke ich kann ja machen was ich will, und nehme nicht Rücksicht auf andere. Ich kann sogar meine Freiheit abgeben, um Liebe zu empfangen.
Ich kann Selbstanklage abgeben, und was empfange ich? Dass der Vater mich annimmt und ich mich auch selber annehmen kann. Ich gehe ans Kreuz mit meiner Wertlosigkeit und ich sehe, dass Jesus alles getan hat für mich und was kann ich empfangen, dass ich wertvoll bin.
Am Kreuz gebe ich die Sklavenschaft der Sünde ab und empfange, dass ich Gottes Kind sein darf.
Ich kann die Unruhe meines Lebens zum Kreuz bringen und sehe, Jesus hat es getragen und ich darf Frieden empfangen.
Ich kann Verschlossenheit abgeben, vielleicht auch die Scham meines Lebens wo ich denke das darf keiner wissen. Dass ich nachts an den Kühlschrank gehe, darf keiner wissen. Ich darf Offenheit empfangen.
Ich darf Schwere abgeben und Leichtigkeit empfangen.
Verdammnis darf ich abgeben und Freispruch empfangen.
Verzweiflung darf ich abgeben und Hoffnung empfangen.
Einsamkeit darf ich abgeben und Gemeinschaft empfangen. Das kann man immer weiter so durchmachen. Ich habe noch eine ganze Reihe hier, aber ich hoffe, ihr habt es verstanden, welchen Ballast man abgeben kann, um vom Vater beschenkt zu werden.
Lüge darf ich abgeben, um Wahrheit zu empfangen.
Neid darf ich abgeben, um Dankbarkeit zu empfangen.
Egoismus gegen Fürsorge tauschen.
Misstrauen gegen Vertrauen. Hartherzigkeit gegen Milde.

 

Was ist der Ballast deines Lebens? Was ist das, was dein Herz vielleicht gerade schwer macht? Womit du vielleicht gerade zu kämpfen hast? Sorgen oder Ängste, Probleme, Herausforderungen, nicht zu wissen was kommt.

Die Frage ist, bist du bereit, das, was dich belastet, ans Kreuz zu bringen? Aufs Kreuz zu schauen, auf Jesus zu schauen und zu sagen, ich bringe es dir. Vielleicht auch mit Zweifel, vielleicht auch mit Angst, vielleicht auch mit der Sorge: was ist wenn ich es dir bringe und ich empfange irgendwie doch nichts und dann ist es vielleicht auch nötig bei Sachen noch mal genauer hinzuschauen vielleicht zu gucken was sind denn die Dinge die mein Herz belasten, vielleicht in der Seelsorge dann zu gucken oder vielleicht auch mal so eine Fastenzeit bewusst einzugehen und zu sagen: „Hier bin ich, ich verzichte“. Aber dann sei auch da, auch mit Gott dort zu ringen in dieser Zeit, vielleicht am Kurs am Freitag teilzunehmen Wir machen 50 Einheiten und ich sage euch, was nach jeder Einheit geschieht: Der Tausch am Kreuz. Was bringe ich und was empfange ich? Wir wollen das gleich mal ganz praktisch machen.

Wir werden ein Lied hören und ihr habt ja einen Stein bekommen. Den Stein dürft ihr gerne nachher da hinten reinlegen. Ihr dürft ihn auch mit nach Hause nehmen. Aber ihr dürft auch nach vorne kommen und diesen Stein unter das Kreuz legen und zu sagen, symbolisch, „Jesus, du siehst, was mich belastet. Du siehst, was schwer ist, du siehst, was hart ist mit diesem Stein.“ Aber du darfst ihn ablegen. Jesus hat gesagt: Kommt her zu mir, die ihr müde und beladen seid.“ (Matthäus 11,28) Dann ist er diesen Weg ans Kreuz gegangen, um alles zu tragen. Ihr dürft das ablegen bei Jesus. Ihr müsst es nicht mit nach Hause nehmen, ihr müsst es nicht tragen. Und ich möchte einmal kurz für uns beten. Und dann könnt ihr eine Zeit haben, zu überlegen, was ist denn die Last meines Lebens? und vielleicht auch mit Jesus mal ins Gespräch gehen darüber. Und während dieses Liedes könnt ihr gerne nach vorne gehen kommen und das ablegen bei Jesus.

Lieber Jesus, danke, dass du diesen Weg für uns gegangen bist. Dass du alles getragen hast, dass du alles mitgenommen hast. Du siehst, was uns auf dem Herzen liegt. Du siehst, was uns das Leben schwer macht, welche Last wir mit uns herumschleppen. Aber du hast gesagt, kommt her zu mir alle, die ihr müde und beladen seid und legt eure Last ab bei mir. Jesus, ich möchte dich bitten, dass du jetzt durch den Heiligen Geist hier durch unsere Reihen gehst und dass du jedem das aufs Herz legst, was seine Last ist, was wir ablegen sollen. Aber auch, dass du uns zeigst, womit wir eigentlich beschenkt werden sollten oder wollen.

Amen

Siehe auch: Wer ist Jesus?
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