Jubilate – von der Kraft der Anbetung
Elke Simon, Ev. Gemeinschaft Frankenberg
05.07.2026
Das Video zum Gottesdienst finden Sie hier

 

Jubilate von der Kraft der Anbetung. Gerade hat die Band gesungen:

Gott hat das letzte Wort.
Dort, wo das Ende droht,
setzt er seinen Plan mit uns Menschen fort.
Gott hat das letzte Wort,
er wendet deine Not
und dann wird das Kreuz dir zum Hoffnungsort.

 

Denn Gott hat die Übersicht,
er hält immer, was er verspricht.
Drum vertraue ich auch dann,
wenn ich selber nicht mehr kann.

 

Er ist der Glücklichmacher, der Überwinder, der Alleskönner, der Todbezwinger.
Er ist der Sorgenkenner, der Sehnsuchtstiller, der Chancengeber.

 

Der Worterfüller.

Wir haben sie eben gehört, diese großen Worte des Liedes, das die Band uns gerade vorgesungen hat. Diese Worte gehen uns so leicht über die Lippen. Wenn das Leben gerade glatt läuft und alles gut ist, dann können wir glaubensvoll unseren allmächtigen und barmherzigen Gott anbieten. Was aber, wenn es eine Wendung nimmt, uns die Kontrolle komplett aus den Händen gleitet, das Schicksal zuschlägt und wir Gott nicht mehr verstehen können?  Denn eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche, das Leben ist kein Wunschkonzert. Auch wir als Christen, die treu Gott nachfolgen, haben nicht das Versprechen, dass alles glatt läuft oder alle unsere Pläne sich erfüllen. Das Versprechen, das Jesus uns gibt, heißt, ich bin bei euch bis an der Weltende. Nachzulesen in Matthäus 28.  Alle Tage, nicht nur an den leichten und guten Tagen, sondern gerade auch an den schweren und dunklen Tagen, wo das Leben uns zu zerbrechen droht. Gerade da ist Gott da und will uns Widerstandskraft geben, auch wenn wir selbst das gar nicht mehr fassen können.

Ich möchte euch von einem Jungen erzählen, der mit einem sehr schweren und sehr seltenen Herzfehler geboren wurde. Als wir diesen Jungen und seine Mutter kennenlernten, waren sie in unser Dorf gezogen und suchten Anschluss an eine christliche Kindergruppe. Der Junge war zu diesem Zeitpunkt vier bis fünf Jahre alt und schon mehrfach am Herzen operiert worden. Wieder einmal stand eine Herz-OP an, die x-te seines kurzen Lebens. Die Ärzte sagten, dass sie wohl den ganzen Tag operieren müssten, Die Hoffnung, dass er dieser OP überleben würde, lag bei 50 Prozent. Und so beschlossen wir in der Gemeinde, uns den ganzen Tag parallel zur OP zum Gebet zu versammeln. Wir luden auch die Familie des Jungen dazu ein. Seine alleinerziehende Mutter begleitete ihn in die Klinik. Aber auch Großeltern und Urgroßeltern, die mit dem Glauben bisher nichts zu tun hatten, Und so lagen wir Gott in den Ohren, mit gesprochenen und gesungenen Worten, mit Bibeltexten, die wir uns gegenseitig zusprachen, im Schweigen. Nach 12 oder 13 Stunden kam dann der erlösende Anruf aus der Klinik. OP gelungen, Patient lebt. Ihr könnt euch vorstellen, wie erleichtert wir waren. Ja, es lohnt sich, sich mit all seiner Not an Gott zu wenden.

Nur wenige Minuten später klingelte wieder mein Telefon. Könnt ihr bitte weiterbeten? Er ist wieder auf dem Weg in den OP. Starke innere Blutungen. Es legte sich eine Schockstarre über uns. Wir waren wie gefangen. Keiner sagte mehr ein Wort. Es flossen Tränen. Und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis jemand folgende Worte aus der Bibel vorlas Apostelgeschichte 16,23:

Nachdem man sie, nämlich Paulus und Silas, hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl den Kerkermeister, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und es hörten sie die Gefangenen. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen und von allen fielen die Fesseln ab. Als aber der Kerkermeister aus dem Schlaf auffuhr und sah die Türen des Gefängnisses offen stehen, zog er das Schwert und wollte sich selbst töten, denn er meinte, die Gefangenen wären geflohen. Paulus aber rief laut, tu dir nichts an, denn wir sind alle hier. Der aber forderte ein Licht und stürzte hinein und fiel zitternd Paulus und Silas zu Füßen. Und er führte sie heraus und sprach, Ihr Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde? Und sie sprachen, Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig. Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und alle, die im Hause waren, und er nahm sie zu sich in derselben Stunde in der Nacht und wusch ihnen die Strähnen. Und er ließ sich und alle die Seiten sogleich taufen und führte sie in sein Haus und bereitete ihnen einen Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.

Der Anruf, dass unser kleiner Patient wieder auf dem Weg in den OP war, hatte uns sofort innerhalb von Sekunden als ganze Gruppe kollektiv in eine Schockstarre versetzt. Wir fühlten uns wie Gefangene, sahen keinen Ausweg mehr, das war’s jetzt. Aber dieser Bericht von Paulus und Silas löste die Schockstarre. Ja, wir wollten dem Vorbild dieser Männer folgen. Und so begannen wir Loblieder zu singen. Wir sangen ein Lied nach dem anderen. Keine verzweifelten Gebetshilferufe mehr. Einfach nur Loblieder. Eins nach dem anderen, bis irgendwann die Nachricht eintraf, dass unser kleiner Patient wieder auf seinem Zimmer sei. Eine tiefe Dankbarkeit erfüllt uns bis heute. Heute ist der junge Mann 23 Jahre alt und lebt. Sogar seinen Umständen entsprechend relativ gesund. Und noch eins. Wenig später hat die Urgroßmutter dieses Jungen ihr Leben Jesus übergeben und war dann bis zu ihrem Lebensende mit Jesus unterwegs und eine ganz treue Beterin und Unterstützerin unserer Gemeinde geworden. Warum erzähle ich euch das? Manchmal habe ich den Eindruck, dass die sich immer stärker ausbreitende globale Unsicherheit sich immer mehr ausbreitet, irgendwie hat man ja das Gefühl, nichts ist mehr sicher. Politik ist nicht sicher, Wissenschaft, da kann man sich auch nicht drauf verlassen, die haben auch nicht immer Hilfe. Wie geht es weiter? Wird der Krieg, wird der Frieden bleiben, den wir im Land haben? Oder werden wir anderweitig heimgeholt? Und dann legt sich so eine Unsicherheit wie so eine Schockstarre über uns. Erstmals aufgefallen ist mir das ganz konkret in der Corona-Pandemie. Eine geraume Zeit waren Wissenschaftler, Mediziner und Politiker nicht in der Lage, die Situation in den Griff zu bekommen. Hilflosigkeit auf allen Seiten. Das öffentliche Leben war auf ein Minimum heruntergefahren. Menschen wurden in die Zwangsisolation geschickt. Auch Kirchen und Gemeindehäuser blieben weitestgehend geschlossen. Das Coronavirus schien alles im Griff zu haben, wie es sich ausbreitete, Menschen in Angst und Schrecken versetzte und die Welt zum Stillstand brachte. Erschreckend!

Ein winzig kleines Virus regierte plötzlich die Welt. Und wenn uns die Pandemie eines gelehrt hat, dann doch das eine. Es gibt hier auf Erden keine absolute Sicherheit. Und wir haben die Geschehnisse auf dieser Welt nicht halb so gut im Griff, wie wir es gerne hätten. Kollektiver Kontrollverlust. Ist das der Anfang vom Ende? Und wenn wir uns in die politische Entwicklung weltweit anschauen, dann sieht das da nicht viel besser aus. Was wird noch kommen? Ja, das ist tatsächlich unsere irdische Realität. Da gibt es noch mehr. Es gibt eine viel mächtigere Krone, die Dornenkrone. Jene Krone des Leides, die Jesus trug, als er am Kreuz den Sieg vollbrachte. Jesus, der in Begriff von Macht schlechthin. der allergrößten Macht, jener Macht, die alle menschliche Macht und auch die Macht des Coronavirus und aller Krankheiten, aller Politiker und sogar die Macht des Teufels, der Sünde und des Todes brach.

Er ist und bleibt der unbestrittene und unbesiegbare Sieger. Nichts und niemand kann die Macht Jesu auslöschen.

Keine Pandemie, keine Herrscher dieser Welt, keine Katastrophen, die über unser Leben hineinbrechen. Weil Jesus am Kreuz alles Böse besiegt hat. Und deshalb lasst uns aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Und wir wollen noch einmal in die Geschichte von Paulus und Silas genauer hineinschauen. Da erkenne ich folgende Tatsachen:

1. Die Dunkelheit und Herausforderungen gehören zu unserem Leben dazu.

Obwohl Paulus und auch Silas ganz für Gott im Einsatz sind und im Namen Gottes viele Wunder wirken und erleben durften, Menschen kommen zum Glauben an Jesus Christus, sie können Dämonen austreiben und tun andere Zeichen und Wunder. Trotz oder gerade wegen ihres Glaubens an Jesus werden sie ins Gefängnis geworfen. Und rein menschlich beurteilt war nicht klar, ob sie das Gefängnis jemals wieder lebend verlassen würden. Tiefste Dunkelheit. Sie sind nicht die einzigen, denen es so ergeht. In der Bibel wird uns von vielen weiteren Personen berichtet, die trotz ihres Glaubens in ihrem Leben Zeiten tiefster Dunkelheit erfahren haben. Da ist zum Beispiel Josef, der von seinen Brüdern in einen Brunnen geworfen und später als Sklave nach Ägypten verkauft wurde und dort dann noch einmal durch Verleumdung ins Gefängnis gesteckt wird. Oder Mose,  durch sein eigenes Versagen, weil er einen Beamten des Pharaos ermordet hat, musste er in die Wüste fliehen. Das bedeutete für ihn 40 Jahre Einsamkeit. Und Hiob ist wohl die bekannteste Person in Sachen Unglückserfahrung. Er verlor alle Kinder, seinen ganzen Besitz. Und nicht umsonst prägt seine Geschichte den Begriff der Hiobsbotschaft. Gerade er ist es, dem wir folgendes Bekenntnis verdanken. In Hiob 19, 25 da sagt Hiob,

„… ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

Auf dieser todgeweihten Erde spricht er das letzte Wort. Als Hiob diese Worte spricht, ist er körperlich schwer krank und am Rande des Todes. Er hat seine Kinder, seinen Besitz und seine gesellschaftliche Stellung verloren. Ihm ist auch seine Frau keine Hilfe, weil sie nicht mehr versteht, warum er noch an Gott festhält. Seine Freunde und Verwandten meiden ihn, er wird indirekt beschuldigt: wer so leidet, muss doch irgendwie etwas Schweres verbrochen haben. Hiob fühlt sich von Gott geschlagen und von Menschen verachtet. Er erlebt die totale Isolation. In diese Mischung aus Schmerz und Gottverlassenheitsgefühl und Unverständnis hinein kommt dieser Satz aus seinem Mund. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ Wie ein Aufschrei des Glaubens.
Hiob versteht Gottes Wege nicht. Er fühlt sich von Gott getroffen, nicht getröstet. Und trotzdem klammert er sich an diese letzte Gewissheit. Mein Erlöser lebt. Da ist einer, der für mich einsteht, der mich verteidigt, mir am Ende Recht schaffen wird. Gerade weil alles gegen ihn spricht. Seine Umstände, seine Freude, sein eigenes Empfinden. spricht er dieses Bekenntnis. Hiobs Haltung ist Glaube gegen den Augenschein. Und auch König David verliert ein Kind. Und nicht zuletzt Jesus, der völlig unschuldig ans Kreuz genagelt wurde.
Und wir? Kennen wir diese Situation nicht auch, wenn keine Heilung in Sicht ist? Wir Menschen verlieren, die wir so sehr liebten. wir keine Wunder erleben, die wir so sehr erhofften, um die wir so intensiv gebetet haben. Wenn wir keine geöffnete Tür erkennen können, unsere Finanzpolster sich in Luft auflösen und die Aussicht auf Hilfe immer kleiner wird. Wenn wir uns alleingelassen, vergessen und nicht verstanden fühlen. Wenn Unglück über uns hereinbricht. Wenn wir Gott einfach nicht mehr verstehen. Und ich glaube, da hat jede und jeder von uns so seine und ihre ganz eigenen Herausforderungen.
Aber ich glaube,

 

2. es gibt einen Segen in der Dunkelheit.
Auch wenn wir niemandem schwere Zeiten wünschen, sind diese dunklen Zeiten bei aller Herausforderung, bei aller Schwere oftmals auch ganz besondere Zeiten, in denen wir ganz neue Aspekte des Lebens hoffentlich auch der guten Gemeinschaft, des Glaubens entdecken und greifen dürfen. Vielleicht auch Gott auf eine neue und intensive Weise erfahren dürfen. Damit eine Saat aufgehen kann, braucht sie Dunkelheit. Sie braucht die dunkle Erde, um sich dann ans Licht zu kämpfen und Frucht bringen zu können. Und ich glaube, Gott sind unsere dunklen Zeiten nicht egal. Er möchte sie gebrauchen, um neue Saat und neue Frucht in unser Leben zu legen.
Paulus und Silas können, nachdem sie frei sind, weiterreisen und die frohe Botschaft des Evangeliums noch vielen Menschen weitersagen. Josef wird, indem er den untersten Weg gehen musste, wertvolle Jahre seines Lebens im Gefängnis verbrachte, von Gott auf seine Aufgabe als Verwalter des Pharaos vorbereitet und so hat er die Möglichkeit, seine Familie später vom Hungertod zu retten.
Die Zeit allein in der Wüste war für Mose eine wichtige Zeit, um von Gott selbst auf eine Aufgabe als Führer des Volkes vorbereitet zu werden. Ohne diese Zeit der Dunkelheit wäre er nie fähig geworden, das Volk zu befreien.
Und am Beispiel von Hiob zeigt uns Gott: der Teufel ist real. Es gibt ihn wirklich und er ist der Zerstörer und Durcheinanderbringer schlechthin. Aber Gott ist der Allmächtige, der Starke, der seine Kinder trägt und hält. Er ist, wie Hiob es im innersten Herzen weiß und bekennt, der Erlöser, der lebt. Mitten im Leid und durch das Leid hindurch. Hiobs Leid wird zur Bühne, auf der deutlich wird, der Ankläger kann viel, er kann sehr viel zerstören, aber nicht den Glauben, der an Gott festhält.
Und nachdem David seine Schuld bekennt, wird er trotz dieses Fleckens in seiner Geschichte ein Mann nach dem Herzen Gottes genannt.
Und Jesus, er zerstörte durch seinen Gang, durch tiefstes Leiden und den Tod, die Werke des Teufels. Und er bewirkte damit deine und meine Befreiung. Er bahnte uns den Weg zu Gott, er ist der Retter von Sünde und Tod.
Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie trotz Fragen und Nöten und Leiden an Gott festhalten. Weil sie nicht aufgeben, kann Gott sie für den Aufbruch in etwas Neues gebrauchen. Durch die dunklen und schweren Zeiten bereitet Gott sie auf die Aufgabe vor, für die er sie gebrauchen will. Und manchmal heißt dieses Durchhalten auch, es gibt andere, die für mich glauben, wenn ich es selber nicht mehr kann. Dazu hat Gott uns in die Gemeinde gestellt. Das gelingt nur, wenn wir nicht aufbegehren, sondern uns in der Herausforderung ganz fest an Gott klammern, in unseren schlaflosen Nächten Gebete sprechen, uns in unserer Not an Gott, an ihn die Arme Jesu werfen und uns in den Willen Gottes fügen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Gott auf diese Weise auch unsere Seelen stärken und unseren Charakter reifen lassen kann. Und eines ist mir noch wichtig,

 

3. Anfang statt Ende.
Der Liedermacher Manfred Siebald bekennt:
„als ich am Ende war, dann zeigtest du mir, dass das, was mir das Ende schien, der Anfang war bei dir.“
Wir hätten Paulus und Silas verstanden, wenn sie sich ihrem Schicksal hingegeben und aufgegeben hätten. Schluss, Ende, aus. Doch sie hielten weiter an Gott fest. Sie waren überzeugt davon, dass nicht die Umstände, sondern Gott das letzte Wort hat. Nur so kann ich mir erklären, warum sie mitten in der Nacht anfangen zu singen. Warum sonst sollten sie es tun? Weil sie unerschrocken und mutig ihren Glauben bekannten, kamen Paulus und Silas hinter Gitter. Endstation Gefängniszelle. Sie mussten damit rechnen, dass dieses dunkle, dreckige Loch ihre letzte Unterkunft sein würde. Dass sie ausgerechnet an diesem unheilvollen Ort um Mitternacht Loblieder anstimmen, ist kaum zu glauben. Warum? Warum machen sie das? Sie tun das nicht, weil es ihnen im Gefängnis so gut gefällt. Sondern sie tun es, weil sie so oft schon erfahren haben, wie Gott in ihre Leben eingreift. Weil sie gelernt haben, dass er manchmal Wege versperrt, aber gleichzeitig neue Wege öffnet, sodass das Leben als Christ weitergehen darf. Sie durften erleben, Gott tut Wunder und er macht uns stark. Er lässt uns seine Geborgenheit spüren, gerade auch dann, wenn die Situation ausweglos erscheint. Und so erleben sie das Wunder. Ein Erdbeben lässt die Wände erzittern, sodass die Fesseln aus der Verankerung fallen und die Türen aufgehen. Freiheit für alle. Keiner haut ab. Sie sind doch frei! Nehmt eure Füße in die Hand und lauft, was ihr könnt, möchte man ihnen zurufen. Verspielt eure Freiheit nicht, Doch aus diesem Sonderbar wird Wunderbar. Wo Gott am Handeln ist, kriegt vieles plötzlich Sinn, auch wenn wir selbst den Sinn nicht mehr verstehen oder nicht immer verstehen.
Wo Gott handelt, da hat er immer ein Ziel, Menschen zu retten.
Und um Menschen zu retten, scheut er weder Mühe noch Aufwand. Er schickt sogar seine Jünger ins Gefängnis. damit sich ein Gefängnisdirektor samt seiner Familie bekehrt. Und wir, auch wir sind eingeladen, unseren Blick nicht auf die Umstände zu richten, sondern auf Jesus. Nicht gegen die Umstände aufzubegehren, sondern zu vertrauen. Die Nähe Jesu zu suchen, ihn anzubeten und für seine Allmacht zu loben. uns ganz auf das himmlische zu fokussieren, um von Gott her zu erkennen, was dran ist. Den Willen des himmlischen Vaters zu erkennen und entgegen der sichtbaren Möglichkeit, Gott anzubeten in Liedern und zu loben. Dass Paulus und Silas anfangen zu singen und damit der Dunkelheit, der Verlust, der Verzweiflung und dem Gefangensein trotzen. Das ist das eine. Dass ihr Gesang die Kraft hat, Türen aufzubrechen und Fesseln zu lösen. Ein nächstes. Sie hätten die Chance nützen können und fliehen. Was hielt sie noch? Diese Flucht hätten sie sogar fromm begründen können. Weiter Menschen von Jesus erzählen. Weiter im Namen Jesu Wunder tun. Sie bleiben. Sie bleiben, weil sie in einer ganz festen Verbindung mit Jesus stehen und von ihm her wissen, was dran ist und was nicht. Sie handeln entgegen ihrem natürlichen Instinkt, der Flucht geheißen hätte. Sie bleiben. So dürfen sie das Wunder erleben, dass der Gefängniswärter zum Glauben kommt und sie ganz öffentlich als freie Menschen das Gefängnis verlassen dürfen.
Warum wir manchmal in so aussichtslos scheinende Situationen zu stecken scheinen, weiß ich nicht. Aber ich bin sicher, wir stecken nicht darin, weil Gott das Ruder aus der Hand gefallen ist und er die Geschichte nicht mehr lenken kann. Ich bin davon überzeugt, dass er nur ein einziges Wort sprechen müsste und unsere Not wäre schlagartig vorbei. Das macht es ja auch so delikat und schwierig, wenn die Not nicht gewendet wird. Für unseren Umgang mit der Not oder der Herausforderung ist es nicht wichtig, dass wir das Warum klären können. Es genügt, wenn wir uns auf Jesus konzentrieren, ihn anbeten, ihn um Weisheit, Kraft und Mut für die nächsten Schritte bitten und Hoffnungszeichen setzen. Paulus hat, nachdem er frei war, nicht zu einer großen Predigt angesetzt, das konnte er ja. sondern er sagte: wir sind noch alle hier. Dieses unglaubliche Verhalten hat den Kerkermeister erkennen lassen, dass an diesem Glauben etwas dran ist. Und es hat ihn zu der Frage bewegt, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Wir dürfen uns nicht von unseren Gefühlen lenken lassen, dann erstarren wir wie das Opfer vor der Schlange und werden handlungsunfähig. Manchmal besteht der Glaube auch darin, bewusste Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel jene zu singen in der Dunkelheit.
Und gesungene Worte können eine wunderbare Kraft entwickeln. Im Lied ist es uns oft eher möglich, Dinge auszusprechen, für die wir selbst keine Worte mehr haben oder uns Worte zusprechen zu lassen, die wir selbst gar nicht mehr über die Lippen kriegen. Ich sehe mich auch noch in mancher Situation im Gottesdienst sitzen, weinend, wenn die anderen gesungen haben, aber ich selbst nicht singen konnte. Und trotzdem hat es mich gestärkt, weil die anderen mir damit Worte Gottes zugesungen, zugesprochen haben. Mit Hilfe von Liedern können wir uns ganz neu auf Gott ausrichten und wir werden erleben, wie es unser Vertrauen und unsere Hoffnung stärken kann. Egal, ob wir sie uns zusingen lassen oder ob wir selbst mitsingen. Und eines ist mir noch ganz wichtig zu sagen:

 

4. Ja, es gibt sie, die Zeiten, da können wir nicht anders als zu klagen.
Das ist okay so. Wir dürfen klagen, wir dürfen authentisch sein vor Gott, ohne Angst haben zu müssen, dass er uns deshalb verurteilen würde. Nicht umsonst gibt es die Klagepsalmen in der Bibel, die uns Worte verleihen möchten, wenn wir selbst keine Worte mehr haben. Hans Peter Beuer, der ehemalige Leiter des Tauernhofes, sagte einmal, Manchmal beruhigt Gott den Sturm, aber manchmal lässt Gott den Sturm wütend und beruhigt sein Kind. In diesem Sinne möchte ich dich einladen. Gib nicht auf, so wie es uns die Band ganz am Anfang zugesungen hat, sondern klammere dich in deiner Not an Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.
Mit meiner Predigt möchte ich dazu einladen, unseren Blick auf die Kraft zu lenken, die das Jubeln in der Dunkelheit zu entfalten vermag. Ganz nach dem Motto, Loben zieht nach oben. Ich möchte beten, mit Worten von Hedwig von Rinnern.
Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl. Das macht die Seele still und friedevoll. Ist’s doch umsonst, dass ich mich sorgend mühe? Das ängstlich schlägt mein Herz, sei’s spät, sei’s früh. Du weißt den Weg ja doch, du weißt die Zeit. Dein Plan ist fertig schon und liegt bereit. Ich preise dich für deine Liebe Macht. Ich rühme die Gnade, die mir Heil gebracht. Du weißt, woher der Wind zur Stürme schweht. Du gebiet, kommst nie zu spät. Drum folge ich still. Dein Wort ist ohne Trug. Du weißt den Weg für mich. Das ist genug.
Wir werden gleich eine Zeit des Lobpreises miteinander haben und ich möchte dich einladen, dir zu überlegen, welche deiner ganz persönlichen Herausforderungen du vielleicht heute mal ganz bewusst unter das Lob Gottes stellst.

  

Siehe auch: Wer ist Jesus?
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