Heute haben wir ja ein spannendes Thema. Fasten. Das war erst gar nicht geplant. Wir haben die Themenreihe geplant, „Heil werden“ und sagte Miriam zu mir, hey, lass uns mal über Fasten nachdenken. Und ich dachte, ja schön, wie kriegen wir das denn in diese Themenreihe rein.
Also, Jubelstimmung hat das bei mir jetzt nicht ausgelöst. Ja, Fasten. Wer von euch sagt, ich hab richtig Bock auf Fasten? Einer, zwei, drei andere, okay, dann von mir ist drei. Aber, ihr sagt jetzt alle nicht, Juhu, Fasten. Dann hab ich gedacht, hey, ich hatte doch so ein Buch im Schrank, Daniel Fasten. Das heißt jetzt nicht, jeder von euch kriegt sein eigenes Buch wo draufsteht Tobias Fasten. Bei Daniel Fasten geht es nicht um mich, sondern um den Prophet Daniel.
Okay, da unten das ganz heikliche Konzept für Körper, Seele, Geist. Ich dachte, oh, vielleicht hat das ja doch mehr mit unserer Themenreihe zu tun, als ich eigentlich dachte. Okay, dann hab ich gedacht, ich stelle mich diesem Thema neu.
Wir schauen mal, was das Ganze heute mit uns so macht, das Thema Fasten. Und die erste Frage ist, was ist das Erste, an was du denkst, wenn du an Fasten denkst? Und die zweite Frage ist, welches Bild vom Fasten hast du, und wodurch kommt dieses Bild zustande? Und das dritte ist, an welche Bibelstelle denkst du, wenn du an Fasten denkst? Und wenn jetzt gar keiner in den Sinn kommt, ist es echt gut dass du heute Morgen hier bist. Okay, ich muss sagen, ich habe bisher echt nicht viele Erfahrungen in meinem Leben mit Fasten gemacht.
Ich habe das irgendwann vor zehn Jahren mal einen Tag versucht, bin kaputt durch die Welt gelaufen und dachte, ja, tschau, Fasten. Jetzt gibt es ja verschiedene Extreme, wenn man über Fasten nachdenkt. Das eine könnte ja sein, Fasten heißt, ich gehe in Hungerstreik gegenüber Gott. Ich sage: So, ich esse jetzt so lange nichts, bis du mein Gebet erhört hast. Kennt ihr dieses Extrem? Ich gehe in Hungerstreik, aber Fasten heißt nicht Hungerstreik gegenüber Gott. Das andere kann sein, viele reden über Fasten, Heilfasten, Intervallfasten, so als asketische Übung, was aber jetzt gar nichts mit dem geistlichen Fasten, wovon wir in der Bibel lesen, zu tun hat.
Und das dritte was wir vielleicht heute oft haben: Wir sind voll mit Werbung und was sagt die Werbung uns? Du musst mehr in deinem Leben haben. Immer drauf, sonst bist du nicht glücklich. Immer mehr und mehr und mehr und mehr. Wenn du nicht mehr hast, bist du nicht glücklich. Auf keinen Fall verzichten, sonst bist du nicht glücklich. Und das sind so verschiedene Extreme, die es gibt. Es kann jetzt auch sein, dass du denkst, ich muss es machen. Es ist so eine Pflicht. Oder dass du denkst: Wozu? Es bringt ja eh nichts.
Wir schauen mal, wo wir heute landen. Wir schauen in die Bibel rein. Und das Spannende ist, es gibt im Judentum so einen Festkalender, wie bei uns Weihnachten, Karfreitag, Ostern. Und da gibt es auch verschiedene Feste. Passamfest, Laubhüttenfest und den Jom Kippur-Tag.
Zum Jom Kippur-Tag lesen wir 3. Mose 16,29 folgendes. Auch das soll eine ewige Ordnung sein.
Am 10. Tag des 7. Monats sollt ihr fasten und keine Arbeit tun. Weder ein Einheimischer noch ein Fremdling unter euch.
Es gibt also im Judentum ein Fastengebot. Und zwar an diesem Tag soll keiner fasten. Das wird gnadenlos durchgezogen. Ich war Jom Kippur-Tag in Israel. Ich sage euch, da dürfen nicht mal Autos fahren. Ja, gar nichts geht da. Du bist da und es heißt, wir alle fasten. Das ist der höchste jüdische Feiertag. Wir beugen uns vor Gott. Wir wollen offen sein für das, was ER tut. Das ist spannend, okay. Schon an der ersten Stelle in der Bibel, wo wir aufgefordert werden, oder die Israeliten aufgefordert wurden, zu fasten. Ich möchte über 4 Stellen heute Morgen mit euch nachdenken, die in meinen Gedanken eine Gamechanger waren.
Das Erste ist, Jesus beginnt seinen Dienst. Er lässt sich taufen. Er wird öffentlich proklamiert. Er kriegt zugesprochen vom Vater: „Du bist mein geliebter Sohn, der meine ganze Freude ist.“ Und was ist das Nächste, was Jesus nun tut, nachdem das passiert ist? Er geht in die Wüste, betet und fastet. Warum? Ich lasse uns die Stelle mal anschauen.
Danach führte der Geist Gottes Jesus in die Wüste, wo er vom Teufel auf die Probe gestellt werden sollte. Nachdem er 40 Tage und Nächte gefastet hatte, war er hungrig. (Lukas 4,1-2)
Ich finde, dieses war er hungrig, müsste gar nicht mehr erwähnt werden. 40 Tage, 40 Nächte gefastet. Er war hungrig. Aber die Frage ist ja, warum tut er das? Warum führt der Heilige Geist ihn in die Wüste? Warum kommt diese Probe vom Teufel in dieser Zeit? Jetzt denkst du, prima, 40 Tage, 40 Nächte ist eh nichts für mich. Ich bin nicht Jesus, ich habe hier keine Wüste.
Also, was soll das für mich? Das Spannende ist, was ist das Nächste, was in der Bibel berichtet wird, nach diesen 40 Tagen? Lass uns mal reinschauen. (Lukas 4,14)
Erfüllt mit der Kraft des Heiligen Geistes kehrte Jesus nach Galilea zurück. Die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Das heißt, Jesus lässt sich taufen, er kriegt zugesprochen, es wird proklamiert, er ist der Sohn Gottes. Dann geht er in die Wüste. 40 Tage, er wird vom Teufel versucht und das Nächste, was wir lesen, ist: erfüllt mit der Kraft des Heiligen Geistes zieht er nun los.
Und die Frage ist, wozu geht er in die Wüste, um diese Zeit zu erleben? Und was passiert dann in letzter Zeit? Und das Spannende ist ja, womit versucht der Teufel ihn in der Wüste? Was sind die zwei Sachen, die er zu ihm sagt am Anfang? Wenn du wirklich Gottes Sohn bist. Also die Taufe, der Vater sagt, das ist mein geliebter Sohn. Jesus geht in die Wüste, fastet, betet.
Was versucht der Teufel? Seine Realität anzugreifen, wenn du wirklich der Sohn Gottes bist. Das ist ja auch das, was er in unserem Leben tut, oder? Das ist das, was im Zerbruch passiert ist. Gott hat dich geschaffen, als Beziehung zu ihm. Sein Ziel ist, dass du sein geliebter Sohn, deine geliebte Tochter bist. Und das spricht er dir zu. Auch bei deiner Taufe, das ist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter.
Und was sagt der Teufel? Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, wenn du wirklich Gottes Tochter bist, warum verhältst du dich denn dann so? Warum bist du denn so oder so in deinem Leben? Warum klappt das denn bei dir immer noch nicht in deinem Leben? Und diese Versuche beginnen. Ich glaube, dass es auch passieren kann, wenn wir uns zurückziehen für eine gewisse Zeit, um zu fasten und zu beten. Dass wir auch vom Teufel angegriffen werden.
Aber die Frage ist, was passiert nach dieser Zeit? Wenn wir sagen, wir verzichten auch für eine gewisse Zeit auf manche Dinge, für Gebet und was passiert dann? Was ist bei Jesus passiert? Er füllt mit dem Heiligen Geist, zieht er nun los. Und die Frage ist, wozu geht er in die Wüste? Und ich glaube, eine Zeit der Prüfung, eine Zeit des Nachdenkens, eine Zeit des Vorbereitens muss vor seinem Dienst beginnen.
Das Zweite, was ich mit euch anschauen möchte, ist in Matthäus 6,1 . Dort, in der Bergpredigt, wird ein geistlicher Lebensstil beschrieben. Da sagt Jesus am Anfang, wenn du also einem Bedürftigen etwas spendest, dann häng es nicht an die großen Glocken. Würde ich jetzt sagen, Bedürftigen spenden ist was Gutes? Kann man machen, oder? Jesus sagt, okay, und dann führt weiter aus: mach kein riesen Ding daraus wenn du ihm was gibst, spende, okay, weiter. Das Nächste, was Jesus sagt, ist wenn ihr betet, dann tut es nicht wie die Scheinheiligen. Er sagt nicht alle sollen jetzt sehen, dass ich bete, sondern in der Stille gehe ich vor meinen Vater. Würde ich sagen, beten ist was Gutes? Ja.
Wenn ihr fastet, so macht Jesus weiter, wenn ihr fastet, dann setzt keine Leidensmine auf wie die Scheinheiligen so nach dem Motto: alle sollen es jetzt sehen dass ich bete sondern . Würdet ihr sagen, Fasten ist was Gutes?
Beten ist super. Und dann macht er weiter, wenn ihr fastet, dann setzt euch keine Leidensmine auf wie die Scheinheiligen. Die machen ein sauberes Gesicht, damit alle Welt merkt, dass sie fasten. Ich versichere euch, sie haben ihren Lohn bereits bekommen. Wenn du fasten willst, dann wasche dein Gesicht und kämme dich, damit niemand es merkt, als nur dein Vater, der im Verborgenen ist.
Dein Vater, der das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. Mögt ihr Belohnung? Mögt ihr Geschenke? Okay, in welchem Zusammenhang steht das? Er sagt also, okay, wenn ihr fastet, was ich für euch tue, also, das hier Fasten ist jetzt nicht, ich frühstücke nicht um neun, sondern um sieben, und dann komme ich auf Knien ins Gemeindehaus gekrochen, weil es mir so schlecht geht. Und ich bitte euch um Mitleid, weil ich zwei Stunden früher gefrühstückt habe.
Fasten, l. so lesen wir, ist etwas anderes, ist für eine Zeit auf etwas zu versichten, nicht als Schaulauf voreinander, sondern um bewusst in meine Zeit und meine Beziehung zu Gott zu investieren. Und was sagt Jesus dazu? Zitat Jesus: dein Vater, der das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. Das heißt, willst du Geschenke in deinem Leben vom Vater im Himmel, willst du belohnt werden, solltest du diese Stelle nicht rausstreichen aus deiner Bibel.
Das ist das, was Jesus sagt, okay, in Bezug auf Fasten. Eine zweite, nächste Sache steht in Apostelgeschichte. Da war eine Gemeinde in Antiochia. Dort waren Propheten und Lehrer. Wer von euch ist Prophet? Wer ist Lehrer? Wäre ja cool, wenn wir das auch voneinander wissen, wieviel Propheten und Lehrer in der Gemeinde sind. Hier wird das beschrieben, und was sie tun ist, sie nehmen sich eine Zeit für Fasten und Gebet.
Da steht, als sie einmal für einige Zeit fasteten und sich ganz dem Gebet widmeten. Diese Gemeinde, Propheten und Lehrer gehen zusammen, nehmen sich Zeit für Gebet, aber hier steht ja nicht nur für Gebet, oder? Es steht nicht nur die Zeit für Gebet, sondern Gebet und Fasten. Jetzt ist die Frage, was passiert? In dieser Zeit sagte ihnen der Heilige Geist, gebt mir Barnabas und Saulus für die besondere Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe.
Und in dieser Zeit geschieht nun etwas Geistliches. Sie haben Zeit für Gebet und Fasten, und der Heilige Geist spricht zu ihnen und sagt, ich habe eine Aufgabe für Saulus und Barnabas, und nach einer weiteren Zeit des Fasten und Betens legen sie den beiden die Hände auf und lassen sie ziehen. Und schon wieder beteten und fasteten sie.
Das ist schon fast nervig, oder? Habt ihr schon ein bisschen mehr Lust auf Fasten? Es wird immer besser. Ihr seht, plötzlich haben sie durch das Fasten einen anderen Zugang zum Heiligen Geist, weil der Körper in den Hintergrund tritt und sie offener werden für das Wirken des Heiligen Geistes. Oder warum nehmen sie sich Zeit für Gebet und Fasten? Das Spannende ist, Saulus und Barnabas ziehen nun los, gründen Gemeinden, geben das Evangelium weiter, gründen Gemeinden, und was steht da?
Apostelgeschicht 14: In jeder Gemeinde setzten sie Gemeindeleiter und Älteste ein und stellten sie und alle die zum Glauben an den Herrn gekommen waren mit Gebet und Fasten unter dessen Schutz.
Haben die überhaupt was gegessen? Das ist ja nur ein Fasten. Spannend, oder? Aber schon wieder, sie haben eine Aufgabe, und sie wollen geistliche Orientierung haben, und was tun sie dafür? Sie nehmen sich Zeit für Gebet und Fasten. Brauchst du geistliche Orientierung für Dinge in deinem Leben? Hast du Kämpfe in deinem Leben? Hast du vielleicht bittere Wurzeln entdeckt oder Festungen? Okay, vielleicht könnte das etwas sein, eine Art und Weise, die der Herr uns geschaffen hat, um ihm mehr zu begegnen. Durch Gebet und Fasten. Schauen wir weiter.
Ich habe gesagt, im Stand des Buches „Daniel-Fasten“, jetzt wäre es schade, wenn wir Daniel rauslassen würden.
Daniel war ein Prophet in Israel, das Volk wurde verschleppt, sie hatte sich von Gott abgewandt, und wenn du noch nie Daniel gelesen hast, das ist ein sehr verwirrendes Buch, aber faszinierend, wirklich Hammer-Prophetien die dort drinn stehen, und da sehen wir etwas, was Daniel schreibt.
„In seinem ersten Regierungsjahr dachte ich darüber nach, was wohl die 70 Jahre bedeuten, von denen ich in den Heiligen Schriften gelesen hatte, solange nämlich sollte nach einem Wort des Herrn an den Propheten Jeremia Jerusalem in Trümmer liegen.“ (Daniel 9)
Was lesen wir hier? Daniel hat eine geistige Sehnsucht.
Er weiß, es ist etwas passiert, eine Vorhersage, aber ich verstehe es nicht. Ich würde gerne Weisheit haben, aber ich verstehe es nicht. Und was ist nur das, was er tut? Dreimal könnt ihr raten bei diesem Thema heute.
„Ich fastete und setzte mich im Sack in die Asche, dann wandte ich mich im Gebet an den Herrn, meinen Gott.“ Schon wieder. Jemand hat eine geistige Sehnsucht, er hat geistige Fragen. Und was ist das, was er tut? Er geht nicht als erstes zu ChatGpt. Er demütigt sich, er betet und er fastet. Was macht er nun? Will er Gott erpressen? Geht er in den Hungerstreik? Nein, er hat eine geistige Sehnsucht und er weiß, Gebet und Fasten wird mir helfen, Dinge zu erkennen.
16 Verse land, liest du nun ein Gebet von ihm. Wenn du ein Bußgebet brauchst als Inspiration, liest du das auf jeden Fall durch. Und was passiert nun nach dieser Zeit? Ein Engel kommt und gibt ihm die krasseste Vorhersage, die es auf Jesu im Altem Testament gibt, nach dieser Zeit des Fastens und des Betens. Wäre das auch so gewesen, wenn er diesen Schritt des Fastens und des Betens nicht gegangen wäre? Nochmal Daniel. Wir lesen, damals trauerte ich Daniel drei Wochen lang über das Schicksal seines Volkes. Drei Wochen, 21 Tage.
Wie sagt er? Ich leide darunter, dass mein Volk so ist. Hast du Dinge in deinem Leben, worunter du leidest? Vielleicht deine Familie, vielleicht unser Land, vielleicht unser Volk, vielleicht eine Freundschaft, vielleicht deine Ehe, wie auch immer. Er hat eine Not.
Was macht er? Drei Wochen lang trauert er über das Schicksal meines Volkes, aber er trauert nicht nur, er sagt:
„Ich aß die ganze Zeit über kein Fleisch und keine wohlschmeckenden Speisen, trank keinen Wein und pflegte mein Gesicht und mein Haar nicht mit Öl.“ (Daniel 10)
Was lesen wir eigentlich? Daniel scheint ein gepflegter Mann gewesen zu sein. Wer von euch hat heute Morgen schon sein Haar mit Öl, Schaum oder vielleicht so etwas gepflegt? Darauf verzichtet er jetzt. Daniel war der High Society-Mensch im Babylonischen Reich. Das war ein Riesenreich, vom Mittelmeer bis Iran, Irak war alles drin. Und was tut dieser Mann, der alles hat? Er verzichtet für drei Wochen auf alles, was er hat. Wisst ihr, alles, was er hat und was wir haben, sieht so aus. Und das ist das, was Daniel hatte. Und da ist das, was uns erzählt wird, was wir alles brauchen. Du brauchst Geld, du brauchst Reichtum, sonst wirst du nicht glücklich.
Aber das ist eine Lüge. Denn was ist das, was der Teufel zu Jesus in den Füßen sagt? Hey, du bist hungrig, du bist doch Gottes Sohn. Wenn du Gottes Sohn bist, mach doch aus den Steinen Essen. Und was sagt Jesus?
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was Gott uns zuspricht“ (Lukas 4). Davon lebt der Mensch, sagt Jesus. Das ist die wirkliche Nahrung für unser Herz, für unsere Seele, für unseren Geist. Und das ist jetzt dass, was Daniel sagt. Drei Wochen nichts davon. Drei Wochen lässt er es weg und er tauscht es ein. Wogegen tauscht er es ein? Für Stille, für Fasten, für Ruhe, für Zeit, mit der Bibel, mit Gottes Wort und mit Gebet. Eigentlich falsch, oder? Aber Daniel tauscht es ein.
Und Daniel hat ja alles. Aber er sagt, ich habe eine geistliche Not in meinem Leben. Und was tue ich? Ich nehme diese Zeit. Ich gehe ins Gebet und ich faste und ich suche Gottes Orientierung für mein Leben. Nun passiert etwas. Nach 21 Tagen kommt ein Engel zu ihm. Er berichtet ihm, dass er in Kämpfen war mit satanischen Engeln, die er erst besiegen musste in diesen drei Wochen. Und dann bekommt Daniel eine Vision von 600 v. Chr. bis ans Ende der Zeit. Da, im Buch Daniel, könnt ihr alles nachlesen. Warum? Weil er sich diese Zeit genommen hat für Gebet und Fasten, um vor Gott zu kommen, um neue Orientierung zu finden.
Wisst ihr, wir könnten jetzt noch weitermachen, die ganze Zeit. Wir könnten über Esther nachdenken, über Nehemiah, die Prophetin Hannah. Jesus kommt im Tempel als kleines Kind. Wir lesen von der Prophetin Hannah. Was tat sie? Sie diente Gott mit Gebet und Fasten. Wir könnten so weitermachen durch die ganze Bibel. Das Verrückte ist ja, nicht mehr als drei hatten heute Bock auf Fasten vorher.
Wie ist uns eigentlich verloren gegangen in unserer Kirchengeschichte? Vielleicht gab es mal eine extreme Richtung, nach dem Motto, jeder muss Fasten. Und dann gibt es eine Gegenbewegung und plötzlich spielt Fasten keine Rolle mehr. Und wir überlassen uns dem Intervall-Fasten und was weiß ich.
Wir lesen aber, das ist eine geistliche Übung, die uns hilft, fokussiert zu werden auf Gott, um geistliche Erkenntnis zu haben. Fasten ist also eine Möglichkeit, seinen Geist, Körper und Seele zu reinigen und Weisheit zu empfangen, Gottes reden zu hören. Um Festungen im Leben zu entdecken, Lügen und bittere Wurzeln zu entlarven.
Wisst ihr, wir sind ein Zusammenschluss von Körper, Seele und Geist. Und das Problem, was wir haben, ist, dass in unserer Welt der Körper ganz oft im Fokus steht. Es geht immer um den Körper. Also gehen wir durch die Gegend, dann sieht man die Leute und dann man denkt sich, der sieht aber gut aus, die sieht aber gut aus. Schon mal jemand gehört, der gesagt hat, dessen Herz ist aber prima. Oder der Geist, die Seele, lecker.
Wir sind ganz oft auf Körper fixiert. Deswegen gehen wir ja z.B. joggen. Weil wir gut aussehen wollen. Warum stylen wir uns? Warum wird so viel Geld in Klamotten investiert? Kleider machen Leute. Das ist das, was wir sehen. Und das ist vielleicht eines der Hauptdinge, die beim Sündenfall passiert sind, das wir ein Zusammenschluss von Körper, Seele, Geist sind, aber der Körper irgendwann nur noch zum Blickpunkt steht.
Aber jetzt ist ja die Frage, was passiert eigentlich, wenn wir fasten? Und ich muss ja sagen, ich gehörte ja noch nicht zu diesen Fastenfreunden. Aber das, was ich gehört habe von Leuten, die gefastet haben, die berichten, dass in dieser Zeit etwas sich passiert. Du denkst erst mal, mein Körper leidet, ich kann nicht mehr usw. Aber irgendwann merken sie, dass der Geist im Laufe der Zeit klarer wird, dass du zwar körperlich auf Sachen verzichtest, aber der Geist klarer wird. Und ich habe noch ein Bild mitgebracht, was ich spannend finde. Da kommen wir gleich noch mal in.
Es ist so ein bisschen wie, wenn deine Fensterscheiben schmutzig sind. Fällt einem jetzt auch mal wieder auf wenn die Sonne scheint. Da denkst du dir, du musst mal wieder Fenster putzen. Was passiert, wenn du Fenster putzt? Wow, du hast eine klare Sicht. Und vielleicht ist das ein gutes Bild für Fasten, dass mein Körper mal wieder durchgereinigt wird, aber auch mein Geist gereinigt wird, indem ich auf Sachen verzichte. Und nicht einfach nur verzichte, sondern sie neu fülle mit Fasten, mit der Gegenwart Gottes, mit Gebet, mit Bibellesen. Ich verzichte auch etwas mit so etwas Neuem.
Und die Frage ist, ist das eigentlich das, was Jesus sagt, wenn ihr fastet, ihr werdet belohnt werden vom Vater im Himmel. Ihr kriegt Geschenke. Es ist Weihnachten ein bisschen her, aber Weihnachten kommt wieder.
Habt ihr alle Bock auf Geschenke? Und der Vater im Himmel hat die besten Geschenke bereit und wir tun es nicht. Das ist eigentlich verrückt. Das ist so ein bisschen wie, jemand hat Geschenke für mich und ich schließe ihm die Tür zu. Das ist ganz schön paradox. Das würde kein Kind an Weihnachten machen. Aber wir tun es mit geistlichen Dingen und wundern uns vielleicht, warum geistliche Dinge bei uns nicht passieren, weil wir uns ihnen nicht zuwenden., Charles Spurgeon, das war ein großer Prediger aus England, hat einmal gesagt:
„Ich habe nie gefunden, dass der Himmel mir offener war als in Zeiten des Fastens und des Gebets.“
Er hat gesagt, ich habe nie mehr geistliche Eindrücke gehabt, geistliche Dinge gesehen, als in diesen Zeiten in meinem Leben. Und er hat viel gesehen, er hat viel bekommen. Aber in dieser Zeit, wo er gesagt hat, ich tausche mal den Tisch des Wohlstandes mit dem Tisch des Fastens und Betens und ich bin fokussiert auf den Geist Gottes, auf das, was er mir sagen will, wo Sachen umgedreht wurden in seinem Leben, der Geist nach vorne gegangen ist, er hat noch nie mehr erlebt, dass der Himmel offen stand, als in diesen Zeiten. Und ich glaube, wir müssen uns eine Frage stellen, jetzt: wollen wir das auch?
Wenn du damit anfängst zu denken, ich muss verzichten, verzichten, verzichten, verzichten, da habe ich keine Lust drauf, okay, das ist eine schlechte Anfangsmotivation. Wenn du aber sagst, das ist meine Sehnsucht, dass ich erlebe, dass der Himmel offen steht, ich Dinge empfange, ich Weisheiten erkenne, ich Dinge verstehe, vielleicht auch Festungen in meiner Familie, in meinem Leben wird sich sichtbar werden, dann denke ich, vielleicht wäre es ganz gut, in die Zeit des Fasten, des Gebets zu gehen.
Amen